Gott ist in einer Tüte“

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Chris­ti­an Win­cierz, Vio­let­ta Zupan­cic. Foto: © Jochen Quast.

In einer Tüte? Gott? So schnell kann ein Zitat, aus dem Zusam­men­hang geris­sen, für Ver­wir­rung sor­gen. Und schon sind wir mit­ten im Thea­ter­stück Unschuld, geschrie­ben von Dea Loher, insze­niert von Kat­ja Ott am Thea­ter Erlan­gen. „Gott ist in einer Tüte“, sagt der ille­ga­le afri­ka­ni­sche Ein­wan­de­rer Fadoul (Patrick Nel­les­sen) zu den ande­ren Cha­rak­te­ren. Ver­ständ­nis­lo­sig­keit. Nur die Zuschau­er haben eine Ahnung, wovon er spricht. Wei­ter­le­sen

Jede Anzahl ist ein Schock“

Daniel Seniuk, Hermann Große-Berg Foto: Jochen Quast

Dani­el Seni­uk, Her­mann Gro­ße-Berg
Foto: Jochen Quast

Ein Vater führt sei­nen Sohn in die Geheim­nis­se des Rasie­rens ein – eine all­täg­li­che Sze­ne. Nur, dass es von die­sem Sohn zwan­zig gibt, weil er ein Klon ist. Dass des­we­gen sowohl Vater als auch Sohn gezwun­gen sind, Fra­gen nach Ori­gi­nal und Kopie zu stel­len, her­aus­zu­fin­den ver­su­chen, was Iden­ti­tät bedeu­tet. Caryl Chur­chill wirft in ihrem Dra­ma „Die Kopi­en“ (Ori­gi­nal­ti­tel: A Num­ber) abseits von moral­apos­to­li­schen Plä­doy­ers die Fra­gen auf, die sich im Zeit­al­ter tech­no­lo­gi­scher Repro­duk­ti­ons­mög­lich­kei­ten unwill­kür­lich auf­drän­gen. Kat­ja Blaszkie­witz gelingt es in ihrer Insze­nie­rung, die ver­gan­ge­nen Sams­tag in der Erlan­ger Gara­ge Pre­mie­re fei­er­te, die­se Fra­ge­hal­tung auf ver­schie­de­nen Ebe­nen an den Zuschau­er wei­ter­zu­ge­ben. Wei­ter­le­sen

Jemand musste Joseph K. verleumdet haben,…

@Jochen Quast: Daniel Seniuk (im Hintergrund: Ensemble)

@Jochen Quast: Dani­el Seni­uk (im Hin­ter­grund: Ensem­ble)

Am Don­ners­tag (21.2.) hat­te „Der Pro­zess“ im Mark­gra­f­en­thea­ter Erlan­gen sei­ne Pre­mie­re. Der Zuschau­er­raum war sehr gut gefüllt, Kafka’s Werk zieht offen­sicht­lich vie­le ver­schie­de­ne Genera­tio­nen ins Thea­ter. Unter der Regie von Con­stan­ze Kreusch („Kohl­haas“, „Leon­ce und Lena“) und der Dra­ma­tur­gie von Julie Pau­cker ist eine moder­ne Fas­sung enstan­den, die dem Text Kafka’s viel Raum lässt und ihn mit Schman­kerln fürs Auge (Büh­ne und Kos­tü­me von Petra Wil­ke) und span­nen­den Details ver­süßt. Wei­ter­le­sen