Wer hat Angst vor…was genau?

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Das Festival-Zentrum kurz vor den Diskussionsrunden. Bild: Patricia Achter.

Ein neues Diskussionsformat ist beim diesjährigen Arena-Festival ausprobiert worden. In kleinen Gruppen konnten die Teilnehmer mit Experten über Angst reden. Welche Gespräche dabei entstanden sind? Das verraten einige namen- und zusammenhanglose Gesprächsfetzen:
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Monster ex machina

Leben aus dem Glas? Nicht mit Igor!

Leben aus dem Glas? Nicht mit Igor (Daniel Radcliffe)! Bild: Fox

Eine vorlagengetreue Literaturverfilmung hat bei Victor Frankenstein – Genie und Wahnsinn niemand erwartet. Doch Regisseur Paul McGuigan schafft es, Mary Shelleys Roman komplett auf den Kopf zu stellen. Das schlimmste Monster ist bei ihm weder die aus Leichenteilen zusammengestückelte Kreatur noch ihr Schöpfer – sondern die Technik. Damit macht er seinen Film zum politischen Statement. Keine gute Idee. Weiterlesen

Bärendienst für die Menschenrechte

Bürgerrechte für den Bären? Ted vor Gericht Bild: Universal Studios

Bürgerrechte für den Bären?                 Bild: Universal Studios

In Ted 2 lässt Family Guy-Schöpfer Seth MacFarlane seinen plüschigen Protagonisten vor Gericht ziehen. Der sprechende Teddy möchte seine Menschenrechte einklagen. Dass der Film nichts taugt, ist keine große Überraschung. Wie willkürlich er mit dem Begriff der Menschenrechte jongliert schon. Weiterlesen

Jeder stirbt für sich allein

Cover zu Um uns die Toten von Bartholomäus Grill (Quelle: Siedler Verlag).

Cover zu Um uns die Toten von Bartholomäus Grill (Quelle: Siedler Verlag).

Der Tod lauert überall. Da verwundert es nicht, dass er auch ein universelles Thema ist. So könnte nahezu jede wissenschaftliche oder künstlerisch-kulturelle Disziplin den Tod in sein Ressort aufnehmen. Doch das alleine war nicht das interdisziplinäre Ziel des Journalisten Bartholomäus Grill. Sein Buch Um uns die Toten. Meine Begegnungen mit dem Sterben bringt den Leser zum Nachdenken über den Tod und den bietet dazu sowohl einen phänomenologischen als auch individuell-autobiographischen Umgang damit. Beides scheint sinnvoll zu sein, da doch keiner diesem Untersuchungsobjekt entfliehen kann.

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Populärkultur From Hell

"The Great Red Dragon and the Woman Clothed in Sun" (Public Domain)

„The Great Red Dragon and the Woman Clothed in Sun“ (Public Domain)

Dr. Simone Broders‘ Vortrag „Fearful Symmetry“ demonstriert vorbildhaft das kluge Konzept der Ringvorlesung zur Populärkultur: die alltäglich konsumierte Kultur als Ausgangspunkt für Bezüge zum klassischeren universitären Kanon. So passen dann auch „Serienkiller“ und „William Blake“ überraschend gut zusammen. Ein gelungener, kurzweiliger Vortrag — und eine inspirierende Einladung zum blakespotting. Weiterlesen

Vorankündigung: Eröffnung einer Agentur für Zeitverschwendung

afz

(Quelle: http://www.agenturfürzeitverschwendung.org/)

Als sich die Dikussion um Philip Dingeldeys Fußballartikel noch nicht in einem Gähnen entspannte (sprich: als noch Luft im Ball war), machte man sich woanders ernsthafte Gedanken, wie Zeit am wirkungsvollsten zu verschwenden wäre. So absurd es klingen mag, so real ist es. Denn am Samstag eröffnet im Kaufhof am Nürnberger Aufseßplatz die „Agentur für Zeitverschwendung“ (kurz: AfZ). Weiterlesen

Ins Netz gegangen

Scharf angeschossen - Fußball auf dem Feld der Ehre (Foto: Awaya Legends https://www.flickr.com/photos/awaya/2717850130/sizes/m/in/photostream/)

Scharf angeschossen – Fußball auf dem Feld der Ehre (Foto: Awaya Legends https://www.flickr.com/photos/awaya/2717850130/sizes/m/in/photostream/)

Da ging es aber ganz schön ab, die letzten Tage in unserem re>flex-Magazin. Vor zwei Tagen veröffentlichte ich meinem Essay Faschistoider Fußball. Das hat in unserem Magazin erfreulicherweise eine hitzige, öffentliche Diskussion ausgelöst. Denn die provokante These des Artikels war, dass das Phänomen Fußball faschistoide Elemente aufweist, was ich primär belegt habe, anhand der Faktoren Patriotismus, gekoppelt mit einem Hypernationalismus, und totalitären Zügen durch den Massencharakter, der Abslouheit des Fußballs und dem sakralen Warenfetisch, der um das Produkt herum generiert wird. Widerspruch ist da ja eigentlich schon vorprogrammiert. Eine Erwiderung von Philip J. Dingeldey

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Faschistoider Fußball

Der Organismus des Massencharakters (Quelle: Wikimedia Commons/ Adriá-garcia).

Der Organismus des Massencharakters (Quelle: Wikimedia Commons/ Adriá-garcia).

In Kürze beginnt wieder einmal der größte Zirkus der Welt – nämlich die Fußball-Weltmeisterschaft (WM) –, und die Deutschen sind schon ganz aus dem Häuschen. Überall findet man jetzt Fanartikel, über Schmuck, Halsbänder, Fußbälle, Schminke – freilich alles in den deutschen Nationalfarben. Selbst Produkte, die auf den ersten Blick nichts mit Fußball zu tun haben, versuchen mit dem WM-Etikett ihre Umsätze, meist erfolgreich, zu maximieren. Das nennt sich dann Fußballfieber.

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Einzigartigkeit Poesie?!

Szene aus "Ein Sommernachtstraum" (Quelle: Wikimedia Commons/ Stadt Neuss - Kulturamt).

Szene aus Ein Sommernachtstraum (Quelle: Wikimedia Commons/ Stadt Neuss – Kulturamt).

Die Welt als Wille und Vorstellung. So lautet der Titel des philosophischen Hauptwerkes Schopenhauers. Schon jener deutet implizit auf die Bedeutung der Kommunikation hin. Man macht sich die Welt Untertan, indem man sie in begreifbare Schemata zwingt – den Willen und die Vorstellung. Dazu braucht es jedoch die Sprache als Medium, erstens, als Schema für den Menschen, um zu begreifen; zweitens, um dies anderen kundzutun; und drittens, um auch das soziale Umfeld zu schematisieren. Darauf greift auch Hamann – anschließend an Aristoteles – zu, wenn er meint, ohne Wort gäbe es weder Vernunft noch Welt. Die Vernunft ist zunächst das, was uns vom instinkthandelnden Tier unterscheidet,  die Reflexionsfähigkeit. Dies drückt sich in unserem verbalen Hauptkommunikationsmittel aus. Fraglich bleibt natürlich, ob uns dies zum politischen Wesen macht.

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Glückskämpfe

Das Glück, Ein Jahrmarkt des Konsums? (Quelle: pixelio/ Honeypix).

Das Glück, Ein Jahrmarkt des Konsums? (Quelle: Pixelio/ Honeypix).

Da steht sie also: Eine reiche und prominente Frau vor ihrer Villa und weint in Strömen. Nach ein paar Sekunden schluchzt sie ins Mikrofon, dass Reichtum allein nicht glücklich mache, da er ihren Mann nicht vor dem plötzlichen Tod geschützt habe. Da steht er also: Ein ärmlicher Hartz IV- Empfänger in Second-Hand-Klamotten, der vor dem Plattenbau ins Mikro jubelt, dass der Reichtum allein nicht glücklich mache, da er trotz der Armut in seiner Ehe superglücklich sei.

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