„Nichts bedeutet irgendetwas“

Nichts was im Leben wichtig ist_3

Foto: Gisela Hoffmann

 

Das Nichts ist extrem gefährlich. Das wusste schon Bastian Balthasar Bux. Wie gefährlich es erst werden kann, wenn es in die Hände von Jugendlichen gerät, zeigte das Gostner Hoftheater am vergangenen Dienstag in der Erlanger Garage anlässlich der Bayrischen Theatertage. Das Ensemble führte „Nichts. Was im Leben wichtig ist“ auf, ein Theaterstück, das auf dem gleichnamigen Jugendroman von Janne Teller basiert. Ein absolut nicht langweiliger Abend. Nicht vorhersehbar, nicht unglaubwürdig. Aber – ist das wichtig? Weiterlesen

Doch kein Verfremdungseffekt?

Furcht und Elend des Dritten Reiches_1

Fotograph: Sebastian Worch

 

Eine feine Brecht- Inszenierung bot am vergangenen Montag das Fränkische Theater Schloss Massbach anlässlich der Bayrischen Theatertage. Die Umsetzung von „Furcht und Elend des dritten Reiches“ entwickelte sich zu einem Theaterabend, in dem sich Komik einen harten Kampf mit Tragik leistete – und letztendlich Ironie hervorbrachte. Weiterlesen

Vollendete Leere

Laboratorium 1 - Die Graue Stunde 3

Steven Scharf, Sylvana Krappatsch, Fotograph: Julian Baumann

Weiches Licht erhellt eine karg eingerichtete Wohnung. Im Hintergrund sind dumpfe und eintönige Maschinengeräusche zu hören. Eine Frau und ein Mann kommen herein. Sie setzen sich. Er steht auf und gießt sich einen Kaffee ein. Die Frau setzt sich und schweigt. Raucht eine Zigarette. Nach zehn Minuten fällt der erste Satz: „Wie geht es dir?“ Er lässt sich Zeit mit seiner Antwort.

Und doch kann man in jeder Sekunde einen intensiven Dialog erleben: In Blicken, Haltungen und kleinen Veränderungen im Ausdruck vollzieht sich, das merkt man schon nach kürzester Zeit, etwas Großes. Die Blicke im Publikum um mich herum sind nach anfänglichem Tuscheln schon bald starr nach vorne fixiert und folgen jeder einzelnen Bewegung. Erstaunlich, denn diese karge Art der Inszenierung steht in großem Kontrast zu unseren sonstigen Sehgewohnheiten. Es gibt hier nur das Langsame, Eindringliche. Nicht mehr und nicht weniger als die graue Stunde vor Sonnenaufgang ist zu sehen. Und doch enthüllen sich zwei komplette Leben in der wundervollen Sprache der Autorin Ágota Kristóf. Kargheit und psychologisches Spiel lassen Lebendigkeit entstehen, die fesselt. Ein guter Anfang für die neue Laboratorium- Reihe der Münchner Kammerspiele, die Zino Weys Inszenierung „Die graue Stunde“ am Freitag anlässlich der bayrischen Theatertage im Redoutensaal in Erlangen präsentierten. Weiterlesen

Der Künstler und das Stahlgerüst

Kafka_3

Foto: Christian Flamm

Der Künstler ist einer, der in den Seilen hängt. Der manchmal dagegen ankämpft, lieber wirr vor sich hin redet und am liebsten singt. Er ist gebeutelt, natürlich, schließlich ist er eine Marionette. Das weiß er, obwohl er ungern darauf reagiert. An diesem schwülen Donnerstag Abend hängen auch die paar Zuschauer mit ihm in den Seilen, die sich zu Belacquas „Uraufführung! Kafka“ anlässlich der Bayrischen Theatertage eingefunden haben. Denn allzu schnell wird klar, dass sich einiges in diesen Seilen verknotet hat. Nur leider nicht der gesuchte Künstler.

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Woyzeck tanzt

Woyzeck_1

Foto: Henning Rosenbusch

Sind wir nicht alle ein bisschen Woyzeck? Zumindest am Anfang diesen Abends, als zehn Woyzecks mit rotunterlaufenen Augen einen polternden Arbeitertanz aufführen, könnte man das meinen. Es sind Bewegungen, mit denen wir alle auch heute etwas anfangen können: getrieben, schwer, fremd geleitet. Doch im Laufe der Coburger Woyzeck-Inszenierung, die am vergangenen Donnerstag anlässlich der Bayrischen Theatertage aufgeführt wird, wird das Bild des Gebeutelten schnell noch differenzierter.

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Materie lügt nicht

Die Opferung von Gorge Mastromas_1

Von links nach rechts: Volker J. Ringe, Florian S. Federl, Gerald Leiß, Iris Hochberger. Fotograph: Thomas Bachmann

Vergiss die Moral und begib dich auf Augenhöhe mit dem Universum.

Handele konsequenzlos und nimm dir was du willst.

Lüge um deine Ziele zu erreichen.

Und das Wichtigste: Mach keine Fehler.

In einer Welt voller Haifische kann nur der Gerissenste regelmäßig reißen. Wer über Leichen geht, um seine Ziele zu erreichen, dem steht nichts im Weg. Er erhält übersinnliche Fähigkeiten: Die Gabe, in die Zukunft zu sehen und diese zu beeinflussen. Die Gabe, den Status quo zu verändern und die Gabe, die Zeit anzuhalten.

Anlässlich der bayrischen Theatertage präsentierte das E.T.A.- Hoffmann Theater Bamberg am vergangenen Dienstag „Die Opferung des Gorge Mastromas“ von Dennis Kelly.

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Erlangen wird Theaterstadt

Gestern gings los – bis zum 31.Mai 2014 werden nun 28 Theater Erlangens Bühnen erobern. Das sind mindestens 28 Konzepte, viel mehr Menschen, Geschichten, Stimmungen und unzählige Ideen: Gestern begannen die Bayerischen Theatertage in Erlangen. Weiterlesen