Diese Woche läuft an…

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Bild: NFP, 20th Cen­tu­ry Fox, Edi­ti­on Salz­ge­ber

Die­se Woche dreht sich in den Erlan­ger Kinos alles um grö­ße­re und klei­ne­re Revol­ten. Als die klei­ne Éa sich mal wie­der über ihren ego­zen­tri­schen Vater ärgert, spielt sie zur Stra­fe mit sei­nem Arbeits­com­pu­ter her­um — und bringt dabei die gan­ze Welt aus dem Gleich­ge­wicht. Denn ihr Vater ist nie­mand anders als Gott höchst­per­sön­lich. In der bel­gi­schen Komö­die Das brand­neue Tes­ta­ment muss der All­mäch­ti­ge das Uni­ver­sum wie­der in Ord­nung brin­gen und mischt sich dazu unter sei­ne Geschöp­fe. Einen so direk­ten Draht zu Gott könn­te wohl auch Chor­lei­te­rin Lena gebrau­chen, die sich im schwe­di­schen Musik­dra­ma Wie auf Erden gegen den kon­ser­va­ti­ven Kichen­rat durch­set­zen muss. In der Fort­set­zung des Welt­erfolgs Wie im Him­mel ver­sucht die Freun­din des in Teil 1 ver­stor­be­nen Star­di­ri­gen­ten das Gemein­de­le­ben mit fri­scher Musik und Tanz­ein­la­gen auf­zu­pep­pen. Die deut­sche Doku­men­ta­ti­on Wer ret­tet wen? ver­sucht schließ­lich eine Revo­lu­ti­on im grö­ße­ren Stil anzu­zet­teln. Der Film hin­ter­fragt die Mecha­nis­men von Ban­ken- und Grie­chen­land­ret­tung und will beson­ders den Opfern des euro­päi­schen Tur­bo­ka­pi­ta­lis­mus‘ eine Stim­me geben.

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kultur>kolumne: Kunst oder Einkaufswagen?

20150614_170447Alles, was in einem Kunst­mu­se­um steht, ist Kunst. Alles? Hier schei­den sich die Geis­ter. So man­cher Künst­ler hat schon die bedeu­tends­ten Inter­pre­ta­tio­nen für etwas gefun­den, das ande­re für Müll hal­ten. Buch­stäb­lich. Es ist kein Ein­zel­fall, dass eine Putz­frau ein Kunst­werk weg­ge­wischt oder weg­ge­wor­fen hat. Der Scha­den: Uner­mess­lich. Kunst ist eine Fra­ge des Betrach­tens. So gese­hen kann einem Kunst jeder­zeit und über­all begeg­nen: Beim Fri­seur, auf der Arbeit, beim Ein­kau­fen. Oder beim Spa­zie­ren­ge­hen, wo ein Ein­kaufs­wa­gen auf der Wie­se steht.

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Faschistoider Fußball

Der Organismus des Massencharakters (Quelle: Wikimedia Commons/ Adriá-garcia).

Der Orga­nis­mus des Mas­sen­cha­rak­ters (Quel­le: Wiki­me­dia Commons/ Adriá-gar­cia).

In Kür­ze beginnt wie­der ein­mal der größ­te Zir­kus der Welt — näm­lich die Fuß­ball-Welt­meis­ter­schaft (WM) –, und die Deut­schen sind schon ganz aus dem Häus­chen. Über­all fin­det man jetzt Fan­ar­ti­kel, über Schmuck, Hals­bän­der, Fuß­bäl­le, Schmin­ke – frei­lich alles in den deut­schen Natio­nal­far­ben. Selbst Pro­duk­te, die auf den ers­ten Blick nichts mit Fuß­ball zu tun haben, ver­su­chen mit dem WM-Eti­kett ihre Umsät­ze, meist erfolg­reich, zu maxi­mie­ren. Das nennt sich dann Fuß­ball­fie­ber.

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Die bürgerliche Gesellschaft auf verseuchtem Grund

Thomas und Peter Stockmann (Quelle: Stadttheater Fürth).

Tho­mas und Peter Stock­mann (Quel­le: Stadt­thea­ter Fürth).

Bei der gest­ri­gen Pre­mie­re von Hen­rik Ibsens Ein Volks­feind im Stadt­thea­ter Fürth — bear­bei­tet von Flo­ri­an Borch­mey­er und insze­niert vom Inten­dan­ten Wer­ner Mül­ler – wur­de die 130 Jah­re alte natu­ra­lis­ti­sche Tra­gö­die spek­ta­ku­lär expe­ri­men­tell auf­ge­bro­chen und (nicht immer radi­kal genug) moder­ni­siert.

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Weihnachtlicher Warenfetisch

Der Coca-Cola Weihnachtstruck (Quelle und Urheber: Wikipedia Commons/ Husky).

Der Coca-Cola Weih­nacht­struck (Quel­le und Urhe­ber: Wiki­pe­dia Commons/ Hus­ky).

Es war mal ein belieb­tes The­ma inner­halb des Intel­lek­tua­lis­mus: Die Kri­tik an der weih­nacht­li­chen Kon­sum­kul­tur und dem Waren­fe­tisch. Inzwi­schen ist eine sol­che Kri­tik zahl­reich rezi­piert und zu hoh­len Phra­sen ver­un­glimpft wor­den. Man könn­te fast sagen, das The­ma sei tot­ge­re­det wor­den, ohne dass es einen sozio­kul­tu­rel­len Effekt gehabt hät­te. War­um sich also noch mit dem Zusam­men­hang von Kon­sum­kul­tur und Weih­nach­ten beschäf­ti­gen? Ganz ein­fach: Weil die­se Ver­qui­ckung per se besteht und kon­sti­tu­tiv für bei­de ist.

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