Woyzeck: Live in Concert

Andreas Pommer im Interview mit dem Reflexmagazin

Andreas Pommer im Interview mit dem Reflexmagazin                                                                   Bild: Jonas Nekolla

Andreas Pommer hat es wieder einmal geschafft. Ein altbekanntes Stück neu zu inszenieren und auf eine enorm vielsagende und vielseitige Weise zu bewerben, den potentiellen Zuschauer dann doch fragend, aber neugierig zurückzulassend.
Deshalb trafen wir uns mit ihm, um diese Fragen zu klären und über die Bedeutung von klassischen deutschen Werken, anstrengende und doch angenehme Probephasen, die Symbiose von Musik und Theater und natürlich „Woyzeck“ zu sprechen.
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Rendezvous mit Shakespeare und Michael Jackson

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Studiobühne: Viel Lärm um nichts.

Noch schnell ein paar Pirouetten auf der Bühne gedreht und einen Song mit Gitarrenbegleitung geübt – die Stimmung im Saal des Frankenhofs ist gut. Die Generalprobe steht an. Ein halbes Jahr haben etwa zwei Dutzend Beteiligte auf die Aufführungen von Shakespeares Viel Lärm um nichts hingearbeitet. In den nächsten Tagen wird sich zeigen, ob sich die Mühe der Studiobühne Erlangen gelohnt hat. Die Mühe, aus dem Klassiker ein modernes Musical zu machen.
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Blaubart – Hoffnung der Frauen?

Blaubart Hoffnung der Frauen

Seit Blaubart zum ersten Mal in Charles Perraults Märchen aufgetaucht ist, ist er immer wieder aufgetaucht. Bei den Gebrüdern Grimm, in der Oper oder bei Döblin. Nie ist er derselbe, wenn er wieder auftaucht, mal ist er seinem Ursprung sehr ähnlich, mal hat er sich weit von ihm entfernt. Die Studiobühne Erlangen bringt nun am kommenden Wochenende Dea Lohers Blaubart auf die Bühne, der den Untertitel Hoffnung der Frauen trägt. Wer aber ist dieser Blaubart hier und inwiefern erfüllt er Frauenwünsche? Eine tatsächliche Aussage darüber treffen können nur diejenigen, die ihm auch begegnet sind. Und deswegen haben wir die Figuren aus dem Stück selbst gefragt. Eine spielte dabei eine ganz besondere Rolle… Weiterlesen

Kästners „Fabian“ auf der Bühne

Fabian_StudiobühneDie Studiobühne Erlangen zeigt nächste Woche eine Dramatisierung von Erich Kästners berühmten Erwachsenenroman. Marie-Christin Schwab widmet sich mit ihrem großen Ensemble der Romanvorlage von Erich Kästner und erzählt von Fabian und seinem besten Freund Labude – zwei promovierten Germanisten, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Wie die durchaus obszöne Vorlage mit Laiendarstellern umgesetzt werden wird, darf mit Spannung erwartet werden. Weiterlesen

Bruchstücke aus dem Leben

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Die Netzflickerin ist buchstäblich am Boden zerstört.

„Eine Liebeserklärung an die Unergründlichkeit der Sehnsucht, eine Liebeserklärung an das Meer“, beschreibt die Studiobühne Erlangen ihr neues Stück Bruchstücke auf ihrer Homepage. Am 17. März war Premiere im Frankenhofsaal. Und ja, es geht um Sehnsucht. Es geht auch um das Meer. Aber geht es nicht noch um viel mehr? Um die große Welt und die Schicksale einzelner, um Bruchstücke aus dem Leben selbst. All das komprimiert auf eine Inszenierung. Die Zuschauer werden 75 Minuten lang von einer Welle aus faszinierenden, poetischen und philosophischen Lebensgeschichten mitgerissen. Von Fragmenten aus Lebensgeschichten. Weiterlesen

Bunny Rage – The Dark Bunny Rises

Foto: neutrum.org

Foto: neutrum.org

Niemand kaut seine Karotte so lässig wie Bugs Bunny (Sandra Knocke). Der Märzhase (Julian Gosolitsch) ist mehr als ein bisschen verrückt und das weiße Kaninchen (Andreas Pommer) hat ein Uhrproblem. Ob der Dürerhase schön ist, darüber kann man streiten, aber Kunst ist er, und Kunst kann schön sein und damit könnte der Dürerhase auch ein schönes Dürerhäschen (Romina Bachner) sein. Sie alle treffen in Bunny Rage, das die Studiobühne vergangenen Sonntag im Frankenhof zeigte, aufeinander – und zwar als Arbeitskräfte des Osterhasen (Matthias Zollitsch)… Weiterlesen

Don’t fear the reaper

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Mort und Ysabell lernen sich kennen. Foto: Stefan Fries

Am Samstag, den 13. Dezember 2014, gab die Studiobühne zum dritten und letzten Mal ihr Stück TOD und ICH (Regie Julian Gosolitsch und Nadine Raddatz) im Frankenhof in Erlangen zum Besten. Spätestens nachdem die große Sternenschildkröte Groß A’Tuin mit ihren vier Elefanten auf dem Rücken, die wiederum die Scheibenwelt tragen, auf der Bühne sichtbar wurde, dürfte auch dem letzten Zuschauer klar geworden sein, dass es sich um ein Stück nach Terry Pratchett handelt. In diesem Falle, um genau zu sein, um „Gevatter Tod“, den vierten Scheibenweltroman des Autors.
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Musikalische Musenhäppchen

Master Mint

Master Mint Foto: Sina Pietrucha

Viel Musik gab es bei der diessemestrigen Ausgabe der Musenhäppchen im E-Werk, ein ganz kleines bisschen Literatur und ein ganz kleines bisschen Theater. Kreative Kuriositäten und Experimentelles waren nicht vertreten, die von einer offenen Bühne erhoffte Vielfalt also nicht ganz so vielfältig. Trotzdem erfreute das ein oder andere Häppchen durchaus den Musen-Gaumen. Weiterlesen

Rückert!

RückertDer Geist der Zeit, personifiziert als Entdecker, erblickt, von einem gurrenden Storchen begleitet, ein riesiges schildkrötenartiges Geschöpf. Dieses Geschöpf entpuppt sich als schlafendes Weibsbild, das, als es erwacht, von einem Traum berichtet, in dem es zur Strafe für Unzucht in die Insel „Corsica“ verwandelt wurde. Dem Entdecker schwant Böses und – die Schauspieler fallen aus ihrer Rolle, weil sie das, was sie da spielen, einfach nicht ernst nehmen können. Verständlich, ganz so überzeugend ist dieses Drama von Friedrich Rückert nicht. Weiterlesen

Genau so — aber warum?

das_ist_fussball_andreas_pommer_studiobuehne_erlangen_eVMal bedacht, mal ohrenbetäubend wird es auf der kleinen Kunstrasen-Bühne: die Schauspieler-Mannschaft läuft im Theatertrikot auf, lässt biertumbe Halbaffen und verkappte Sport-Intellektuelle, stadion-sehnsüchtige Ehemänner und Fußball-Romantiker ihre Faszination kund tun, auch der volle Emotionenkatalog eines Public Viewing wird im Zeitraffer durchexerziert. Das Regie-Duo Anneke Ulrike Steffen und Andreas Pommer konzentriert sich mit seiner Elf auf die Leidenschaft für den Sport: das unvergessliche erste Mal im Stadion und die Sommerdepression im WM-Nachklang und der alljährlichen Bundesliga-Pause. Alles mit Humor, Musik und in kurzweiligen Szenen auf die Bühne gebracht, die in alle Zuschauer-Gesichter zu schreiben scheint: „Ja, genau so ist Fußball!“ Weiterlesen