Junge Literatur unter rauschendem Grün

Am Nebenpodium II lasen am Samstagnachmittag vier viel versprechende Nachwuchsautoren, Hanna Rauh, Stefan Winter, Rebekka Knoll und Carolin Hensler.

Im Namen von Wortwerk präsentieren sie Kurzgeschichten, haben aber auch schon andere Formen ausprobiert, wie Rebekka, deren Theaterstück „Einfußinseln“ 2009 in Erlangen aufgeführt wurde oder Carolin Hensler, die bereits am vierten Teil einer bislang unveröffentlichten Fantasy-Jugendbuchreihe arbeitet. Rebekka war 2009 unter den Gründungsmitgliedern von Wortwerk, das schon ursprünglich aus Erlangen kommt, dann nach Nürnberg umgezogen ist und jetzt wieder neu auflebte in diesem Städtchen, wie Christian Schloyer, ein Urgestein von Wortwerk und Moderator des Nachmittags, noch einmal erklärte.

Die Blätter der Bäume im Schlossgarten rauschen gewaltig, als jede der drei Autorinnen und Stefan Winter zu ihren Geschichten greifen. Stefan ist ein sehr unkonventioneller Schreiber, er bedient sich sämtlicher Genres, will Grenzen durchbrechen, die man sich nur selber setzt. So lässt er mitten in seinem Vortrag Fragebögen austeilen. Ich weiß nicht so recht, was ich mit Fragen wie: „Stört es dich, dass ich krank bin? – Ja – Nein“ oder „Auf einer Skala von 1 bis 10, findest du mich sympathisch?“ anfangen soll, originell sind sie aber schon irgendwie. Hanna wählt eher den klassischeren Weg mit ihrer Geschichte „Nichtmusik“, sie beschreibt die Situation eines Konzerts, aus der Sicht des Musikers kurz vor Beginn. Da sie selbst lange Klavier gespielt hat, kennt sie den kurzen Moment von Lampenfieber vor einer Aufführung.

Carolin erzählt von einer Bäckereifachverkäuferin, die dem attraktiven und machtverliebten Adam verfällt. Als sie sich während der Studentenproteste im Audimax aufgehalten habe, sei ihr die Geschichte eingefallen. Und Rebekka erzählt die Sommerliebe von Nick und Line, die sich in Pantomime, Schreiben und Erklären à la Activity kennenlernen.

Frisch und originell kommen die Geschichten an, hoffentlich wird man noch viel von den aufgeweckten Schreibkünstlern zu hören und lesen bekommen!

Johanna Meyr

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