Tresenlesen III: Im Rausch mit Hermann Große-Berg

Bild: Sebas­ti­an Schroth

Er kokst, hängt an der Nadel, trinkt regel­mä­ßig und gibt sich mit Joints den Rest – und liest neben­bei noch aus Wer­ken von Goe­the, Ben­ja­min Stuckkrad-Bar­re oder auch Wal­ter Ben­ja­min vor: Her­mann Gro­ße-Berg prä­sen­tiert einen etwas ande­ren Lite­ra­tur-Abend im Entla’s Kel­ler auf dem Gelän­de der Berg­kirch­weih.

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Blumenhüte, Riesenbonbons und sprechende Krähen

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Die Früh­lings­kö­ni­gin möch­te Ger­da am liebs­ten behal­ten. Bild: © Jochen Quast

Eine Stim­mung, die es wohl nur im Mär­chen gibt: Im Publi­kum sind auf­fal­lend vie­le Kin­der, die auf­ge­regt dar­auf war­ten, dass sich der schwar­ze Vor­hang hebt. An den seit­li­chen Plät­zen im Zuschau­er­raum des Mark­gra­f­en­thea­ters legen die Jun­gen und Mäd­chen erwar­tungs­voll ihre Arme auf die gepols­ter­te Balus­tra­de und schau­en neu­gie­rig zur Büh­ne. Der Schrift­zug Die Schnee­kö­ni­gin wird auf den Vor­hang pro­ji­ziert. Es ist die zwölf­te von 35 Vor­stel­lun­gen, die das Ensem­ble des Erlan­ger Thea­ters inner­halb eines Monats zeigt. Und sie ist wirk­lich mär­chen­haft.
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Gott ist in einer Tüte“

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Chris­ti­an Win­cierz, Vio­let­ta Zupan­cic. Foto: © Jochen Quast.

In einer Tüte? Gott? So schnell kann ein Zitat, aus dem Zusam­men­hang geris­sen, für Ver­wir­rung sor­gen. Und schon sind wir mit­ten im Thea­ter­stück Unschuld, geschrie­ben von Dea Loher, insze­niert von Kat­ja Ott am Thea­ter Erlan­gen. „Gott ist in einer Tüte“, sagt der ille­ga­le afri­ka­ni­sche Ein­wan­de­rer Fadoul (Patrick Nel­les­sen) zu den ande­ren Cha­rak­te­ren. Ver­ständ­nis­lo­sig­keit. Nur die Zuschau­er haben eine Ahnung, wovon er spricht. Wei­ter­le­sen

Jede Anzahl ist ein Schock“

Daniel Seniuk, Hermann Große-Berg Foto: Jochen Quast

Dani­el Seni­uk, Her­mann Gro­ße-Berg
Foto: Jochen Quast

Ein Vater führt sei­nen Sohn in die Geheim­nis­se des Rasie­rens ein – eine all­täg­li­che Sze­ne. Nur, dass es von die­sem Sohn zwan­zig gibt, weil er ein Klon ist. Dass des­we­gen sowohl Vater als auch Sohn gezwun­gen sind, Fra­gen nach Ori­gi­nal und Kopie zu stel­len, her­aus­zu­fin­den ver­su­chen, was Iden­ti­tät bedeu­tet. Caryl Chur­chill wirft in ihrem Dra­ma „Die Kopi­en“ (Ori­gi­nal­ti­tel: A Num­ber) abseits von moral­apos­to­li­schen Plä­doy­ers die Fra­gen auf, die sich im Zeit­al­ter tech­no­lo­gi­scher Repro­duk­ti­ons­mög­lich­kei­ten unwill­kür­lich auf­drän­gen. Kat­ja Blaszkie­witz gelingt es in ihrer Insze­nie­rung, die ver­gan­ge­nen Sams­tag in der Erlan­ger Gara­ge Pre­mie­re fei­er­te, die­se Fra­ge­hal­tung auf ver­schie­de­nen Ebe­nen an den Zuschau­er wei­ter­zu­ge­ben. Wei­ter­le­sen

Dies Ich“ — “Ein Ich“ — Wer bin ich…

Kleist

Foto: Jochen Quast

…und wenn ja wie vie­le? Die­se Fra­ge könn­te sich nicht nur Amphi­try­on in der gleich­na­mi­gen Insze­nie­rung der Tra­gi­ko­mö­die von Hein­rich von Kleist ab der ers­ten Minu­te des Stü­ckes im Sekun­den­takt stel­len. Denn Jakob Fed­ler ver­strickt das Ensem­ble des Thea­ters Erlan­gen tie­fer und tie­fer in ein Netz aus Täu­schun­gen, Ver­wechs­lung und Schei­ni­den­ti­tä­ten und fängt damit auch sein Publi­kum. Wei­ter­le­sen

Mach’s noch einmal, Frank!

Foto: Andreas Donders

Foto: Andre­as Don­ders

Falls man sich im All die­sel­be Fra­ge stellt wie in die­sem Fes­ti­val­mot­to, muss man mit etwas Glück nur lan­ge genug war­ten, um eine Ant­wort zu erhal­ten. Die kommt dann mit einem Satel­li­ten aus den sieb­zi­ger Jah­ren, der die­je­ni­gen Infor­ma­tio­nen ent­hält, die uns Men­schen und unse­ren Pla­ne­ten Erde cha­rak­te­ri­sie­ren sol­len. Wei­ter­le­sen

Vollendete Leere

Laboratorium 1 - Die Graue Stunde 3

Ste­ven Scharf, Syl­va­na Krappatsch, Foto­graph: Juli­an Bau­mann

Wei­ches Licht erhellt eine karg ein­ge­rich­te­te Woh­nung. Im Hin­ter­grund sind dump­fe und ein­tö­ni­ge Maschi­nen­ge­räu­sche zu hören. Eine Frau und ein Mann kom­men her­ein. Sie set­zen sich. Er steht auf und gießt sich einen Kaf­fee ein. Die Frau setzt sich und schweigt. Raucht eine Ziga­ret­te. Nach zehn Minu­ten fällt der ers­te Satz: „Wie geht es dir?“ Er lässt sich Zeit mit sei­ner Ant­wort.

Und doch kann man in jeder Sekun­de einen inten­si­ven Dia­log erle­ben: In Bli­cken, Hal­tun­gen und klei­nen Ver­än­de­run­gen im Aus­druck voll­zieht sich, das merkt man schon nach kür­zes­ter Zeit, etwas Gro­ßes. Die Bli­cke im Publi­kum um mich her­um sind nach anfäng­li­chem Tuscheln schon bald starr nach vor­ne fixiert und fol­gen jeder ein­zel­nen Bewe­gung. Erstaun­lich, denn die­se kar­ge Art der Insze­nie­rung steht in gro­ßem Kon­trast zu unse­ren sons­ti­gen Seh­ge­wohn­hei­ten. Es gibt hier nur das Lang­sa­me, Ein­dring­li­che. Nicht mehr und nicht weni­ger als die graue Stun­de vor Son­nen­auf­gang ist zu sehen. Und doch ent­hül­len sich zwei kom­plet­te Leben in der wun­der­vol­len Spra­che der Autorin Ágo­ta Kris­tóf. Karg­heit und psy­cho­lo­gi­sches Spiel las­sen Leben­dig­keit ent­ste­hen, die fes­selt. Ein guter Anfang für die neue Labo­ra­to­ri­um- Rei­he der Münch­ner Kam­mer­spie­le, die Zino Weys Insze­nie­rung „Die graue Stun­de“ am Frei­tag anläss­lich der bay­ri­schen Thea­ter­ta­ge im Redou­ten­saal in Erlan­gen prä­sen­tier­ten. Wei­ter­le­sen

ARENA ohne Grenzen

ARENA...der jungen Künste; Eröffnung

ARENA…der jun­gen Küns­te; Eröff­nung

Am Diens­tag, 25. Juni, eröff­ne­te ARENA… der jun­gen Küns­te das dies­jäh­ri­ge Fes­ti­val fei­er­lich im Mark­gra­f­en­thea­ter. Den Beginn macht eine mehr­spra­chi­ge Refle­xi­on über Gren­zen, die Büh­ne ist leer und schwarz, man hört nur Stim­men, die durch­ein­an­der spre­chen: auf deutsch, eng­lisch und fran­zö­sisch. Schon gibt es die ers­te Gren­ze: Man ver­steht nicht alles – sei es, weil man einer Spra­che nicht mäch­tig ist, sei es, weil sich die Stim­men über­lap­pen und sich akus­tisch immer mal wie­der selbst blo­ckie­ren. Das ist aber auch eine Dicho­to­mie von Gren­zen: Einer­seits gren­zen sie zwei Tei­le von­ein­an­der ab, wie etwa zwei ver­schie­de­ne Spra­chen. Ande­rer­seits sind Gren­zen Schnitt­stel­len. Sie ver­bin­den zwei Tei­le mit­ein­an­der: Durch die Über­set­zung des Audio­tex­tes wird die Bot­schaft auch den­je­ni­gen zugäng­lich, die der deut­schen Spra­che nicht mäch­tig sind: Kann es ein Limit für Gren­zen geben oder sind Gren­zen ein­fach gren­zen­los?        — Ein Text von Timo Ses­tu Wei­ter­le­sen

Von grausamer Rache und Vergeltung

Jochen Quast: Hermann Große-Berg, Christian Heller

Jochen Quast: Her­mann Gro­ße-Berg, Chris­ti­an Hel­ler

Wer kennt nicht die Figur des jüdi­schen Wuche­rers Shy­lock von Wil­liam Shake­speare? Als Robin Tel­fer in der letz­ten Spiel­zeit Dür­ren­matts „Das Ver­spre­chen“ insze­nier­te, stie­gen am Thea­ter Erlan­gen die Besu­cher­zah­len. Nicht weil die Erlan­ger Dür­ren­matt bes­ser ken­nen als Kleist, son­dern weil das Stück einen Sog ent­wi­ckel­te, dem man sich nicht so leicht ent­zie­hen konn­te. Die­ser Sog fin­det sich in die­ser Spiel­zeit bei „Der Kauf­mann von Vene­dig“ wie­der. Schon vor der Pre­mie­re hat­te ich die Mög­lich­keit, mir eine der Haupt­pro­ben anzu­se­hen. Ein gro­ßes Schau­spiel! Wei­ter­le­sen

Computeranimierter Gaddafi tötet belgischen König

 

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Supera­mas – Foto: Chris­to­phe Demar­t­he

Die „Supera­mas“ waren am 8.5.2013 im Erlan­ger Mark­gra­f­en­thea­ter zu sehen

Thea­t­re“ ist ein visu­el­les und musi­ka­li­sches Spek­ta­kel: Bun­te Musik trifft auf schrei­en­de Bil­der, Muammar al-Gad­da­fi auf Niko­las Sar­ko­zy, Fik­ti­on auf Rea­li­tät. Die „Supera­mas“ pro­vo­zie­ren, scho­ckie­ren und unter­hal­ten mit ihrer Auf­füh­rung. Mit Erfolg. Ein Bür­ger­krieg in Bel­gi­en? Eine Frau als tür­ki­sche Prä­si­den­tin? Tan­zen­de Poli­ti­ker? All das ist mög­lich, und noch vie­les mehr. Wei­ter­le­sen