Leiden und Lachen

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„Die Leiden des jungen Werther“ am Theater Erlangen. Foto: © Ludwig Olah

„Die Leiden des jungen Werther“ muss Tragik, Trauer und – nicht zu vergessen – große Empfindsamkeit enthalten? Goethes Briefroman liefert von allem mehr als genug. 1774 kam das bei den Lesern gut an – so gut, dass Werthers Lösung für Liebeskummer reihenweise Nachahmer fand. Aber heute? Der Gefühlsüberschwang trifft nicht mehr ganz den Nerv der Zeit. Vielleicht auch besser so. Wo würde es denn hinführen, wenn sich jeder, der Liebeskummer hat, gleich umbringt? Das heißt aber nicht, dass man den klassischen Stoff nicht mehr auf die Bühne bringen kann. Wie es das Theater Erlangen getan hat.

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Werther 2.0

PengPeng! Gabor Bozsik, Dennis Dreher, Michael Hörner, Sandra Knocke, Andreas Pommer und Alexander Esswein in "Werther from Outerspace"

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Es gibt kaum ein Werk der klassischen Weltliteratur, das triefender, kitschiger und schnulziger ist, als J. W. Goethes Briefroman Die Leiden des jungen Werther. Auch wenn sich einige Zeitgenossen daraufhin das Leben nahmen (nicht weil das Buch etwa so schlecht sei, sondern sie sich so mit dem suizidalen Werther assoziierten), bringt das Buch heute nur noch verächtliches Schnauben bei vielen Intellektuellen hervor. Darum hat die Studiobühne Erlangen aus dem Werk eine grandios groteske Kurzkomödie gemacht.

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