Stand up für das Kabinett der Poesie

Ein Tag auf der Frankfurter Buchmesse 2014

Foto: Rebekka Knoll

Foto: Rebek­ka Knoll

 

Über 7.300 Aus­stel­ler über­schwem­men die Besu­cher der Frank­fur­ter Buch­mes­se mit ihren Neu­erschei­nun­gen und Ver­an­stal­tun­gen. Was bleibt hän­gen, wenn man sich einen Tag lang durch­kämpft? Bei mir: eine lau­te Dis­kus­si­on, eine lei­se Poe­sie-Ecke, Body­guards und ein magi­sches Scho­ko­la­den­re­zept. Außer­dem drei Bücher, die ich unbe­dingt lesen muss. Wei­ter­le­sen

Vom zweiten Erwachsenwerden

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Cover: „Am Ende schmei­ßen wir mit Gold“ von Fabi­an Hisch­mann

Ich packe in mei­nen Kof­fer … AM ENDE SCHMEISSEN WIR MIT GOLD von Fabi­an Hisch­mann.

Max hat sich in sei­nem Leben gera­de ganz gut ein­ge­rich­tet – als ein Anruf sei­nes Vaters ihn her­aus­reißt. In die­sem Moment beginnt er, aus allen Wol­ken zu fal­len: aus sei­nem All­tag, sei­ner Lethar­gie und aus sei­nen Tier­fil­men. „Am Ende schmei­ßen wir mit Gold“ von Fabi­an Hisch­mann ist ein Debüt, in das man sich gern hin­ein­stürzt, um Max‘ Fahrt­wind auch im eige­nen Gesicht zu spü­ren.

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Du und Ich, wir sind dasselbe“ – Ein Interview

100° Berlin 2014 © Arne Schmitt-4883

Foto: Arne Schmitt

Wer am vier­ten Juli in den Kel­ler des Gum­mi Wör­ner stieg, konn­te im Rah­men von ARENA an einer inter­ak­ti­ven Tanz­per­for­mance teil­neh­men. Das Ziel: „Dance yours­elf clean“. Auf der Suche nach Uto­pie rück­ten knapp 30 Leu­te eng zusam­men, leg­ten sich die Hän­de auf die Köp­fe, tanz­ten im Kreis und sahen ihrer eige­nen Bewe­gung dabei zu, wie sie die Kör­per wech­sel­te. Als die Musik aus war und die Far­ben wie­der aus den Gesich­tern gewischt, sprach ich noch kurz mit dem Künst­ler Ben­ja­min Poh­lig über Künst­ler­spra­chen, Feed­back-Schlei­fen und die Gren­zen von Du und Ich.

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Der unsichtbare Peng

ApfelWer den Roman „Der unsicht­ba­re Apfel“ von Robert Gwis­dek ali­as Käptn Peng bei sei­ner Lesung kauf­te, hat­te das Gefühl, gera­de das unge­wöhn­lichs­te und ver­rück­tes­te Buch erwor­ben zu haben, das je einer geschrie­ben hat. Bedeu­tungs­schwan­ger und selbst ein wenig kreis­för­mig mach­te ich mich auf den Heim­weg – wur­de dort aber lei­der doch zum Drei­eck.
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Holterdiepolter oder Die Kraft der Spontanität

Bei Impro­vi­sa­ti­ons­übun­gen in der Schu­le hab ich über die spon­ta­nen Ein­fäl­le mei­ner Mit­schü­ler oft gebrüllt vor Lachen. Wir hat­ten im Dar­stel­len­den Spiel so viel Spaß wie sonst die gan­ze Woche nicht. Mit ent­spre­chend hohen Erwar­tun­gen bin ich Diens­tag Abend zu mei­nem ers­ten offi­zi­el­len Impro­vi­sa­ti­ons­thea­ter ins Nürn­ber­ger Cin­ecittá gefah­ren – und war über­rascht wie vie­le gran­dio­se Ide­en auf offe­ner Büh­ne ent­ste­hen kön­nen. Aber auch, wie viel kri­ti­scher man frem­den Impro­künst­lern gegen­über­steht.

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Aus der Sprache gefallen

Blut am Hals der Katze_N.F. Tuerksever, Ensemble_(c) HIlda Lobinger

Foto: Hil­da Lobin­ger

Am letz­ten der dies­jäh­ri­gen Bay­ri­schen Thea­ter­ta­ge sit­ze ich zehn Kat­zen gegen­über: Sie sind starr, wir­ken maschi­nell, Zukunfts­kat­zen viel­leicht, robo­ter­ar­tig, und doch leuch­ten ihre Augen. Viel­leicht geht es in „Das Blut am Hals der Kat­ze“ ja um den arro­gan­ten Blick der Kat­zen auf unse­re Welt. Erst im Nach­ge­spräch erfah­re ich, dass das Stück nur aus Zufall so heißt. Dass es eigent­lich der Name eines ande­ren Stücks war, das nie fer­tig gewor­den ist. Dass der Titel sei­nen Teil dazu bei­trägt, in die­sem Stück die Pro­ble­me unse­rer Spra­che auf die Büh­ne zu brin­gen. Die zehn Dar­stel­ler der Bay­ri­schen Thea­ter­aka­de­mie August Ever­ding haben trotz­dem jeder eine Kat­ze gebas­telt. „Wir woll­ten Asso­zia­ti­ons­räu­me schaf­fen“, erklä­ren sie. Und in die­sen Räu­men habe ich mich aus­ge­spro­chen gern auf­ge­hal­ten.

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Nichts bedeutet irgendetwas“

Nichts was im Leben wichtig ist_3

Foto: Gise­la Hoff­mann

 

Das Nichts ist extrem gefähr­lich. Das wuss­te schon Bas­ti­an Bal­tha­sar Bux. Wie gefähr­lich es erst wer­den kann, wenn es in die Hän­de von Jugend­li­chen gerät, zeig­te das Gost­ner Hof­thea­ter am ver­gan­ge­nen Diens­tag in der Erlan­ger Gara­ge anläss­lich der Bay­ri­schen Thea­ter­ta­ge. Das Ensem­ble führ­te „Nichts. Was im Leben wich­tig ist“ auf, ein Thea­ter­stück, das auf dem gleich­na­mi­gen Jugend­ro­man von Jan­ne Tel­ler basiert. Ein abso­lut nicht lang­wei­li­ger Abend. Nicht vor­her­seh­bar, nicht unglaub­wür­dig. Aber – ist das wich­tig? Wei­ter­le­sen

Der Künstler und das Stahlgerüst

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Foto: Chris­ti­an Flamm

Der Künst­ler ist einer, der in den Sei­len hängt. Der manch­mal dage­gen ankämpft, lie­ber wirr vor sich hin redet und am liebs­ten singt. Er ist gebeu­telt, natür­lich, schließ­lich ist er eine Mario­net­te. Das weiß er, obwohl er ungern dar­auf reagiert. An die­sem schwü­len Don­ners­tag Abend hängen auch die paar Zuschau­er mit ihm in den Sei­len, die sich zu Belac­quas „Urauf­füh­rung! Kaf­ka“ anläss­lich der Bay­ri­schen Thea­ter­ta­ge ein­ge­fun­den haben. Denn all­zu schnell wird klar, dass sich eini­ges in die­sen Sei­len ver­kno­tet hat. Nur lei­der nicht der gesuch­te Künst­ler.

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Woyzeck tanzt

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Foto: Hen­ning Rosen­busch

Sind wir nicht alle ein bisschen Woy­zeck? Zumin­dest am Anfang die­sen Abends, als zehn Woy­zecks mit rot­un­ter­lau­fe­nen Augen einen pol­tern­den Arbei­ter­tanz auf­füh­ren, könnte man das mei­nen. Es sind Bewe­gun­gen, mit denen wir alle auch heu­te etwas anfan­gen kön­nen: getrie­ben, schwer, fremd gelei­tet. Doch im Lau­fe der Cobur­ger Woy­zeck-Insze­nie­rung, die am ver­gan­ge­nen Don­ners­tag anläss­lich der Bay­ri­schen Thea­ter­ta­ge auf­ge­führt wird, wird das Bild des Gebeu­tel­ten schnell noch dif­fe­ren­zier­ter.

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Erlangen wird Theaterstadt

Ges­tern gings los — bis zum 31.Mai 2014 wer­den nun 28 Thea­ter Erlan­gens Büh­nen erobern. Das sind min­des­tens 28 Kon­zep­te, viel mehr Men­schen, Geschich­ten, Stim­mun­gen und unzäh­li­ge Ide­en: Ges­tern began­nen die Baye­ri­schen Thea­ter­ta­ge in Erlan­gen. Wei­ter­le­sen