Bruchstücke aus dem Leben

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Die Netz­fli­cke­rin ist buch­stäb­lich am Boden zer­stört.

Eine Lie­bes­er­klä­rung an die Uner­gründ­lich­keit der Sehn­sucht, eine Lie­bes­er­klä­rung an das Meer“, beschreibt die Stu­dio­büh­ne Erlan­gen ihr neu­es Stück Bruch­stü­cke auf ihrer Home­page. Am 17. März war Pre­mie­re im Fran­ken­hof­saal. Und ja, es geht um Sehn­sucht. Es geht auch um das Meer. Aber geht es nicht noch um viel mehr? Um die gro­ße Welt und die Schick­sa­le ein­zel­ner, um Bruch­stü­cke aus dem Leben selbst. All das kom­pri­miert auf eine Insze­nie­rung. Die Zuschau­er wer­den 75 Minu­ten lang von einer Wel­le aus fas­zi­nie­ren­den, poe­ti­schen und phi­lo­so­phi­schen Lebens­ge­schich­ten mit­ge­ris­sen. Von Frag­men­ten aus Lebens­ge­schich­ten. Wei­ter­le­sen

Rückert!

RückertDer Geist der Zeit, per­so­ni­fi­ziert als Ent­de­cker, erblickt, von einem gur­ren­den Stor­chen beglei­tet, ein rie­si­ges schild­krö­ten­ar­ti­ges Geschöpf. Die­ses Geschöpf ent­puppt sich als schla­fen­des Weibs­bild, das, als es erwacht, von einem Traum berich­tet, in dem es zur Stra­fe für Unzucht in die Insel „Cor­si­ca“ ver­wan­delt wur­de. Dem Ent­de­cker schwant Böses und – die Schau­spie­ler fal­len aus ihrer Rol­le, weil sie das, was sie da spie­len, ein­fach nicht ernst neh­men kön­nen. Ver­ständ­lich, ganz so über­zeu­gend ist die­ses Dra­ma von Fried­rich Rück­ert nicht. Wei­ter­le­sen

Bizarrer Biedermann

Biedermann (Timo Sestu) gerät in Rechtfertigungsnöte: Der Chor redet ihm ins Gewissen (Foto: Dennis Dreher)

Bie­der­mann (Timo Ses­tu) gerät in Recht­fer­ti­gungs­nö­te: Der Chor redet ihm ins Gewis­sen (Foto: Den­nis Dre­her)

Ein Bür­ger, grund­sätz­lich gezeich­net von Panik vor mög­li­cher Brand­stif­tung, wie er sie aus der Zei­tung kennt, lässt zwei Brand­stif­ter bei sich ein­zie­hen, hilft ihnen beim Ver­mes­sen der Zünd­schnur und ver­sorgt sie mit den not­wen­di­gen Streich­höl­zern. Bizar­re­rie à la Max Frisch. Die wird bei der Pre­mie­re von Bie­der­mann und die Brand­stif­ter insze­niert von Mir­jam Novak mit Schau­spie­lern der Stu­dio­büh­ne im Rah­men des Begleit­pro­gramms zur Aus­stel­lung Affek­te im Kunst­pa­lais, über­zeu­gend trans­por­tiert. Wei­ter­le­sen

Familiendrama im Frankenhof

Martin Seeburg

Mar­tin See­burg

Herz­lich Will­kom­men zu Big Dad­dy Pol­litts 65. Geburts­tag!“ Die Stu­dio­büh­ne Erlan­gen zeigt „Die Kat­ze auf dem hei­ßen Blech­dach“ frei nach Ten­nes­see Wil­liams. Doch Vor­sicht! Die Gäs­te erwar­tet kein zah­mer, alter, lie­bens­wer­ter Herr, kein lie­ben­der Vater, Ehemann und Groß­va­ter. Nein! Big Dad­dy (Mar­tin See­burg) ist mür­risch, leicht reiz­bar und eigent­lich von allen Men­schen um ihn her­um genervt. Alles Lüg­ner und Tau­ge­nicht­se. Alle, bis auf Brick (Tho­mas Jakob). Wei­ter­le­sen

In die Welt der Amazonen

Kristin Vogel

Kris­tin Vogel

Timo Ses­tu insze­niert in der studiobühne.erlangen Kleists „Pen­the­si­lea“. Die Pre­mie­re wird am 19. März, 20 Uhr im Fran­ken­hof-Saal statt­fin­den. In unse­rem Inter­view spricht Ses­tu natür­lich über sei­ne Insze­nie­rung, aber auch über den wei­te­ren Ver­lauf der Spiel­zeit, über die Stü­cke, die uns noch erwar­ten und über das geplan­te mehr­tä­gi­ge Thea­ter­fest anläss­lich des 240. Geburts­ta­ges stu­den­ti­schen Thea­ters in Erlan­gen, für das alle Stu­den­ten auf­ge­ru­fen sind, sich  mit eige­nen Pro­jek­ten bei dem Aus­schrei­ben zu bewer­ben. Wei­te­re Infos dazu und ein Video der „Penthesilea“-Inszenierung gibt es hier: Wei­ter­le­sen

Wer hat Angst vor der Mutter Courage?

Mut­ter Cou­ra­ge und ihre Kin­der — Stu­dio­büh­ne Erlan­gen

Es ist auf­fäl­lig, dass die Stu­dio­büh­ne Erlan­gen vor allem immer bes­se­re Schau­spie­ler auf­wei­sen kann, neben der immer span­nen­der wer­den­den Aus­wahl an Stü­cken und deren Umset­zung. Erin­nern wir uns allein an die letz­te Spiel­zeit. „War­ten auf Godot“, „Nach dem Früh­lings­er­wa­chen“, „Faust“. Nor­ma­ler­wei­se graust es einem als Thea­ter­wis­sen­schaft­ler vor Lai­en­schau­spiel, star­rem am-Text-Kle­ben-Blei­ben und Stu­dio­büh­nen. In der Stu­dio­büh­ne Erlan­gen dage­gen ver­su­che ich inzwi­schen, kei­ne neue Insze­nie­rung zu ver­pas­sen. Und es lohnt sich immer wie­der! Nach einem  impo­san­ten Auf­takt der Stu­dio­büh­ne mit „Remain Cheer­ful till the End“, wag­te sie sich für ihre zwei­te Insze­nie­rung der jet­zi­gen Spiel­zeit unter der Regie von Mat­thi­as Nad­ler und der Dra­ma­tur­gie von Maxi­mi­li­an Nix an einen der gro­ßen Bro­cken des letz­ten Jahr­hun­derts — Brecht’s „Mut­ter Cou­ra­ge und ihre Kin­der“. Und das mit Erfolg! Wei­ter­le­sen

Und plötzlich ist Faust schön…

Faust küsst Gretchen

stu­dio­büh­ne Erlan­gen „Faust“

Die Schau­spie­ler der Stu­dio­büh­ne Erlan­gen haben sich unter der Regie von Marie-Chris­tin Schwab an eine neue Per­spek­ti­ve des Faust­stoffs gewagt, die in meh­re­ren Stü­cken Shake­speares schon gang und gäbe ist, einem Text aus Goethe’s Feder bis­her aller­dings fremd war: Faust ist eine Frau. Was ursprüng­lich als  Not­lö­sung gedacht war, ent­wi­ckel­te sich zum Erfolg der Insze­nie­rung. Ein herz­er­fri­schend gelun­ge­nes Expe­ri­ment. Wei­ter­le­sen