Ein blutiger Pfad bis zur Unabhängigkeit – Morgen läuft an…

mitternachtskinder_plakat…Deine Info über das Neueste aus den Independent-Kinos.

Keine Lust auf traditionelles Eiersuchen oder studentisches Bier-Suchen zu Ostern? Dann ab mit euch ins Kino! Am Donnerstag (28.3.) läuft in den Manhattan-Kinos die Verfilmung „Mitternachtskinder“ nach dem preisgekrönten Roman von Salman Rushdie an. Der Uferpalast in Fürth zeigt in seiner New-Hollywood-Reihe „Der Pate“ (Fr-Mo) und „Asphalt Cowboy“ (Do und Mo), im Nürnberger Casablanca werden unabhängig vom normalen Kinoprogramm die Filme „Die Besucher“, „Unter Menschen“ und „Anfang 80“ gezeigt. Die Pallette an spannenden Filmen ist in dieser Woche also groß. Wir können es euch allerdings nicht verübeln, wenn ihr zu Ostern die Leckerbissen eher außerhalb des Kinosaals sucht. Trotzdem nicht vergessen: Studententag (5 Euro) ist montags im Manhattan und donnerstags im Lamm, Kino-Tag (6 Euro) ist immer mittwochs.

 

Mitternachtskinder – ein Film von Deepa Metha, u.a. mit Satya Bhabha, Shahana Goswami, Shabana Azmi

 

Der lange Weg zur Unabhängigkeit Indiens:

Seit 1983 sind 30 Jahre vergangen. Damals bekam Salman Rushdie den Booker Prize für seinen Roman Mitternachtskinder. Darin beschrieb er die Geschichte von Saleem Sinai, der exakt zur Mitternacht des 15. August 1947 geboren wird, dem Tag der Unabhängigkeit Indiens. Im Rückblick auf sein Leben erzählt er die Geschichte seiner Vorfahren, die an allen wichtigen historischen Ereignissen seit Beginn des 20. Jahrhunderts passiv teilnahmen: Dem Massaker von Amritsar 1919, bei dem 379 Menschen, die für die Unabhängigkeit Indiens friedlich demonstrierten, von britischen  Soldaten nieder geschossen wurden; den Aufrufen und Widerstandsbekundungen Mahatma Gandhis und den immer wiederkehrenden Konflikten zwischen Indien und Pakistan. Saleems selbst gerät in die Ereignisse hinein, flieht zwischen Pakistan und Indien hin und her und leidet vor allem unter dem Regime von Indira Gandhi.

Großbritannien/CA 2012
ein Film von Deepa Mehta
146 Min., frei ab 12 Jahren

in den Manhattan-Kinos:
28.03. ,29.03., 30.03 und 31.03. jeweils ab 17:30
Ab 1.04. ab 17:30 und 20:15.

 

Die Umsetzung im Film:

Der Film scheint den Fokus jedenfalls zu Beginn auf noch eine andere Geschichte zu legen: Der absichtliche Tausch zweier Kinder kurz nach ihrer Geburt. So kommt es, dass ein Kind wohlhabender Eltern bei armen Leuten aufwächst und anders herum. Sie treffen sich im Laufe der Geschichte und entzweien sich durch verschiedene politische Ansichten. Der Trailer zeigt allerdings auch Liebesgeschichten und zeichnet insgesamt eher ein seichtes Gesamtbild des Films.

Das ist nicht ganz verkehrt, denn Salman Rushdie’s Saleem hat schon im Roman eine Sicht auf die Geschichte Indiens, die zwischen Realität und Mythos schwankt und das macht auch das Buch aus. Wenn auch im Film diese Grenze verwischt wird, so ist das nur ein gutes Zeichen. Es bleibt jedoch zu hoffen, dass bei 147 Minuten neben Liebe und Bruderzwist noch genug Zeit für die politischen Geschehnisse vor 1947 bleibt. Und Trailer können zum Glück täuschen. Im Zweifelsfall ist aber das Buch detaillierter und die Reise in eine andere Welt dauert länger an. Eine Leseprobe des Rowohlt Verlags gibt es hier.

Kartoniert/Broschiert, 752 Seiten
Aus dem Englischen übersetzt von Karin Graf
Rowohlt Taschenbuch Verlag
11,99 Euro
ISBN: 978-3-499-23832-1
 

Paula Linke

Das „Morgen läuft an…“ der letzten Woche findet ihr hier.

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