Tresenlesen III: Im Rausch mit Hermann Große-Berg

Bild: Sebas­ti­an Schroth

Er kokst, hängt an der Nadel, trinkt regel­mä­ßig und gibt sich mit Joints den Rest – und liest neben­bei noch aus Wer­ken von Goe­the, Ben­ja­min Stuckkrad-Bar­re oder auch Wal­ter Ben­ja­min vor: Her­mann Gro­ße-Berg prä­sen­tiert einen etwas ande­ren Lite­ra­tur-Abend im Entla’s Kel­ler auf dem Gelän­de der Berg­kirch­weih.

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Konfrontation im Theatercafé

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Ein Mann, gespielt von drei­en: (v. li.) Her­mann Gro­ße-Berg, Charles P. Camp­bell, Ralph Jung. Bild: © Jochen Quast.

Das Erlan­ger Thea­ter­ca­fé als Spiel­ort ist eine sehr gute Idee. Gut und wir­kungs­voll. Die Auf­füh­rung von „Viel gut essen“ ereig­net sich näm­lich mit­ten unter den Zuschau­ern (oder soll­te man bes­ser sagen: Café-Besu­chern?). Eini­ge waren schon zum Essen hier, bevor die Vor­stel­lung begon­nen hat. Vie­le trin­ken ein Glas Wein oder einen Kaf­fee. Men­schen­mas­sen pas­sen ohne­hin nicht in den Raum. Es ist also eine gemüt­li­che Atmo­sphä­re unter Kurz­zeit-Lebens­ab­schnitts-Bekann­ten.

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Bleiben oder sterben

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Im Vor­der­grund: Sha­na Sophie Brandl als Ami­ra. Bild: © Jochen Quast

Ich wer­de nur einen Ver­such brau­chen“, sagt Ami­ra über­zeugt. Und meint einen Ver­such, sich umzu­brin­gen – wenn sie aus Deutsch­land aus­ge­wie­sen wird. Den Satz sagt sie direkt in die Kame­ra. Das Video lädt sie auf You­Tube hoch, wie die Zuschau­er bei der Pre­mie­re von Heimat.com am 3. Juni in der Gara­ge Erlan­gen erfah­ren. Medi­en­kri­tisch, sati­risch und aktu­ell ist Hol­ger Scho­bers Stück.
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Flüchtlingsfrage und Elfenbeinturm

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Die Podi­ums­dis­kus­si­on fand im Senats­saal statt.

Hat die Uni­ver­si­tät die Auf­ga­be sich ein­zu­mi­schen oder soll sie in ihrem Elfen­bein­turm blei­ben?“ Das ist eine Fra­ge der Lite­ra­tur­wis­sen­schaft­le­rin und Dis­kus­si­ons­mo­de­ra­to­rin Chris­ti­ne Lub­koll am Abend des 11. April 2016. Der Tag, an dem die Ring­vor­le­sung „Die Flücht­lings­fra­ge – inter­dis­zi­pli­nä­re Per­spek­ti­ven“ mit einer Podi­ums­dis­kus­si­on eröff­net wird. Allein durch die­se Ver­an­stal­tung, meint sie, ver­las­se man den Elfen­bein­turm. Und der Vize­prä­si­dent für Inter­na­tio­na­les, Gün­ter Leu­ge­ring, spricht von den Chan­cen und Mög­lich­kei­ten des Dis­kur­ses an der Uni­ver­si­tät Erlan­gen-Nürn­berg (FAU). Ob die Dis­kus­si­on span­nend wird? Wei­ter­le­sen

Männer sind vom Mars, Frauen von der Venus?

Lächeln Sie nicht zuviel_ (c) Karoline Felsmann

Sze­ne aus „Lächeln Sie nicht zuviel“, Bild: © Karo­li­ne Fels­mann

Lächeln Sie nicht zuviel. Ralph Jung probt Emi­lia Galot­ti“ — ein inter­es­san­ter Titel, der nicht all­zu viel ver­rät. Das Thea­ter Erlan­gen zeigt im Rah­men der „Werk­schau: Les­sing“ vom 3. bis zum 8. März unter ande­rem die­ses Stück. Im Inter­view mit Regis­seu­rin Anni­ka Schwei­zer geht es um die Insze­nie­rung und das Män­ner- und Frau­en­bild in unse­rer Gesell­schaft. Mögen alle Frau­en pink und alle Män­ner Fuß­ball?

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kultur>kolumne: Flüchtlingspolitik im Theater

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Das Flücht­lings­the­ma am Thea­ter Erlan­gen: „Wir sind kei­ne Bar­ba­ren!“, Bild: © Jochen Quast

Sind Künst­ler poli­tisch? Beschäf­ti­gen sie sich mit aktu­el­len The­men?
Sie müs­sen nicht, aber sie kön­nen. Dann ist Kunst nicht „nur“ ästhe­tisch oder schön. Dann hat sie eine Bot­schaft, regt zum Nach­den­ken an, gibt viel­leicht den Anstoß zu Ver­än­de­run­gen. Wenn ein The­ma die Gesell­schaft so sehr bewegt, wie die Zuwan­de­rung von Flücht­lin­gen, beschäf­ti­gen sich auch Kul­tur­schaf­fen­de damit. Auf ihre eige­ne Wei­se.
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Hexen in der Hugenottenkirche

TE1-Hexenjagd_(c) Jochen Quast

Die Mäd­chen schei­nen vom Teu­fel beses­sen zu sein. Foto: © Jochen Quast

Salem 1692: 20 Men­schen wur­den hin­ge­rich­tet. Mehr als 200 wei­te­re der Hexe­rei beschul­digt. Nur durch Geständ­nis­se und Denun­zia­tio­nen konn­ten Men­schen der Todes­stra­fe ent­ge­hen. In vie­len Fäl­len wur­den sie gefol­tert. Das Thea­ter­stück Hexen­jagd von Arthur Mil­ler beruht auf wah­ren Bege­ben­hei­ten.
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Gott ist in einer Tüte“

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Chris­ti­an Win­cierz, Vio­let­ta Zupan­cic. Foto: © Jochen Quast.

In einer Tüte? Gott? So schnell kann ein Zitat, aus dem Zusam­men­hang geris­sen, für Ver­wir­rung sor­gen. Und schon sind wir mit­ten im Thea­ter­stück Unschuld, geschrie­ben von Dea Loher, insze­niert von Kat­ja Ott am Thea­ter Erlan­gen. „Gott ist in einer Tüte“, sagt der ille­ga­le afri­ka­ni­sche Ein­wan­de­rer Fadoul (Patrick Nel­les­sen) zu den ande­ren Cha­rak­te­ren. Ver­ständ­nis­lo­sig­keit. Nur die Zuschau­er haben eine Ahnung, wovon er spricht. Wei­ter­le­sen

Leiden und Lachen

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Die Lei­den des jun­gen Wert­her“ am Thea­ter Erlan­gen. Foto: © Lud­wig Olah

Die Lei­den des jun­gen Wert­her“ muss Tra­gik, Trau­er und – nicht zu ver­ges­sen – gro­ße Emp­find­sam­keit ent­hal­ten? Goe­thes Brief­ro­man lie­fert von allem mehr als genug. 1774 kam das bei den Lesern gut an – so gut, dass Wert­hers Lösung für Lie­bes­kum­mer rei­hen­wei­se Nach­ah­mer fand. Aber heu­te? Der Gefühls­über­schwang trifft nicht mehr ganz den Nerv der Zeit. Viel­leicht auch bes­ser so. Wo wür­de es denn hin­füh­ren, wenn sich jeder, der Lie­bes­kum­mer hat, gleich umbringt? Das heißt aber nicht, dass man den klas­si­schen Stoff nicht mehr auf die Büh­ne brin­gen kann. Wie es das Thea­ter Erlan­gen getan hat.

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Fanatisch Verehrte, verehrte Fanatische

Die Jungfrau_1(c)Ludwig Olah

Lio­nel (Chris­ti­an Win­cierz) und Johan­na (Vio­let­ta Zupančič). Foto: © Lud­wig Olah

 

Schwarz zeich­net sich die Sil­hou­et­te einer Frau vor dem wei­ßen Licht des Schein­wer­fers ab. Kunst­rauch, der an Nebel erin­nert, wabert um sie her­um. Der Rest der Büh­ne ver­schwin­det in unge­wis­ser Dun­kel­heit. Wo beginnt, wo endet die Büh­ne? Durch den Rauch und das Licht ent­steht die Illu­si­on von uner­mess­li­cher Tie­fe und Wei­te. Vogel­ge­zwit­scher ist zu hören. Es ist nicht schwer, sich vor­zu­stel­len, dass hin­ter dem fei­nen Nebel ein Wald beginnt. Viel­leicht auch Fel­der? Ein länd­li­ches Dorf? Die Ant­wort über­lässt Regis­seur Tho­mas Kru­pa der Fan­ta­sie jedes ein­zel­nen Zuschau­ers. Er sorgt dafür, dass aller Augen sich auf jene Frau rich­ten, die in die­ser Sze­ne wie von einem Hei­li­gen­schein umge­ben scheint: „Die Jung­frau von Orleans“.

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