Eine nahezu ausgestorbene Spezies

Der letzte Zeitungsleser

Bild: Verlag Galiani Berlin

Wer darauf achtet, findet noch das ein oder andere Exemplar einer nahezu ausgestorbenen Spezies. Erst kürzlich fiel mir in einem Café – modern eingerichtet mit eckigen Sofas und diesen (lebens-)weisen Sprüchen an den Wänden – eine ältere Dame auf, die Zeitung las. Der Tisch war vollständig bedeckt von den überdimensionalen, gräulichen Blättern dieser Zeitung. Nebenbei nippte sie an einer Tasse Kaffee. Eine waschechte Zeitungsleserin. Was für eine Seltenheit, geradezu museal!
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Das Buch mit dem tollen Titel

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Die Schaffenskrise: Robert Segel (links) und Immanuel Reinschlüssel. Bild: Celina Henning.

An einem sonnigen Herbsttag haben die beiden Fürther Autoren Immanuel Reinschlüssel und Robert Segel – besser bekannt als Die Schaffenskrise – unserer Redakteurin Patricia Achter ein Interview gegeben. Sie stellen am 5. Dezember 2015 ihr neues Buch im Kulturforum Fürth vor. Der Titel des Buches soll bis zur Lesung ein Geheimnis bleiben. Mal sehen, ob sie sich doch dazu überreden lassen, ihn preiszugeben. Weiterlesen

Die Bibliomantik ist zurück

 

Bild: FJB-Verlag

Bild: FJB-Verlag

Die Magie der Bücher wirkt wieder ihren Zauber, denn Kai Meyers Fortsetzung von Die Seiten der Welt, Nachtland, ist da.

Viel ist passiert, seit Furia Salamandra Faerfax sich im ersten Band zu einer Bibliomantin entwickelt hat. Zwar herrscht die Adamitische Akademie immer noch mit unnachgiebiger Härte, doch hat sich auch eine Widerstandsbewegung unter der Führung der sogenannten Bardenbrüder Ariel und Puck, beide Exlibri, gebildet. Diese musste wiederum einige herbe Niederlagen im Kampf gegen die Akademie einstecken und hat viele treue Anhänger verloren; ob durch Tod oder Überzeugung. Weiterlesen

Es war einmal…

Bild: Bastei Lübbe

… in Gesternstadt im Jahr 1777. Privatdetektivin Gretel blickt auf den leblosen Körper eines Boten, der ihr zu Füßen liegt. Nur wenige Augenblicke zuvor hatte sie ihm zugesagt, den Fall eines Kunstdiebstahles zu übernehmen, der Albrecht Dürer den Viel Viel Jüngeren betrifft. Seine geliebten Froschdrucke, von seinem gleichnamigen Vorfahren stammend, wurden auf unerklärliche Weise aus seinem Zimmer im Nürnberger Grand Hotel gestohlen und seitdem nicht mehr gesehen Weiterlesen

Naughty John,…

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Bild: dtv

…naughty John, does his work with his apron on. Cuts your throat and takes your bones. Sells them off for a coupla stones… Diesen Reim wird man als Leser nicht mehr aus dem Kopf bekommen. Die Melodie des Grauens.

Nichtsdestotrotz, Ladies and Gentlemen, willkommen in New York City. Wir schreiben das Jahr 1926 und die roaring twenties sind in vollem Gange. Es lebe das Amüsement!
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Die Magie der Bücher

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Bild: FJB-Verlag

Bücher sind magisch und in diesem Fall ist das wörtlich zu verstehen. Bibliomantik wird diese Art der Magie genannt und um sie, ihre guten und schlechten Seiten, geht es in Kai Meyers neuem Buch Die Seiten der Welt.

Einst gab es fünf Häuser, den Scharlachsaal. Er bildete den Herrscherkreis über die Bibliomantik. Doch wie es oft der Fall ist, so wurde auch diese Gemeinschaft durch Neid, Missgunst und vor allem Machthunger auseinandergerissen. Es bildete sich daraufhin die Adamitische Akademie, die seither den alleinigen Machtanspruch erhebt und in der bibliomantischen Welt mit diktatorischer Härte regiert.
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Lachen erlaubt!

„Er ist wieder da“ – der aktuelle Bestseller von Timur Vermes

242238416_e96120436dKann ein Buch lustig sein, in dem es um die Rückkehr Adolf Hitlers geht? Die Antwort lautet: Ja! Timur Vermes, der in Erlangen Geschichte und Politik studierte, hat sich auf eine Gratwanderung zwischen komischer Satire und deutscher Geschichte eingelassen. Weiterlesen

Unheimliches von Christiane Neudecker

Die in Erlangen geborene Schriftstellerin und Theaterregisseurin Christiane Neudecker gab am 20. November dem Café Lorleberg ihre Ehre, wo sie ihren Erzählband „Das siamesische Klavier“ vorstellte. Wer sich vorab informiert hatte, war auf einen schaurig-gruseligen Abend gespannt, schließlich verspricht der Untertitel „Unheimliche Geschichten“. Bis 20 Uhr füllte sich das Café Lorleberg mit vielen interessierten Zuhörern, unter ihnen Akteure von Schau ins blau, dem Organ des Interdisziplinären Zentrums für Literatur und Kultur der Gegenwart, welches die Lesung organisiert hatte. In sieben Geschichten schildert die Autorin verschiedene Formen des Unheimlichen aus verschiedenen Erzähl-Perspektiven.

Christiane Neudecker las Auszüge aus zwei Geschichten vor, unter anderem die Titelgeschichte, die programmatisch für den ganzen Band steht. „Das siamesische Klavier“ schildert eine unüberwindbare Unsicherheit angesichts der individuellen Wahrnehmung, welche die Grenze zwischen Realität und Phantasie nicht zu deuten vermag.

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