Hashtag YOLO – Hashtag FAUST

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Bild: Olli Storch.

Drei Gret­chen ste­hen im Drei­eck, im Dun­keln, Lich­ter­ket­ten um den Hals. Rich­tig, drei Gret­chen. Als Außen­ste­hen­der könn­te man sich fra­gen, wie viel Alko­hol im Spiel sein muss, damit alle Zuschau­er drei­fach sehen. Für die­je­ni­gen, die am 22. Janu­ar in den Fran­ken­hof Erlan­gen gekom­men sind, ist es inzwi­schen völ­lig ein­leuch­tend: Drei Schau­spie­le­rin­nen mimen Gret­chen – zumin­dest in die­ser Sze­ne. In einer ande­ren spre­chen fünf Gret­chen mit zwei … was ist eigent­lich die Mehr­zahl von Faust? Fausts? Fäus­te? Dann wür­den die fünf Gret­chen aber mit zwei Fäus­ten spre­chen. Und das klingt alber­ner als es ist. Immer­hin nimmt die Tra­gö­die gera­de ihren Lauf.
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Faust und Frittenbude

Faust Plakat JPEGWenn in einer Faust-Insze­nie­rung Frit­ten­bu­de ertönt, dann scheint der Unter­gang der Höhen­kamm­li­te­ra­tur damit besie­gelt. Säße in einer sol­chen Insze­nie­rung ein kon­ser­va­ti­ver, grund­sätz­lich etwas kul­tur­pes­si­mis­ti­scher Feuil­le­ton-Kri­ti­ker, rauf­te er sich, spä­tes­tens, wenn dann auch noch Hil­de­gard Knef Für dich solls rote Rosen reg­nen träl­lert, die Haa­re und inter­pre­tier­te die Insze­nie­rung mög­li­cher­wei­se ver­zwei­felt als Par­odie. Wei­ter­le­sen

Genau so — aber warum?

das_ist_fussball_andreas_pommer_studiobuehne_erlangen_eVMal bedacht, mal ohren­be­täu­bend wird es auf der klei­nen Kunst­ra­sen-Büh­ne: die Schau­spie­ler-Mann­schaft läuft im Thea­ter­tri­kot auf, lässt bier­t­um­be Halb­af­fen und ver­kapp­te Sport-Intel­lek­tu­el­le, sta­di­on-sehn­süch­ti­ge Ehe­män­ner und Fuß­ball-Roman­ti­ker ihre Fas­zi­na­ti­on kund tun, auch der vol­le Emo­tio­nen­ka­ta­log eines Public Viewing wird im Zeit­raf­fer durch­ex­er­ziert. Das Regie-Duo Anne­ke Ulri­ke Stef­fen und Andre­as Pom­mer kon­zen­triert sich mit sei­ner Elf auf die Lei­den­schaft für den Sport: das unver­gess­li­che ers­te Mal im Sta­di­on und die Som­mer­de­pres­si­on im WM-Nach­klang und der all­jähr­li­chen Bun­des­li­ga-Pau­se. Alles mit Humor, Musik und in kurz­wei­li­gen Sze­nen auf die Büh­ne gebracht, die in alle Zuschau­er-Gesich­ter zu schrei­ben scheint: „Ja, genau so ist Fuß­ball!“ Wei­ter­le­sen