Sin­fo­nie aus Blut und Nebel

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Schlacht­ge­mäl­de in schot­ti­schem Nebel     Bild: Stu­dio­Ca­nal

Anfang des 17. Jahr­hun­derts mach­te Shake­speare den his­to­ri­schen König Mac­beth zum Sinn­bild mensch­li­chen Schei­terns. Heu­te, 400 Jah­re und meh­re­re kino­tech­ni­sche Revo­lu­tio­nen spä­ter, kann sei­ne Geschich­te end­lich ange­mes­sen erzählt wer­den: Als zwei­stün­di­ger Monu­men­tal­film. Regis­seur Jus­tin Kur­zel unter­legt die klas­si­schen Ver­se mit atem­be­rau­ben­den Bil­dern und schafft ein zeit­lo­ses Meis­ter­werk. Das ist beson­ders sei­nem Haupt­dar­stel­ler zu ver­dan­ken. Wei­ter­le­sen

(6/6) Das Smartphone in Raum und Zeit

Vic­tor Hugo hat 1831 mit dem his­to­ri­schen Roman „Not­re-Dame de Paris“ die Begeis­te­rung sei­ner Epo­che, der Roman­tik, für das Mit­tel­al­ter ein­ge­fan­gen. Haupt­fi­gur des Romans ist nicht wie der deut­sche Titel nahe­legt, Qua­si­mo­do, son­dern die Kathe­dra­le selbst. Woll­te jemand heu­te einen ver­gleich­ba­ren Roman schrei­ben, müss­te er ihn „iPhone5“ nen­nen, aller­dings scheint das Fas­zi­no­sum unse­rer Zeit nicht eine ver­gan­ge­ne Epo­che zu sein, son­dern Wei­ter­le­sen

(4/6) Von den Kathedralen lernen

Von den Kathe­dra­len kön­nen wir die Ruhe und Kon­tem­pla­ti­on wie­der ler­nen. Immer wie­der die glei­chen Bil­der zu betrach­ten, bedeu­tet nicht Lan­ge­wei­le, son­dern mehr und mehr zu ent­de­cken und zu sehen. Auf den ers­ten Blick kön­nen sie einen über­for­dern oder ver­stö­ren; man kann sich ’sei­ne‘ Kathe­dra­le nur nach und nach, Stück für Stück erschlie­ßen.

Der Bam­ber­ger Dom war im Mit­tel­al­ter vor allem ein Ensem­ble von auf­ein­an­der bezo­ge­nen Ein­zel­or­ten und den dazu gehö­ri­gen Ver­bin­dungs­we­gen, auf denen er an hohen Fei­er­ta­gen von Pro­zes­sio­nen durch­wan­dert wur­de. Von der pri­va­ten Andacht über das Chor­ge­bet und die Kapi­tel­mes­sen bis zu den Pon­ti­fi­kal­äm­tern ist er in spi­ri­tu­el­ler Hin­sicht nicht weni­ger mul­ti­funk­tio­nal als ein Smart­pho­ne auch. Die eine wie die ande­re Tech­no­lo­gie wird immer wie­der neu den Bedürf­nis­sen der Men­schen ange­passt bzw. per­so­na­li­siert.

Bam­ber­ger Dom, Apos­tel­ga­le­rie an der nörd­li­chen Chor­schran­ke. Foto: Tho­mas Wer­ner

Im Zuge der Baro­cki­sie­rung wur­den in Bam­berg 1610 zuguns­ten einer hel­len Ver­gla­sung die Bunt­glas­fens­ter ent­fernt. Nach der Säku­la­ri­sie­rung woll­te der baye­ri­sche König Lud­wig I. dem Dom durch eine „Puri­fi­zie­rung“ ein Erschei­nungs­bild ver­lei­hen, das man damals für mit­tel­al­ter­lich hielt. Vom Abwa­schen der Wän­de bis zur Stein­sich­tig­keit über die Ent­fer­nung zahl­rei­cher Altä­re wur­den die von ihm ange­ord­ne­ten Maß­nah­men auch „Kahl­schlag“ genannt und nach und nach wie­der kor­ri­giert. Die letz­ten spür­ba­ren Ver­än­de­run­gen erfolg­ten nach dem Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil mit der Instal­la­ti­on eines Volks­al­tars vor dem West­chor. Seit­dem ist der Dom auch eine Kir­che des Volks, deren Innen­raum wie ein Fest­saal wirkt. Prof. Peter Wün­sche, Lei­ter der Haupt­ab­tei­lung Außer­schu­li­sche Bildung/Liturgie des Erz­bis­tums Bam­berg plä­diert auch heu­te für eine viel­fäl­ti­ge­re Nut­zung.

Ein Bei­spiel dafür ist Wei­ter­le­sen