Motivierte Polizisten – Mach One auf seiner „Aussen Draussen Tour“

MachOne_Pressefotos_Fotograf_TobiasBechtle_DSC_0693

Foto: Tobi­as Becht­le

In Zei­ten, in denen sich Ber­li­ner nicht immer posi­tiv über den Süden Deutsch­lands äußern, liegt die Fra­ge natür­lich nahe, was ein Kreuz­ber­ger über Bay­ern denkt. „Natür­lich war es so, dass man lan­ge Zeit gedacht hat ‚ach Schei­ße, Bay­ern‘ , aber man wird ja älter und man macht Erfah­run­gen: Tol­le Leu­te ken­nen­ge­lernt, tol­les Essen, tol­les Bier, schö­ne Frau­en, tol­les Land. Man kann nichts Nega­ti­ves sagen. Ach und total moti­vier­te Poli­zis­ten“, lacht er. „Er“ ist MachO­ne und hat bei sei­ner „Aus­sen Draus­sen-Tour“ in drei Städ­ten Bay­erns vor­bei­ge­schaut: unter ande­rem im Hirsch in Nürn­berg. Mit dabei drei Vor­ac­ts: Flexis, Akteo­ne und der Boari­scha Bou. Wei­ter­le­sen

K steht für (…)

Wis­sen Sie wer Ser­ge Kar­re­fax ist? Nein? Dann emp­fiehlt es sich, hier wei­ter zu lesen. Alter­na­tiv könn­ten Sie sich das Buch, näm­lich „K“ von Tom McCar­thy, auch kau­fen ohne die fol­gen­den Zei­len zu lesen, Sie wür­den es nicht bereu­en. Aber wenn Sie die­sen Arti­kel nun schon mal ange­klickt haben…

Also: Ser­ge Kar­re­fax wird 1898 als Sohn des Erfin­ders Simon Kar­re­fax auf dem aus­la­den­den Land­gut Ver­so­ie gebo­ren, was mehr oder weni­ger neben­bei pas­siert, denn der Vater, der in ers­ter Linie tau­ben Kin­dern Mög­lich­kei­ten zu kom­mu­ni­zie­ren lehrt, ist gera­de damit beschäf­tigt, das Wett­ren­nen um die Erfin­dung des Tele­gra­phen zu ver­lie­ren. Auf sei­nem Kopf trägt Ser­ge eine Frucht­bla­se, was ihm laut Volks­mund Glück ver­hei­ßen soll. Das auf­ge­weck­te Kind ist eben­so wis­sen­schafts­eu­pho­risch wie der Vater, und teilt die­se Vor­lie­be auch mit sei­ner älte­ren, hoch­be­gab­ten Schwes­ter Sophie, mit er ein Ver­hält­nis pflegt, wel­ches nor­ma­le Geschwis­ter­lie­be bei wei­tem zu über­stei­gen scheint.

Früh erliegt Ser­ge dabei dem Fort­schritt ver­hei­ßen­den Zau­ber der auf­kom­men­den Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mög­lich­kei­ten, die ihm auf den Sta­tio­nen sei­nes Lebens immer wie­der begeg­nen Wei­ter­le­sen

Die Inspiration kommt vom Bier!“

Wasted“-Sänger Mar­shall (Foto: Miguel Michae­lis)

Ein biss­chen chao­tisch läuft das Inter­view mit „Was­ted“ nach ihrem Auf­tritt beim New­co­mer­fes­ti­val im E‑Werk Erlan­gen ja schon ab. Kaum zu brem­sen sind die fünf und alle plap­pern wirr durch­ein­an­der. Kein Wun­der, waren sie doch gera­de noch auf der Büh­ne. Und das heißt bei Dan­ny, Mar­shall, Chris, Max, „Jesus“ genannt, und Jonas: Alles geben! Das Publi­kum ist von Anfang an gefes­selt von ihrer Büh­nen­show. Kei­ner der Musi­ker steht hier still, der Auf­tritt ist nicht nur ein Auf­tritt, son­dern eine Show! Fast ein wenig ein­ge­schüch­tert und doch fas­zi­niert wir­ken die Zuschau­er von der geball­ten Power die ihnen da von der Büh­ne ent­ge­gen­prescht. Die Schüch­tern­heit hält jedoch nicht lan­ge an, und bald head­ban­gen nicht nur die Jungs auf der Büh­ne zur Musik mit. Die sind auch optisch ein Wei­ter­le­sen

Rote Sonne, schwarzes Herz

Ich, Atar Gull, wer­de nie­mals wei­nen.“

Der Skla­ven­han­del des Kolo­ni­al­zeit­al­ters gehört zu den fins­ters­ten Kapi­teln der Mensch­heits­ge­schich­te. Über meh­re­re Jahr­hun­der­te hin­weg spann­ten sich die glo­ba­len Han­dels­net­ze der füh­ren­den Welt­mäch­te von den Küs­ten Afri­kas bis zu den Skla­ven­märk­ten der Hei­mat; ein schmut­zi­ges, aber ertrag­rei­ches Geschäft für die Män­ner, die Fami­li­en und Stäm­me zer­ris­sen, um der ste­ti­gen Nach­fra­ge nach Men­schen­ma­te­ri­al nach­zu­kom­men und jene, die mit­tels Skla­ven­ar­beit erfolg­reich ihre Plan­ta­gen bewirt­schaf­te­ten. Der fran­zö­si­sche Schrift­stel­ler und spä­te­re enga­gier­te Sozia­list Eugè­ne Sue wid­me­te sich in sei­nem 1831 erschie­ne­nen Aben­teu­er­ro­man „Atar Gull“ die­ser The­ma­tik, der nun von Comi­c­au­tor Fabi­en Nury und sei­nem Zeich­ner Brü­no unter dem Titel „Atar Gull oder das Schick­sal eines vor­bild­li­chen Skla­ven“ frei adap­tiert wor­den ist.

Atar Gull, sei­nes Zei­chens hünen­haf­ter Häupt­ling der „klei­nen Nama­quas“, wird zusam­men mit wei­te­ren Mit­glie­dern sei­nes Stam­mes vom König der mit ihnen im Krieg lie­gen­den „gro­ßen Nama­quas“ über einen hol­län­di­schen Zwi­schen­händ­ler an den altern­den Skla­ven­händ­ler Benoit ver­kauft, einen gut­mü­ti­gen Mann mit Prin­zi­pi­en, der sich der Ver­werf­lich­keit sei­ner Tätig­keit bewusst ist und nichts ande­res ersehnt, als in die Hei­mat zu Frau und Kind zurück­zu­keh­ren – ein Wunsch, der ihm ver­wehrt bleibt, denn sein Schiff, die Cathe­ri­ne, wird auf dem Rück­weg von Pira­ten auf­ge­bracht, deren Kapi­tän Wei­ter­le­sen

Begegnungen in der Nacht — das Nürnberg.Pop #2

 

Die Viel­sei­tig­keit, die Loca­ti­ons, die Musik, das Publi­kum, die Win­ter­nacht…
- unbe­kann­ter Fes­ti­val-Besu­cher vor dem K4

 

I Heart Sharks (Foto: Chris­ti­na Karl)

Als wir die Pres­se­kar­ten abhol­ten, bän­del­te ich mit der Foto­gra­fin an. „Es ist obszön“, sag­te sie. „Ich fra­ge mich, wer die­sen Schnee in unse­re Brei­ten­gra­de geschickt hat.“ Ich grins­te. In den sym­pa­thi­schen Lich­tern der Stadt quoll unser Atem wie die Nach­wir­kun­gen klei­ner Deto­na­tio­nen, die sich wäh­rend einer Begeg­nung ereig­nen. Es war sehr pas­send, dass ich mit einer Foto­gra­fin anbän­del­te. Die re>flex Redak­ti­on hat­te zwei Jour­na­lis­ten los­ge­schickt, um über das Nbg.Pop zu berich­ten. Woher soll­ten wir Bild­ma­te­ri­al bekom­men? Ich ver­lor mei­nen Kol­le­gen Aldo Han­sen, als mir die Foto­gra­fin erzähl­te, dass sie Tief­see-Foto­gra­fin ist und haupt­säch­lich für Maga­zi­ne wie Mari­tim und Tri­ton arbei­tet. Ich war kurz ver­wirrt. Sie hat­te nicht mal einen Foto­ap­pa­rat dabei. Ich kratz­te Wei­ter­le­sen

Das freie Spiel der Zeichen

 

Für Fans von den Türen und sol­chen die nichts wer­den wol­len…

Die Türen sind nicht: Eine Trup­pe sozi­al­li­be­ra­ler Leh­rer kurz vor der Pen­sio­nie­rung, die einen veri­ta­blen Jim Mor­ri­son-Fetisch pflegt und daher gele­gent­lich alte The Doors-Songs in Turn­hal­len rum­pelt. Die Türen sind: Spät ein­ge­schul­te Pen­nä­ler, die in der „Ham­bur­ger Schu­le“ drei Klas­sen­stu­fen unter Blum­feld nicht die Ver­set­zung geschafft haben und vol­ler Stolz gleich im Pre­ka­ri­at gelan­det sind. Die Türen sind auch: Dada­is­ten, Semio­ti­ker, Pro­le­ten, Punks. Die Türen mögen: Fou­cault und Fla­schen­pfand, diver­se Meta­ebe­nen, Neue Deut­sche Wel­le, Ber­lin. Die Türen mögen nicht: Die hyper­mo­bi­li­sier­te Mul­ti­op­ti­ons­ge­sell­schaft und Aldi, die schwarz-gel­be Regie­rung, das Sys­tem im All­ge­mei­nen, Ber­lin. Sie sind jetzt also gewarnt, falls sie dach­ten, die Türen, dass sei­en Dödel, die es tat­säch­lich für wit­zig hal­ten, einen Band­na­men wie Die Türen zu benut­zen. Womit sie Wei­ter­le­sen

Die endlose Schleife

Pop befin­det sich im Wür­ge­griff der Retro­phi­lie, meint Simon Rey­nolds

Die Plat­te springt. Die Nadel setzt immer wie­der von neu­em an der sel­ben Stel­le an, kratzt über schwar­zes Vinyl, und spielt die immer glei­che Melo­die, das immer glei­che Riff, den immer glei­chen Song. Irgend­wann ist der Pop­mu­sik zwi­schen all den zeit­gleich abge­spul­ten Revi­vals der Sounds, Styles und Bil­der längst ver­gan­ge­ner Zei­ten, zwi­schen Nost­al­gie, Retro­wahn und Sen­ti­men­ta­li­tät, schein­bar die Zukunft abhan­den gekom­men. Die­se The­se hat der bri­ti­sche Pop­kri­ti­ker und Musik­jour­na­list Simon Rey­nolds in sei­nem breit rezi­pier­ten und mit­un­ter als „viel­leicht wich­tigs­ter Bei­trag zum pop­kul­tu­rel­len Dis­kurs der Nuller­jah­re“ (INTRO) bezeich­ne­ten Sach­buch Retro­ma­nia — War­um Pop nicht von sei­ner Ver­gan­gen­heit las­sen kann, auf­ge­stellt. Wei­ter­le­sen

Vorankündigung — Nürnberg.Pop #2

Krei­sky-Front­man Franz Adri­an Wenzl ali­as Aus­tro­f­red

37 Bands, 13 Loca­ti­ons — Das Club­fes­ti­val NÜRNBERG.POP setzt zur zwei­ten Run­de an:

 

Am kom­men­den Sams­tag, den 27.Oktober sind bekann­te Acts wie Gra­ven­hurst, Bedroom­dis­co und Aus­tro­f­red zusam­men mit Geheim­tipps wie Vier­kan­tret­la­ger oder Gin­ger Redcliff und vie­len wei­te­ren regio­na­len, natio­na­len und inter­na­tio­na­len Bands in Clubs der gesam­ten Nürn­ber­ger Innen­stadt zu bewun­dern.

Tickets  gibt es für 17,- zuzüg­lich Vor­ver­kaufs­ge­büh­ren an allen bekann­ten Vor­ver­kaufs­stel­len und online.

 

Wei­te­re Infos unter http://www.nuernberg-pop.de/

Vorankündigung – Simon Reynolds liest aus „Retromania“…

Simon Rey­nolds

Sei­en wir doch ehr­lich. Pop­mu­sik ist am Ende. Röchelt noch ein wenig, aber die drin­gend benö­tig­te Frisch­blut­in­fu­si­on lässt auf sich war­ten, der Pati­ent däm­mert koma­tös sei­nem eige­nen Exitus ent­ge­gen. Simon Rey­nolds, bri­ti­scher Musik­jour­na­list, der u.a für die New York Times, Melo­dy Maker und den Rol­ling Stone schreibt, attes­tiert der zeit­ge­nös­si­schen Pop­mu­sik in sei­nem Werk „Retro­ma­nia: War­um Pop nicht von sei­ner Ver­gan­gen­heit las­sen kann“ zumin­dest einen der­art deso­la­ten Zustand. Aus­gie­big unter­sucht er dar­in den spä­tes­tens seit den frü­hen 00er-Jah­ren und der Digi­ta­li­sie­rung gras­sie­ren­den Hang des Pop zur Plün­de­rung der eige­nen Archiv­kis­ten: Retro, Vin­ta­ge, Nost­al­gie, die ewi­ge Abfol­ge unter­schied­lichs­ter Revi­vals, ange­fan­gen bei den end­lo­sen Rein­ter­pre­ta­tio­nen musi­ka­li­scher Wei­ter­le­sen

Epos in eisigem Blau

Chris­ti­an Kracht, enfant ter­ri­ble der deut­schen Lite­ra­tur, gelang 2012 nicht nur das zwei­fel­haf­te Kunst­stück, mit einem Buch, wel­ches Anfang des 20. Jahr­hun­derts im Pazi­fik spielt, eine Nazi-Debat­te her­auf­be­schwo­ren zu haben, son­dern auch die ungleich grö­ße­re Leis­tung, mit der Geschich­te um den Koko­voren Augus­tus Engel­hardt den klas­si­schen Aben­teu­er­ro­man im Sti­le Her­man Mel­vil­les wie­der zurück auf das lite­ra­ri­sche Tapet gebracht zu haben. Simon Schwarz wagt sich in sei­nem Zweit­ling „Pack­eis“ in Comic­form an ein ver­gleich­ba­res Vor­ha­ben: Die frei bear­bei­te­te, aben­teu­er­li­che Lebens­ge­schich­te einer his­to­risch ver­bürg­ten Figur als bewe­gen­des, mit leich­ter Hand erzähl­tes Dra­ma um Ruhm, Aner­ken­nung und Grö­ßen­wahn. Und wo das Erstau­nen über Krachts kurio­se Haupt­fi­gur schon groß genug war, ver­hält es sich bei Simon Schwartz Wei­ter­le­sen