Mir hat ein Mäd­chen = Nach­rich­ten aus Dis­ney­land geschrie­ben.
Sie war als Detek­tiv dort und wollte Woody Wood­pecker suchen, sie lief mit Trench­coat und gesenk­tem Kopf durch vier­fing­rige Comic-Figuren (das ist der Disney-Cut-Up: eine zweite Rea­li­tät kre­ie­ren, in dem man Fin­ger fal­len lässt/ ein Gua­ves­ker ver­suchte mal ein Selbst­por­trait ins s/w = ein Essay = & damals fan­den wir es smooth, aber er hatte ver­se­hent­lich einen Fin­ger ver­ges­sen) und wäh­rend die Nach­rich­ten ent­stan­den, stand ich ver­mut­lich auf einer Fähre und pas­sierte Alca­traz.
Könnte es sein, dass sie schon immer davon träumte, dass Mas­kott­chen von Alba Ber­lin zu sein? Ein Plüsch-Albatros, der in der Halle = Kunst­stü­cke macht, um dem FIBA Bas­ket­ball die Lan­ge­weile zu steh­len (Para­dox: Wäre sie beim Buz­zer von Mit­hat Demi­rel gewe­sen? Kom­pli­zierte Berech­nun­gen könn­ten fol­gen).
Sie streunte also über das Gelände und füt­terte ein Dik­tier­ge­rät mit Status-Reports: „Die gebra­te­nen Nudeln sind irr­sin­nig hier drau­ßen.“ Oder: „Gerade ein Bild mit Min­nie Mouse gemacht.“ Oder: „Nach­trag: Nie wie­der kodein-haltige Hus­ten­säfte trin­ken.“
Wie kam sie nach Dis­ney­land?
Mit einem Mit­wa­gen, den sie an der Stadt­grenze von einer Kon­takt­per­son erhielt, Spu­ren müs­sen unklar wer­den, wenn man Woody fin­den will. Sie schlief under­co­ver bei einer Fami­lie und der 6-jährige Sohn tickte mor­gens um 5 aus, weil die Milch im Kühl­schrank gefro­ren war: Er wollte Corn­fla­kes essen (neun St nörd­lich krach­ten Wel­len gegen Sanoma County und es klang, als würde jemand Corn­fla­kes kauen…wer war das?). Die nied­rige Kühlschrank-Temperatur war offen­sicht­lich ein Sabotage-Akt des BND, um die Mis­sion mei­ner Freun­din zu erschwe­ren: Wir waren drei Tage spä­ter im Mis­sion District ver­ab­re­det, um das wei­tere Vor­ge­hen zu bespre­chen und im Trai­ler sagte eine tiefe Stimme (Schulze sagte: „Ich würde sogar sagen: eine Stimme, die aus Knie­keh­len kam.“): „Sie sollte dort ohne Infor­ma­tio­nen auf­tau­chen!“ (Der Trai­ler selbst war eine Hom­mage an Exploitation-Filme aus den 70ern.) Der BND hatte alles vor­be­rei­tet, aber Detek­tive sind smar­ter als das. Sie saß mit Son­nen­brille auf einer Bank, Papp­be­cher voll Kof­fein und wir drif­ten ab, Agen­ten waren ver­klei­det.
Sie lie­fen als Micky Mouse rum,
als Min­nie Mouse rum,
als Donald Duck rum,
als Goofy rum, sehr ver­däch­tig.
Sie wusste es und ermit­telte men­tal, sie erin­nerte sich, sie bemerkte Details, sie war sehr pro­fes­sio­nell und der BND kaufte es: Es war ein Ablen­kungs­ma­nö­ver! Ein Manö­ver, um gleich­zei­tig und unbe­merkt äußert import­ante Gren­zen zu ent­de­cken: Gren­zen, die eine Sphäre abhe­ben, in der man einen Ort fin­den kann, der neben jedem Abfuck besteht.
Ein Ablenkungs-Manöver? Eigent­lich sollte man wis­sen, dass Woody Wood­pe­cker mit Dis­ney nichts zu tun hat…(produziert vom Walter-Lantz-Animationsstudio/ von Uni­ver­sal raus­ge­ge­ben seit 1940 / If you don’t know, now you know)
“Ich glaube, es hat funk­tio­niert.“
“Trotz­dem beginnt der eigent­li­che Fall erst jetzt: Die Suche!“
“Im Leben der armen & fast berühmten/ pas­sie­ren Dinge, die ’nen Dachs bestürzen/“
“True that.“

Jos­hua Groß