„Ich mag Akkuschrauber“

Mit teilweise leicht beschwingtem Witz, aber vor allem auch mit tief ergreifenden Situationen nimmt die Inszenierung „Ich mag es wie es ist“ am 10.02.2011 die  Zuschauer des Experimentiertheaters mit. Mit in aus dem Leben gegriffene Szenen, die verdeutlichen, wie schön und zugleich schwierig es ist, sich selbst so zu mögen, wie man ist.

Die lebensbejahende Inszenierung von

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Verrückt ohne Liebe

Till Florian Beyerbach

Till Florian Beyerbach

Gestern abend am 30. Oktober 2010 amüsierte das „Tagebuch eines Wahnsinnigen“ die zahlreich erschienenen Zuschauer im Begegnungszentrum in der Fröbelstraße 6 in Erlangen. Die Kombination von Gogols „Aufzeichnungen eines Wahnsinnigen“ und Tschechovs „Krankenzimmer Nr.6“ zog durch die beeindruckende Leistung Till Florian Beyerbachs das Publikum im Handumdrehen in seinen Bann.

Das Theaterstück begann geradezu bedrohlich, als Regisseur Bäno Axionov mit stechenden Augen die Reihen der Zuschauer musterte und nach geflüsterten Informationen seiner Weiterlesen

Don Rosa in Nürnberg!

Bereits zum dritten Mal kam am 12. Oktober 2010 der berühmte Comiczeichner Keno Don Hugo Rosa – kurz: Don Rosa – nach Nürnberg. Der mehrfach preisgekrönte Zeichner signierte und zeichnete im Ultra Comix für seine Fans. Bis diese allerdings zu ihrer Zeichnung kamen, konnte es trotz fehlender Massen durchaus etwas dauern: Don Rosa nahm sich für jeden die nötige Zeit, um einen seiner bekannten Charaktere wie Donald Duck oder Mickey Maus zu zeichnen. Für die großen Fans dürfte es dabei unerheblich gewesen sein, dass alle Signaturen und Zeichnungen nur in ein Buch des Zeichners gegeben wurden. Wer kein Buch dabei hatte, konnte quasi in „letzter Sekunde“ ein Exemplar im Ultra Comix erwerben. War man dazu nicht bereit, ging man leider leer aus!

Der heute 59-jährige Zeichner begann bereits im Alter von acht Jahren mit seinen ersten Zeichnungen. Dabei wurde er besonders durch die klassischen Geschichten über Donald und Dagobert Duck aus den 50er Jahren – gezeichnet von Carl Barks – geprägt. Carl Barks bleibt bis heute sein Lieblingscomiczeichner.

Karima Wolter

Eine Reise zurück

Auf eine Reise zurück in die Vergangenheit nahm am 27. August 2010 der Dokumentarfilm „Die Frau mit den 5 Elefanten. Swetlana Geier – Dostojewskis Stimme“ von Vadim Jendreyko aus dem Jahr 2009 das Publikum des 30. Erlanger Poetenfestes.

Gezeigt wird das beeindruckende Leben Swetlana Geiers, einer Frau, die mit 85 Jahren alle fünf großen Romane Dostojewskis – die fünf Elefanten – übersetzt hat und damit als größte Übersetzerin der russischen Literatur ins Deutsche gilt. Getragen wird der Film von seiner Hauptdarstellerin, die mit dem unglaublichen Charisma einer intelligenten, hochgebildeten Frau die Zuschauer in ihren Bann zu ziehen weiß. Ihr netter Humor und das Zusammenspiel zwischen Bild und Ton brachte nicht selten ein Schmunzeln auf die Gesichter des Publikums, gelegentlich provozierte es sogar ein herzliches Lachen. Dennoch kam auch die ernste Seite nicht zu kurz. Swetlana Geier lebte zur Zeit Stalins in Kiew – ihr Vater wurde zu einem der wenigen politischen Gefangenen der Stalin-Zeit, die aus ihrer Haft entlassen wurden. Er starb an den Folgen der Folter, der er im Gefängnis ausgesetzt war. Nach der Besetzung Kiews durch die Deutschen im Zweiten Weltkrieg arbeitete Swetlana Geier als Übersetzerin für die Deutschen – und das, obwohl ihre jüdische Freundin mit allen anderen Juden, die zur Zeit der Besatzung in Kiew waren, durch die deutsche Wehrmacht erschossen wurde. Swetlana Geier wurde ein Stipendium der Humboldt-Stiftung in Aussicht gestellt, und als die Deutschen Kiew aufgeben mussten, gingen sie und ihre Mutter nach Deutschland.

Die junge Ukrainerin studierte in Leipzig, arbeitete später an der Uni und arbeitet noch im Alter von 85 Jahren fleißig an Übersetzungen der russischen Literatur.

Der Film verstand es durch die Kombination von filmischen Aufzeichnungen aus der Zeit der Sowjetunion, heutigen Aufnahmen und Filmszenen, einen bewegenden Eindruck über das Leben dieser Frau zu vermitteln, die mit ihrer Begeisterung für die Sprachen und das Übersetzen Ehrfurcht einflößen muss. Da können auch leichte Anlaufschwierigkeiten, die der Film zu haben schien, leicht vergessen werden.

Zum krönenden Abschluss entließen der Regisseur und seine Hauptdarstellerin das Publikum mit einer wahrhaft amüsanten Szene, die im ganzen Publikum Anlass zu „herrlichem“ Gelächter bot!

Karima Wolter