Das Grauen hinter Pappfassaden

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Nie­mand hört ihr zu — Mascha (Jose­phi­ne May­er) ist allein Bild: Tho­mas Lan­ger

Als die 13-jäh­ri­ge Mascha die blau­en Fle­cken der Nach­bars­kin­der sieht, kommt ihr ein schreck­li­cher Ver­dacht. Miss­han­delt der ange­se­he­ne Auto­händ­ler sei­ne Kin­der? Mit der Büh­nen­ad­ap­ti­on des Romans Ele­fan­ten sieht man nicht wagt sich das Stadt­thea­ter Fürth an ein bri­san­tes und immer aktu­el­les The­ma. Regis­seur Tho­mas Stang zeigt ein­drucks­voll, wie wenig es braucht, um das Grau­en greif­bar zu machen. Wei­ter­le­sen

Guten Morgen, vergewaltigtes Warschau“

Cover zu Morphin von Tzczepan Twardoch (Quelle: Rowohlt Verlag).

Cover zu Mor­phin von Tzc­ze­pan Twar­doch (Quel­le: Rowohlt Ver­lag).

So gut wie alle lite­ra­ri­schen Wer­ke lau­fen im Resul­tat mehr oder weni­ger expli­zit auf einen spe­zi­fi­schen Topos hin­aus: Der Fra­ge nach der eige­nen Iden­ti­tät. Der pol­ni­sche Schrift­stel­ler Szc­ze­pan Twar­doch hat in sei­nem neu­en Roman Mor­phin die­se Fra­ge klar und deut­lich auf­ge­nom­men und in ihren ver­schie­dens­ten Facet­ten beleuch­tet, anhand eines abge­half­ter­ten halb pol­nisch, halb deut­schen Anti­hel­den im von den Deut­schen besetz­ten War­schau von 1939.

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Wir sind dieses Elend“

Cover zu "Iman" von Ryad-Assani-Razaki (Quelle: Wagenbach Verlag).

Cover zu Iman von Ryad-Assa­ni-Raza­ki (Quel­le: Wagen­bach Ver­lag).

Die End­buch­sta­ben der Kapi­tel­ti­tel erge­ben sum­miert die Voka­bel Immi­gra­ti­on; und die Flucht vor Elend, Unter­drü­ckung, Armut, Sexis­mus und Ras­sis­mus ist auch der domi­nan­te Topos von Ryad Assa­ni-Raza­kis kürz­lich auf Deutsch erschie­ne­nem Debüt­ro­man Iman. Glück und Erfolg kom­men dafür im Buch nahe­zu nicht vor.

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Determination und Freiheit, abseits der Zivilisation

Cover von "Kings of Nowhere" (Quelle: Aufbau Verlag).

Cover von „Kings of Nowhe­re“ (Quel­le: Auf­bau Ver­lag).

Wer glaubt, in dem gan­zen Stress einen Weih­nachts­kol­ler zu bekom­men, könn­te durch die­ses scho­nungs­lo­se Buch die nöti­ge Erlö­sung fin­den: T. J. For­res­ters zwei­ter Roman Kings of Nowhe­re, kürz­lich in Blu­men­bar beim Auf­bau Ver­lag erschie­nen und über­setzt von Teja Schwa­ner. Der Roman beschäf­tigt sich direkt mit der Fra­ge, ob der Mensch sich selbst ändern kann.

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Fabian, radikal unzensiert

Cover zu "Der Gang vor die Hunde", Quelle: Atrium Verlag AG

Cover zu „Der Gang vor die Hun­de“, Quel­le: Atri­um Ver­lag

End­lich liegt sie vor: Die Ori­gi­nal­fas­sung von Erich Käst­ners Roman Fabi­an. Geschich­te eines Mora­lis­ten – unge­kürzt und mit dem ursprüng­lich von Käst­ner vor­ge­se­he­nen, pes­si­mis­ti­schen Titel Der Gang vor die Hun­de ver­se­hen. Das erst­mals 1931 erschie­ne­ne Buch por­trai­tiert die Ber­li­ner Gesell­schaft, kurz vor dem poli­tisch-ethi­schen Unter­gang der Wei­ma­rer Repu­blik und gilt, so Mar­cel Reich-Rani­cki, als Plä­doy­er für die Ver­nunft in Zei­ten der Unver­nunft. Da es aber dem dama­li­gen Lek­tor Curt Wel­ler in man­chen Pas­sa­gen zu krass war, wur­de der Titel ver­än­dert und Kür­zun­gen vor­ge­nom­men. Die­se Zen­sur wur­de nun beho­ben.

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