Die Lust am Anderen

42389Ann Cotten ist kein literarischer Noname – und dennoch werden die wenigsten diesen Namen bisher gehört haben. Das ist nicht schlimm, immerhin hat sich das soeben bereits geändert. Sie wurde 1982 in Iowa geboren, was erklärt, warum sie als deutschsprachige Autorin einen Namen hat, der so klingt, als hätte sie einen deutschen Übersetzer. Nun, den hat sie nicht. Dass der Leser mitunter einen bräuchte, darauf kommen wir nun zu sprechen. Weiterlesen

Komprimierte Absurditäten

Cover zu "Nacht und Träume" von Samuel Beckett (Quelle: Suhrkamp Verlag).

Cover zu Nacht und Träume von Samuel Beckett (Quelle: Suhrkamp Verlag).

Seine Stücke gehören in den Grundkanon der europäischen Literatur des zwanzigsten Jahrhundert. Seine Stücke drücken Absurdität, Atheismus, Desillusionierung und Existenzialismus aus. Seine Stücke wirken oft abwegig und sinnlos – und genau dahinter verbirgt sich der Sinn der Absurdität des Daseins. Die Rede ist natürlich vom irischen Schriftsteller Samuel Beckett, der 1969 den Literaturnobelpreis erhielt und seine meisten Werke in Englisch und Französisch verfasste. Jedoch kennen die meisten nur sein Drama Warten auf Godot – und vielleicht noch Endspiel. Das möchte der Suhrkamp Verlag ändern, indem er Becketts kurze Stücke in einem Band herausgegeben hat.

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Erinnerungen an den Mond

42415Der Mond hat die Menschen immer schon fasziniert. Nun scheint es aber, dass das Zeitalter der Raumfahrt sich dem Ende zuneigt – oder in eine nächste Stufe eintritt. Der Mond scheint mittlerweile nur noch eine Zwischenstation auf dem Weg zur Eroberung fernerer Welten. Ein Gestirn von zweifelhaftem Nutzen. Für Durs Grünbein ist das Anlass genug, einen Gedicht-Zyklus über den Mond zu schreiben. Weiterlesen

Über die Empathie zum Tier

Saftige Steaks. Die waren mal Lebewesen (Quelle: Wikimedia Commons/  PDPhoto.org).

Saftige Steaks – die waren mal Lebewesen (Quelle: Wikimedia Commons/ PDPhoto.org).

Spätestens seit Safran Foers Tiere Essen (Kiepenheuer & Witsch, 2010) oder Sue Donaldsons und Will Kymlickas Zoopolis (Suhrkamp, 2013) ist das Thema Tierethik im Zentrum des öffentlichen Diskurses gelandet und der Büchermarkt wird regelmäßig geflutet mit neuer diesbezüglicher Literatur. Wir geben eine knappe Übersicht über die neuesten, erwähnenswertesten – meist aus vegetarischer oder veganischer Perspektive verfassten – Werke.

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Ein bisschen Max Frisch in Berlin

Cover von "Aus dem Berliner Journal" von Max Frisch (Quelle: Suhrkamp Verlag).

Cover von Aus dem Berliner Journal von Max Frisch (Quelle: Suhrkamp Verlag).

Seit ein paar Tagen sind sie endlich veröffentlicht: die Tagebücher, die der Schweizer Schriftsteller Max Frisch in seiner Lebensphase in Berlin schrieb, nämlich Aus dem Berliner Journal, herausgeben vom Literaturwissenschaftler und Präsidenten der Max-Frisch-Stiftung, Thomas Strässle, und verlegt vom Suhrkamp Verlag. Leider hat die Stiftung nur die beiden ersten Hefte, über die Jahre 1973 und 1974 veröffentlicht (und das auch nur mit Kürzungen); die restlichen drei Hefte zu den Jahren 1975-1980 haben sie komplett weggelassen – eine fatale, aber vielleicht notwendige Kürzung.

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Marx und die Demokratie

Marxfans, aufgepasst! Wenn euer Weihnachtsgeld noch nicht verplant ist, dann könnte sich Miguel Abensours Buch Demokratie gegen den Staat, erschienen im Suhrkamp Verlag und aus dem Französischen souverän übersetzt von Andrea Hemminger, lohnen. Darin geht der politische Philosoph Abensour auf die antistaatliche Demokratietheorie des jungen Karl Marx ein.

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