Ein Kommunist in Hollywood

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Die Trumbos (Bryan Crans­ton, Dia­ne Lane) gera­ten ins Visier Bild: Para­mount Pic­tures

Mit Trumbo beleuch­tet Regis­seur Jay Roach ein düs­te­res Kapi­tel der Traum­fa­brik. Er schickt Bryan Crans­ton als kom­mu­nis­ti­schen Dreh­buch­au­tor in den 1940er Jah­ren durch einen poli­ti­schen Spieß­ru­ten­lauf und zeigt, wozu Staa­ten in Zei­ten dif­fu­ser Bedro­hun­gen und unkla­rer Fron­ten fähig sind. Ein wich­ti­ger und bis heu­te aktu­el­ler Film.
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Bild: Majes­tic, Para­mount Pic­tures, Real­Fic­tion

Grü­ße aus Fuku­shi­ma erzählt von einer son­der­ba­ren Freund­schaft im radio­ak­ti­ven Sperr­ge­biet. Die frei­wil­li­gen Hel­fe­rin Marie ist fas­zi­niert von der ego­zen­tri­schen Sato­mi, die alles dar­an setzt in ihr altes, ato­mar ver­seuch­tes Haus zurück­zu­keh­ren.  Wird es ihr gelin­gen, die geal­ter­te Gei­sha zur Ver­nunft zu brin­gen?
So ver­gif­tet wie der japa­ni­sche Boden ist auch das poli­ti­sche Kli­ma in den USA Mit­te der 1940er Jah­re. Als Kom­mu­nis­ten­jä­ger den gefei­er­ten Dreh­buch­au­tor Trumbo vor Gericht zer­ren, ver­liert der Hol­ly­wood­lieb­ling über Nacht alles. Bryan Crans­ton ver­kör­pert den Autor, der sich dem staat­li­chen Berufs­ver­bot wider­setz­te und unter Pseud­onym eine gan­ze Film­ge­nera­ti­on präg­te.
Knapp 60 Jah­re spä­ter wer­den auch die tür­ki­schen Bewoh­ner der Köl­ner Keup­stra­ße zu Unrecht vor­ver­ur­teilt. Nach einem Bom­ben­at­ten­tat des NSU ermit­telt die Poli­zei jah­re­lang gegen Ver­wand­te und Bekann­te der Opfer. Die Doku­men­ta­ti­on Der Kua­för aus der Keup­stra­ße ver­sucht zu klä­ren, war­um ein rechts­ra­di­ka­ler Hin­ter­grund so lan­ge aus­ge­schlos­sen wur­de.
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Fabian, radikal unzensiert

Cover zu "Der Gang vor die Hunde", Quelle: Atrium Verlag AG

Cover zu „Der Gang vor die Hun­de“, Quel­le: Atri­um Ver­lag

End­lich liegt sie vor: Die Ori­gi­nal­fas­sung von Erich Käst­ners Roman Fabi­an. Geschich­te eines Mora­lis­ten – unge­kürzt und mit dem ursprüng­lich von Käst­ner vor­ge­se­he­nen, pes­si­mis­ti­schen Titel Der Gang vor die Hun­de ver­se­hen. Das erst­mals 1931 erschie­ne­ne Buch por­trai­tiert die Ber­li­ner Gesell­schaft, kurz vor dem poli­tisch-ethi­schen Unter­gang der Wei­ma­rer Repu­blik und gilt, so Mar­cel Reich-Rani­cki, als Plä­doy­er für die Ver­nunft in Zei­ten der Unver­nunft. Da es aber dem dama­li­gen Lek­tor Curt Wel­ler in man­chen Pas­sa­gen zu krass war, wur­de der Titel ver­än­dert und Kür­zun­gen vor­ge­nom­men. Die­se Zen­sur wur­de nun beho­ben.

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