Will Sparks – Das australische Multitalent im Interview

Will Sparks ist nicht nur einer der Namen im „Melbourne Bounce“ , sondern hat sich mittlerweile mit einem großen und vielfältigen Soundbild etabliert und eine gewaltige Fanbase um sich scharen können. Musikbegeistert und talentiert war er schon sehr früh, wie er uns im Interview verraten hat. Wir haben Will Sparks auf dem Open Beatz Festival getroffen und zudem mit ihm über sein aktuelles Verhältnis zum Melbourne Bounce, bedeutsame Songs und seine Beziehung zum paradiesischen Far Out Festival gesprochen.

Will Sparks im Interview mit dem Reflexmagazin. Bild: Dominik Unbehaun.

Reflex: Hallo und vielen Dank für das Interview. Du warst nun schon öfter hier. Was würdest du sagen zeichnet das Festival für dich aus?

Will Sparks: Ich weiß nicht. Es fühlt sich so an als wäre es eine große Familie. Weißt du was ich meine?

Und vor allem die Stage. Die Wiese geht wie eine Art Rampe bergauf. So kann man das komplette Publikum sehen – von der ersten Reihe bis zur letzten Reihe sind alle direkt vor dir. Das sind meine Erinnerungen an das Open Beatz. Und ich liebe es! Weil es so viel Power ist. Es hat einfach einen ganz besonderen Vibe.

Reflex: Ja so kann man halt die ganze Energie spüren!

Will Sparks: Auf jeden Fall. Hier ist immer so viel Energie. Und die Leute reagieren auf deine Musik und kommen hierher, um zu tanzen und eine gute Zeit zu haben.

Reflex: Was können wir vom Set erwarten?

Will Sparks: Ich möchte, das alle hyped sind und viel springen. Es wird viele düstere Produktionen geben, aber natürlich auch welche, die eher Feel Good sind. So eine Art Allrounder.

Reflex: Wie fühlt es sich für dich an so einen großen Einfluss auf ein Genre in der Musik zu haben? Du bist einer der großen Stars des „Melbourne Bounce“.

Will Sparks: Yeah.. Ich meine „Melbourne Bounce“ war das, was mich hierzu gebracht hat. Leute haben den Sound gefeiert, aber nun habe ich ihn verändert zu einem, keine Ahnung wie man es genau definieren soll, hartem Techno Sound. Aber er enthält natürlich auch etwas von meinem alten Soundbild. Ich entwickle mich ständig und möchte mich immer verbessern. Ich versuche immer wieder die Szene und die Musik zu verändern und frische Inputs für die neuen aufsteigenden Leute und mich zu geben. Wenn man immer nur dieselbe Musik spielen würde, würde man verrückt werden…

Reflex: Was ist für nächstes Jahr geplant? Kommen neue Projekte?

Will Sparks: Wir touren aktuell durch Australien und Europa mit einem kompletten Set und haben eine ganze Show mit Timecodes und Lichtern visualisiert und geplant. Von hier bis zum Ende des Jahres gehen wir noch nach Amerika, Asien, zurück nach Australien und so weiter. Ich habe gerade viel zu tun. Ich verändere mich gerade konstant und wir wollen einfach wieder steil gehen seit Corona. Ich werde nicht langsamer, sondern so viel geben wie nur möglich!

Reflex: Das Musikgenre „Melbourne Bounce“: Was ist der Unterschied in deinem Land zu anderen Ländern?

Will Sparks: Es wurde auf alle Fälle zu viel gespielt. „Melbourne Bounce“ ist nicht mehr wirklich ein Ding. Es wurde zu viel genutzt. Es war eine gute Zeit und ich habe den Sound gemocht, außerdem hat er mich zudem gemacht der ich heute bin. Der Unterschied zu anderen Ländern ist, dass es nur einen eingeschworenen Kreis an Clubs in Australien gab. Niemand anderes hat das Genre verstanden. Und als es dann international erfolgreich wurde, gab es ein wirklich schönes Movement an dem wir gesehen haben, wie Leute es so sehr genossen haben wie wir in unserer Heimat.

Reflex: Also kann man sagen, dass das Genre tot ist?

Will Sparks: Kein Genre ist jemals tot. Ich denke, dass es aktuell nicht mehr funktioniert und präsent ist. Das Genre gibt mir nicht mehr das, was es mal getan hat und ich mache nun das, was ich aktuell liebe. Es wird wiederkommen und auch zu mir zurückfinden. Wir werden dann sehen was es Neues mit sich bringt.

Reflex: Ich habe gelesen, dass du zum Gitarre spielen über das Videospiel Guitar Hero gekommen bist. Stimmt das?

Will Sparks: Ja, das ist lange her. Das hat mich zum Heavy Metal gebracht und mich motiviert mit dem Gitarre spielen anzufangen. Ich habe vier Jahre lang Gitarre gespielt und war ein großer Heavy Metal Fan.

Reflex: Das ist wirklich cool.

Reflex: Glaubst du das DJing kann auch durch Spiele oder Programme wie DJ Hero gelernt werden?

Will Sparks: Also produzieren denke ich nicht. DJing vielleicht an der Konsole, weil es schon gut die normalen Umstände simulieren kann. Also eine Guitar Hero Version mit einem kompletten DJ Set wäre sicher cool, aber produzieren ist ein ganz anderes Level. Es ist ein individuelles Kreieren von einem Sound, der am Ende dann noch zusammen funktionieren muss und so weiter.

Reflex: Deinem Instagram nach zu urteilen ist Far Out ist ein spezieller Gig für dich. Was macht dieses Festival oder die Location so besonders?

Will Sparks: Zu allererst ist es wirklich ein wunderschöner Ort. Es ist kein touristenüberfluteter Ort, deswegen ist es mehr ein Party Ort für junge Leute als für alte Menschen. Und er wurde immer gut von Australiern besucht. Nicht mehr so sehr seit Corona nun ist es schon mehr multikulti. Ich war sozusagen ständig da, weil halt alle Australier da waren und ich durchgehend gebucht wurde, weil ich Australier bin. Das sind sozusagen die Verhältnisse. Wir sind eine Art Familie geworden mit den Leuten von der Insel. Es ist auch einfach so entspannt da und gibt keinen Stress. Wunderschönes blaues Wasser, unglaubliches Essen, … Ich liebe es einfach!

Reflex: In einem Interview hast du auch mal gesagt, dass der Song „Nevermind“ eine große Bedeutung für dich hat.

Will Sparks: Ich hab was gesagt? (lacht). Echt jetzt?

Reflex: Das haben die da geschrieben. Deswegen habe ich mich auch gefragt was dahinter steckt.

Will Sparks:  Nein, der ist nicht wirklich besonders für mich. Ich habe den ein- zwei Mal gespielt und das wars. Deswegen würde ich nicht sagen, dass er außergewöhnlich ist. Das macht keinen Sinn für mich (lacht).

Reflex: Aber gibt es einen Song, der eine wichtige Bedeutung für dich hat?

Will Sparks: Ja, ich würde sagen „Take Me“. In meiner Melbourne Bounce Zeit war dieser Song ein emotionalerer. „My Time“ ist wahrscheinlich der mit der größten Bedeutung. Aber ich habe mal einen Song namens „Kerfu“ gemacht. Das ist schon länger her. Ich habe den geschrieben als ein Freund von mir gestorben ist als wir noch Kids waren und das war sein Spitzname. Ich habe den Song geschrieben und nach ihm benannt.

Reflex: Letzte Frage. Du bist so viel unterwegs. Kannst du das noch genießen?

Will Sparks: Ja manchmal. Manchmal auch nicht. Wir kamen hier früher an. Ich konnte also ins Fitnessstudio gehen und ein bisschen die Stadt anschauen. Das hat sich gut angefühlt. Und morgen geht’s dann schon wieder weiter zum nächsten Ort. So ist das halt nun mal.

Reflex: Danke für das Interview.

Will Sparks: Vielen Dank. Ich habe es genossen!

Das Interview führte Nico Hilscher

Weiterführende Informationen zu aktuellen Veröffentlichungen und kommenden Releases findet ihr auf der offiziellen Homepage von Will Sparks und seinem Instagram-Account.

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