Das Buch zum Smartphone: Das Smartbook

„Ist ein Leben ohne Smartphone möglich? Die Antwort lautet: Ja, aber nur mit dem Smartbook!“ Die Süddeutsche Zeitung Edition hat sich etwas einfallen lassen für den Unfall, dass einmal der Akku leer oder kein Netz vorhanden ist. Das Smartbook der beiden Designer Marcel-André Casasola Merkle und Agnes Lison ist geeignet für Smartphone-Anfänger wie für Junkies und sogar für Personen, die gar kein Smartphone haben.

Inhaltsverzeichnis des Smartbook

Smartbook: Inhalt inklusive aller installierter Apps. Süddeutsche Zeitung Edition

Man kann damit, sehr nützlich für den Hörsaal, die Kurzschrift lernen oder telefonieren mit dem Morse-Alphabet, Mails verschicken mit vorgefertigtem Geburtstags-, Urlaubs-, oder Liebesbrief und andere analoge Funktionen neu entdecken kann man auch. Der integrierte Kalender verzeichnet Gedenktage, von denen man vielleicht gar nicht wusste, dass es sie gibt. Alltagspraktische Hilfestellung gibt es bei der Suche nach dem Schlüssel, dem Bügeleisen oder nach Personen. Sudoku, Rechenschieber, Verschlüsselungscode und das Formular zum twittern können diverse Wartezeiten verkürzen und Rechenergebnisse sowie reale und geheime Verbindungen herstellen. Als Nebenbeschäftigung unter der Bank sind die zahlreichen Bastelanleitungen von der Sonnenuhr bis zum Papierflieger zum Verschicken von SMS geeignet. Wer wirklich Schere und Kleber zückt, kann sich nach Belieben Avatars zusammenstellen oder mit der selbstgebastelten Kamera seine Freunde virtuell fotografieren. Als Buch, ausgenommen die Kurzgeschichte mit dem Weihnachtsmann, zeigt das Smartbook an, dass Weiterlesen

(6/6) Das Smartphone in Raum und Zeit

Victor Hugo hat 1831 mit dem historischen Roman „Notre-Dame de Paris“ die Begeisterung seiner Epoche, der Romantik, für das Mittelalter eingefangen. Hauptfigur des Romans ist nicht wie der deutsche Titel nahelegt, Quasimodo, sondern die Kathedrale selbst. Wollte jemand heute einen vergleichbaren Roman schreiben, müsste er ihn „iPhone5“ nennen, allerdings scheint das Faszinosum unserer Zeit nicht eine vergangene Epoche zu sein, sondern Weiterlesen

(5/6) Der smarte Stil des Mittelalters

Der gotische Kathedralbau war zu seiner Zeit ebenso revolutionär wie heute das Smartphone. Nicht die einzelnen äußeren Merkmale, Strebebögen, Kreuzrippengewölbe, Spitzbogen und Buntglasfenster sind entscheidend für den gotischen Stil, sondern die neuen Proportionen, die Wirkungen von Licht und Schatten und das neue Raumgefühl, das sie vermitteln.

Bamberger Dom, Modellfenster im südlichen Seitenschiff. Foto: Thomas Werner

‚Pulchritudo‘, die Schönheit des Kirchenraums entstand durch das Licht, das durch die Buntglasfenster herein scheint. In einer Zeit ohne elektrische Beleuchtung war Licht ein Symbol Gottes, weshalb die meisten Kirchen nach der aufgehenden Sonne ausgerichtet sind. Der Bamberger Dom nach dem Vorbild der Peterskirche in Rom – nach Westen.

Das ganze mittelalterliche Welt- und Menschenbild war auf den Himmel ausgerichtet, von dem die Kathedralen eine Vorahnung bieten. Die Portale, Skulpturen und Buntglasfenster der gotischen Kathedralen erzählenin ganzen Bilderserien die Geschichte Gottes mit den Menschen: Geschichten aus der Bibel und der Tradition der Heiligen, mit zahlreichen Querverweisen von der Fassade in den Innenraum, von Stein zu Glas und zurück – für das Volk, von dem die wenigsten lesen und schreiben konnten. Lange vor dem Betriebssystem ‚Windows‘ (Fenster) haben die Buntglasfenster das Programm einer Kathedrale illustriert. Während wir ignorant oder rätselnd davor stehen und keinen Zusammenhang mit unserem Leben erkennen, hatten die Menschen im Mittelalter andere Sehgewohnheiten. Sie konnten die Bibel aus Stein und Glas dechiffrieren, wie wir es heute mit Internetseiten gewohnt sind.

Teil 6/6 ab Dienstag 4. Dezember 20:00h

Thomas Werner

(4/6) Von den Kathedralen lernen

Von den Kathedralen können wir die Ruhe und Kontemplation wieder lernen. Immer wieder die gleichen Bilder zu betrachten, bedeutet nicht Langeweile, sondern mehr und mehr zu entdecken und zu sehen. Auf den ersten Blick können sie einen überfordern oder verstören; man kann sich ’seine‘ Kathedrale nur nach und nach, Stück für Stück erschließen.

Der Bamberger Dom war im Mittelalter vor allem ein Ensemble von aufeinander bezogenen Einzelorten und den dazu gehörigen Verbindungswegen, auf denen er an hohen Feiertagen von Prozessionen durchwandert wurde. Von der privaten Andacht über das Chorgebet und die Kapitelmessen bis zu den Pontifikalämtern ist er in spiritueller Hinsicht nicht weniger multifunktional als ein Smartphone auch. Die eine wie die andere Technologie wird immer wieder neu den Bedürfnissen der Menschen angepasst bzw. personalisiert.

Bamberger Dom, Apostelgalerie an der nördlichen Chorschranke. Foto: Thomas Werner

Im Zuge der Barockisierung wurden in Bamberg 1610 zugunsten einer hellen Verglasung die Buntglasfenster entfernt. Nach der Säkularisierung wollte der bayerische König Ludwig I. dem Dom durch eine „Purifizierung“ ein Erscheinungsbild verleihen, das man damals für mittelalterlich hielt. Vom Abwaschen der Wände bis zur Steinsichtigkeit über die Entfernung zahlreicher Altäre wurden die von ihm angeordneten Maßnahmen auch „Kahlschlag“ genannt und nach und nach wieder korrigiert. Die letzten spürbaren Veränderungen erfolgten nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil mit der Installation eines Volksaltars vor dem Westchor. Seitdem ist der Dom auch eine Kirche des Volks, deren Innenraum wie ein Festsaal wirkt. Prof. Peter Wünsche, Leiter der Hauptabteilung Außerschulische Bildung/Liturgie des Erzbistums Bamberg plädiert auch heute für eine vielfältigere Nutzung.

Ein Beispiel dafür ist Weiterlesen

(3/6) Wie das Smartphone uns verändert

Das Smartphone verheißt kein Gericht und auch nicht, wie mit dem Auto möglichst komfortabel von A nach B zu gelangen ist, sondern stellt in Aussicht, mühelos vom eigenen Standort aus seine Beziehungen pflegen und mit jedem beliebigen Empfänger auf der Erde kommunizieren zu können. Die dauernde Bereitschaft, zu senden und zu empfangen verführt allerdings zu einer neuen Art von Unrast: ständig auf Abruf bereit und mit den Gedanken nicht mehr wirklich dort zu sein, wo man sich befindet. Neue soziale Techniken sind entstanden, inklusive Kinderkrankheiten. Die zahlreichen Zusatzfunktionen werden von vielen mehr genutzt als die eigentliche Sprechfunktion. Ständige Innovationen führen auch zu einem Druck, mit der technischen Entwicklung Schritt zu halten.

Der technologische Aufwand, mit dem wir täglich den Kontakt mit unseren Freunden halten, hat 1969 für die erste Landung von Menschen auf dem Mond und deren Rückkehr zur Erde ausgereicht. Was erreichen wir mit dem Smartphone und was macht das Smartphone mit uns? Weiterlesen

(2/6) Das Smartphone als Sinnbild der Epoche

Die Entwicklung von den ersten praktikablen Mobiltelefonen (die heute gern „Faustkeil“ genannt werden) zum internetfähigen, multifunktionalen Smartphone, verlief in kaum zehn Jahren rasend schnell. Beinahe jedes Jahr zelebriert Apple die Vorstellung eines neuen „revolutionären und magischen Objekts“ wie ein religiöses Ritual. Regelmäßig stehen die Kunden Schlange, um zu den Ersten zu gehören, die sie besitzen und benutzen. Die Liste der Produkte ist lang vom iPod, iPhone zum iPad und der Markt ist hart umkämpft. Jedes dieser Geräte ist für einen Benutzer ausgelegt, auf dem Display erscheint eine individuelle Vielfalt von Optionen. Doch ebenso wie die Kathedralen bündeln sie die Hoffnungen und Heilsversprechen ihrerund unserer Zeit. Weiterlesen

(1/6) Mein Smartphone ist eine Kathedrale

Mit dem Christkönigssonntag am 25. November endet das Jubiläumsjahr 1000 Jahre Bamberger Dom: Anlass für eine kleine Serie über Kathedralen und das Smartphone. Sie haben mehr gemeinsam als dies auf den ersten Blick erscheint.

Durch ein Symposium zu seiner Geschichte, eine Reihe von Orgelkonzerten, eine Sonderausstellung im Diözesanmuseum und die Installation von moderner Kunst trat der Bamberger Dom deutlicher als sonst ins Bewusstsein der Öffentlichkeit. Im Gästebrief des Erzbistums schrieb Erzbischof Dr. Ludwig Schick: „Diese Kathedrale von Weltrang ist zuerst ein Haus Gottes für die Menschen“. Ihre Funktion hat sich im Lauf der Jahrhunderte oft gewandelt, denn jede Epoche hat dem Bauwerk ihren Stil aufgeprägt.

Der Bamberger Dom von Süden gesehen. Foto: Thomas Werner

Wie andere Kathedralen auch ist der Bamberger Dom ein Sinnbild des himmlischen Jerusalem und eröffnet für seine Besucher einen virtuellen Raum. Die Grenzen zwischen Touristen und Gläubigen, die den Dom aufsuchen, sind fließend. Welcher neutrale Besucher ist nicht angetan von der würdevollen Fassade, von der Erhabenheit des Raumes und seiner Ausstattung. Der 1012 geweihte Heinrichsdom brannte 1081 und 1185 nieder. Beim Wiederaufbau im dreizehnten Jahrhundert entwickelte sich der Stil vom Ost- zum Westchor weiter. Weiterlesen