Mondscheinbrüder zwischen LPs

Kellerkommando

Kellerkommando

Zwischen neongelbem Hutband am Zylinder und knalligen Wadlnwärmern blitzen Blasinstrumente auf. Das Akkordeon bestimmt den Beat, die Hosenträger wippen im Takt. Sie sehen schräg aus und machen kräftig Stimmung im Plattenladen: Kellerkommando trat bei der Plattenladenwoche im Bongartz in Erlangen auf. Die siebenköpfige Band ist eine Mischung aus fränkischer Volksmusik und deutschen Rap. Sie gehen ganz schön ab zu ihren Mundart-Texten, bei denen Auswärtige auch bei der besten Akustik nicht alles verstehen können.

2009 gründete sich Kellerkommando in Bamberg, sie wollen den miefigen Ruf der Volksmusik förmlich wegpusten. Und das gelingt ihnen, besonders Ali A$ motzt die närrische Band mit seinen Raptexten auf. Er spielt den Coolen in der siebenköpfigen Gruppe, mit Sonnenbrille und grünlichgelben Jogging-Anzug, dazu passende Turnschuhen, und ein kleines Augenzwinkern. Die anderen springen im Takt oder marschieren durchs Publikum und treiben ihre Späße. Die gute Laune schwappt sofort aufs Publikum über, obwohl das Konzert so schnell wieder vorbei ist.

Mit diesem Rezept gewannen sie 2011 den Creole-Weltmusik-Wettbewerb. Dieses Jahr haben Dada Windschi, Ali A$, Bassist Sebastian Schubert, Keyboarder Patrick Köhler, Trompeter Stefan Schalanda, Posauinist Ilya Khenkin und Drummer Norbert Weinhold die EP „Mondscheinbrüder“  mit Studioaufnahmen aufgenommen, 2013 soll dann ein Album erscheinen.

Wer sie live erleben will, sollte sich den 21. 12. im Hirsch in Nürnberg vormerken.

Doch die Plattenladenwoche im Bongartz ist noch nicht vorbei, morgen kommt Tim McMillan (17:00) und am 20.10. spielt Helmut Haberkamm, bereits um 13:00.

Johanna Meyr

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