Leiden und Lachen

b43312f6b1

„Die Leiden des jungen Werther“ am Theater Erlangen. Foto: © Ludwig Olah

„Die Leiden des jungen Werther“ muss Tragik, Trauer und – nicht zu vergessen – große Empfindsamkeit enthalten? Goethes Briefroman liefert von allem mehr als genug. 1774 kam das bei den Lesern gut an – so gut, dass Werthers Lösung für Liebeskummer reihenweise Nachahmer fand. Aber heute? Der Gefühlsüberschwang trifft nicht mehr ganz den Nerv der Zeit. Vielleicht auch besser so. Wo würde es denn hinführen, wenn sich jeder, der Liebeskummer hat, gleich umbringt? Das heißt aber nicht, dass man den klassischen Stoff nicht mehr auf die Bühne bringen kann. Wie es das Theater Erlangen getan hat.

Weiterlesen

The old, the sick and the dying – who needs them?

StuffedPuppet_Mathilde01 Da hängt sie. Leblos, ein wenig makaber mit den Armen an einer Stange befestigt. Ist das nicht zu anstrengend für eine alte Frau? Aber halt! Noch ist sie nicht lebendig. Noch kann der Puppe diese unbequeme Haltung nichts ausmachen. Die Puppe ist nur Bühnenbild.

Bisher wird von ihrer Figur nur gesprochen. Mathilde wird 102 Jahre alt. Trotzdem hat diese Frau noch Mumm in den Knochen und vor allem ordentlich Haare auf den Zähnen. Die anderen Bewohner des Altersheims sehen dagegen recht traurig aus. Und die geldgierigen Unternehmer fürchten sich vor den Journalisten, die mit den Patienten persönlich sprechen wollen. Warum reichten ihnen denn die Luftballons und der Hund auf dem Gruppenfoto nicht? Journalisten sind gefährlich: Sie könnten herausbekommen, dass nach den Besucherzeiten der Strom abgeschaltet wird. Weiterlesen

Wenn der Opa Haue kriegt…

Alt werden ist doof, erwachsen werden noch viel schlimmer!

Es gibt diesen einen Zustand der Zufriedenheit und des Glücks, mit dem man oft nach einem gelungenen Theaterabend oder einem Kinobesuch nach Hause gehen darf. Die Geschichte ist dann stimmig, die Schauspieler gut und der Schluss befriedigt den Wunsch nach Happy End. Das muss aber nicht sein, denn ein Theaterstück ist ja keine Gutenachtgeschichte.
So hinterlässt „Der Mann der die Welt aß“, von Johannes Wenzel in Szene gesetzt, beim Zuschauer ein eher mulmiges Gefühl und weckt den Wunsch den Mitmenschen für einige Zeit besser nicht zu nahe zu kommen. Denn manche Personen scheinen Gift für ihre Umwelt zu sein!
So zum Beispiel der „Sohn“ in Nis-Momme Stockmanns Tragikomödie, die am 21. Januar 2012 im Theater in der Garage in Erlangen Premiere feierte. Weiterlesen