Liebe und Wahn liegen nahe beieinander

Kath­rin Penk über Kathar­sis!

Nicht zum ers­ten, aber zum aller­ers­ten Mal in Erlan­gen füll­ten sich am Don­ners­tag die Rei­hen vor einer dunk­len Büh­ne im Ewerk zum „Katharsis.Doublefeature“ der Stu­dio­büh­ne. Und bereits das düs­te­re Büh­nen­bild mit einer ein­sa­men Frau mit lee­ren Blick im Zen­trum lässt erah­nen: Das wird kein Abend, der die Lie­be als etwas wahn­sin­nig Schö­nes sti­li­siert.

4 48 Psychose

Sarah Kane, die Autorin der bei­den auf­ge­führ­ten Wer­ke, ist dafür ja auch nicht bekannt. Die bri­ti­sche Dra­ma­ti­ke­rin steht für extre­me, frag­ment­ar­ti­ge Stü­cke, die stets um nichts Gerin­ge­res als die Fra­gen krei­sen, die den Kern des Mensch-Seins betref­fen, wenn alles brach liegt und es kei­nen äuße­ren Halt mehr gibt: Was ist das Leben wert? Wie lan­ge ist es noch lebens­wert? Was ist Lie­be und wie weit will und kann man für sie gehen?

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Mittsommer in Erlangen

Erlan­ger Thea­ter fei­ert am 8.06.2013 die Pre­mie­re von „Eine Som­mer­nacht“! Vera Podskalsky war dabei.

Foto: JOCHEN QUAST

Foto: JOCHEN QUAST

Es ist Mitt­som­mer. In Edin­burgh.“ Bob und Hele­na, bei­de 35, Sin­gle, im Nor­ma­lo-Leben irgend­wie geschei­tert und eigent­lich sehr unter­schied­lich, tref­fen in einer Bar auf­ein­an­der. Sie betrin­ken sich gemein­sam, haben Sex, tref­fen sich am nächs­ten Nach­mit­tag durch eine Ver­ket­tung eigen­ar­ti­ger Zufäl­le wie­der und beschlie­ßen, eine unge­wöhn­li­che Nacht mit­ein­an­der zu ver­brin­gen.

Soweit die Hand­lung von „Eine Som­mer­nacht“, die dem Pro­to­typ der ame­ri­ka­ni­schen Lie­bes­schnul­ze zu ent­spre­chen scheint. Mit Lie­bes­schnul­zen beginnt auch die Vor­füh­rung in der Erlan­ger Gara­ge, Film­sze­nen aus Klas­si­kern wie „Dir­ty Dan­cing“ wer­den ein­ge­spielt. Wei­ter­le­sen

Was wir brauchen that’s une identité universelle“

Kath­rin Penk war für re>flex bei Azouz Begag!

azouz_begag_portraitWer der Ein­la­dung zur Lesung des bekann­ten Sozio­lo­gen, Schrift­stel­lers und ehe­ma­li­gen fran­zö­si­schen Minis­ters für Chan­cen­gleich­heit Azouz Begag folgt, erwar­tet in ers­ter Linie eines: eine fun­dier­te Mei­nung, jede Men­ge Infor­ma­tio­nen und einen sach­li­chen und damit ein­her­ge­hend  etwas tro­cken-aka­de­mi­schen Vor­trag. Zumal das The­ma sei­nes neus­ten Sach­bu­ches „Bouger la ban­lieue. L’in­té­gra­ti­on en ques­ti­on.“ (dt.: „Bewe­gung in die Vor­or­te brin­gen. Die Inte­gra­ti­on in Fra­ge gestellt“) nicht gera­de ein Quell der Fröh­lich­keit und die Inte­gra­ti­ons­po­li­tik spä­tes­tens mit den Vor­stadtun­ru­hen seit 2005 ein wun­der Punkt für vie­le Fran­zo­sen ist. Wei­ter­le­sen

Eine musikalische Reise an einen Ort, der uns gefällt

Ólafur Arnalds am 31. 5. 2013 im Kon­zert­saal der Nürn­ber­ger Sym­pho­ni­ker!
von Ant­je Bertz und Corin­na Hen­ge­lein

olafur2 von Corinna HengeleinEs ist mucks­mäus­chen­still als ein klei­ner, dür­rer Mann die Büh­ne betritt und sich an den Flü­gel setzt, des­sen Grö­ße selbst dem Musi­ker unheim­lich erscheint. Das Licht geht aus, der ers­te Ton erklingt. Dou­glas Dare ist grö­ßer als das Kla­vier und das zeigt er dem andäch­tig-lau­schen­den Publi­kum. Er bil­det den Auf­takt für einen Abend voll jun­ger Vir­tuo­si­tät und träu­me­ri­scher Musi­ka­li­tät.

Da sind Fach­män­ner auf der Büh­ne. Das ist klar. Òlafur Arnalds – wir den­ken ger­ne an vie­le Pro­jek­te mit nam­haf­ten Musi­kern zurück. Gän­se­haut brei­tet sich auf unse­ren Unter­ar­men aus, wenn wir uns an sei­ne Koope­ra­ti­on mit Nils Frahm erin­nern. Die Gän­se­haut spie­gelt sich selbst in sei­nen Album­ti­teln wider. So erschien 2013 „For Now I am Win­ter“, sei­ne bis­her expe­ri­men­tier­freu­digs­te Arbeit. Das was er da tut, klingt sehr islän­disch, sehr fil­misch, teils zer­brech­lich, teils stark zele­brie­rend. Wei­ter­le­sen

Unkonventionelle Künstlerin im konventionellen Konzertsaal

Wal­lis Bird am 29.5.2013 beim „Take a seat and lis­ten“-Fes­ti­val! Vera Podskalsky berich­tet.
Wallis Bird mit Gitarre

Leo­par­den-Zebra-Leg­gings auf schwe­rem Schuh­werk, ein aty­pi­scher Haar­schnitt und die Fla­sche Bier in der Hand – kurz: Wal­lis Bird, wie man sie kennt. Und dann der Musik­saal der Nürn­ber­ger Sym­pho­ni­ker: klas­sisch, gedie­gen, Stüh­le mit Sitz­pols­tern, für die es Platz­kar­ten gibt. Da passt etwas nicht zusam­men – des­sen ist sich die iri­sche Sän­ge­rin durch­aus bewusst („It´s like Bob Dyl­an goes elec­tric“). Das hält die 1,60 Meter klei­ne Toch­ter eines Pub-Besit­zers und ihre Band aber nicht davon ab, beim „Take a seat and listen“-Festival genau das zu tun, was sie immer tun: Durch eine ein­zig­ar­ti­ge gefühl­vol­le und ener­ge­ti­sche Rock-Pop-Folk- Mischung eine unsicht­ba­re Ver­bin­dung zwi­schen Büh­ne und Publi­kum her­stel­len. Wei­ter­le­sen

Vorankündigung: irisch-impulsive Individualität!

Wallis BirdVera Podskalsky wird für re>flex aus dem E‑Werk berich­ten!

Wer die iri­sche Sän­ge­rin Wal­lis Bird schon ein­mal gehört und gese­hen hat, der weiß, dass sie sich nicht in Schub­la­den ste­cken lässt. Weder musi­ka­lisch noch als Per­son. Viel­leicht ist das auch der Grund dafür, dass die Künst­le­rin bis­her kei­nen der vor­de­ren Plät­ze in den deut­schen Charts besetzt hat.

Aber viel­leicht ist das auch gut so. Abseits von ober­fläch­li­cher Popu­lär­mu­sik und trotz­dem inzwi­schen durch­aus bekannt (ihre Deutsch­land-Tour im Janu­ar war aus­ver­kauft) prä­sen­tiert die zwei­fa­che Gewin­ne­rin des iri­schen Musik­prei­ses (Mete­or Awards) ihre ganz eige­ne facet­ten­rei­che Gitar­ren­mu­sik, eine Mischung aus Ele­men­ten des Irish Folk, Rock aber auch Jazz und zieht dabei von ruhi­ger Sen­ti­men­ta­li­tät bis zu geräusch­vol­ler Eksta­se alle Regis­ter. Wei­ter­le­sen

Vom Unterwegssein „Mit ungekämmten Haaren und Rückenwind“…

Andre­as Milb­radt war für re>flex bei Rapha­el Kest­ler im E‑Werk!

Raphael_Kestler_und_BandMit unge­kämm­ten Haa­ren und Rücken­wind“…

…so beschreibt Rapha­el Kest­ler in sei­nem Song „Bit­te Bleib“ das Für­ein­an­der da sein. Der Erlan­ger Lie­der­ma­cher prä­sen­tier­te nach sei­nem ers­ten Album „M. Zieht aufs Land“ zusam­men mit sei­ner Band am Sonn­tag den 28.04. sei­ne zwei­te LP „Lan­den“ auf der bis zum letz­ten Platz gefüll­ten Club­büh­ne im E‑Werk. Wei­ter­le­sen

Grandioser Auftakt mit kleinem Wermutstropfen

Anna Stärt­zel und Chris­ti­an Mei­er waren für re>flex im Mark­gra­f­en­thea­ter!

Abbildung 1: Fotograf: GERT KIERMEYER; v.l.: Band unten: Jimi Siebels, Winfried Wittkopp, Benedikt Zimmermann;auf der Bühne: Thomas Prazak, Matthias Zeeb, Daniel Seniuk, GitteReppin, Janina Zschernig, Violetta Zupancic

Abbil­dung 1: Foto­graf: GERT KIERMEYER; v.l.: Band unten: Jimi Sie­bels, Win­fried Witt­kopp, Bene­dikt Zimmermann;auf der Büh­ne: Tho­mas Pra­zak, Mat­thi­as Zeeb, Dani­el Seni­uk, Git­teRep­pin, Jani­na Zscher­nig, Vio­let­ta Zupan­cic

Stell dir vor, du kommst ins Thea­ter und wirst mit Jazz begrüßt. Rau­chi­ge Saxo­phon­klän­ge ver­mi­schen sich mit sanf­ter Kla­vier­mu­sik und lei­sen Gitar­ren­ak­kor­den wäh­rend sich der Saal mit dem ange­regt plau­dern­dem Publi­kum füllt. Eine Stim­mung wie an einem lau­en Som­mer­abend und genau die rich­ti­ge Stim­mung für die Auf­füh­rung von: Der Gro­ße Gats­by.

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Unterschrift für ein beitragsfreies Studium

Der neue re>flex-Redak­teur Andre­as Milb­radt infor­miert euch über das Volks­be­geh­ren gegen die Stu­di­en­ge­büh­ren!

Freie Bildung

Nach­dem am 15. Novem­ber bereits die Stu­di­en­ge­büh­ren-Abschieds­tour in Erlan­gen mit über 1000 Demons­tran­ten gefei­ert wur­de, macht die Abschaf­fung der Gebüh­ren mit dem heu­te ange­hen­den Volks­be­geh­ren gegen Stu­di­en­ge­büh­ren den nächs­ten gro­ßen Schritt. Wei­ter­le­sen

Igel, Kichererbsenragout oder doch lieber Leber?

Patri­cia Ach­ter, das neus­te Mit­glied der re>flex-Redaktion, war beim Poe­try Slam im E‑Werk!

Nicht jeder ist Fan der Band „Blu­men­topf“. Viel­leicht sind des­we­gen so vie­le Zuschau­er am 16. Dezem­ber zu dem von Jan Sie­gert mode­rier­ten Poe­try Slam ins E‑Werk gekom­men. Bei dem Dich­ter­wett­streit ist fast alles erlaubt – ob sati­ri­sche, poe­ti­sche oder impro­vi­sier­te Tex­te. So unter­schied­lich der Slam, so unter­schied­lich die Teil­neh­mer. Nur eines haben sie gemein­sam: Jeder hat acht Minu­ten Zeit, das Publi­kum von sich zu über­zeu­gen.

 

Spe­cial Guest Niki­ta Gor­bu­n­ov lei­tet mit „wun­der­schö­nen“ oder gar „roman­ti­schen“ Lie­dern den Poe­try Slam ein. Ihm folgt der ers­te Teil­neh­mer Nils Fren­zel, der meh­re­re Tex­te in den acht Minu­ten unter­brin­gen will. Das gelingt zwar nicht ganz, aber die Zuschau­er sind begeis­tert. In einer maka­bren Geschich­te erzählt er bei­spiels­wei­se, wie er einen Igel platt gefah­ren hat. Sein Fazit: Bei Som­mer­rei­fen wäre das Abkrat­zen schnel­ler gegan­gen. Mit einem völ­lig ande­ren Text tritt Frank Klöt­gen an. In dem Gedicht bringt er Char­lot­te Roche mit der Finanz­kri­se in Ver­bin­dung – denn selt­sa­mer­wei­se erscheint immer dann ein neu­es Buch von ihr, wenn es wie­der eine Kri­se gibt. Einem Feu­er­werk an Wort­spie­len folgt die Erkennt­nis: „Der Finanz­sumpf ist ein Feucht­ge­biet.“ Es wird viel gelacht bei sei­nem Vor­trag, wohin­ge­gen Ingo Win­ters anschlie­ßen­der mora­li­scher Text eher nach­denk­lich macht. Sei­ne kur­zen Brie­fe an Frau­en, Män­ner, Poli­ti­ker und ande­re sol­len zei­gen, was in der Welt schief­läuft. Wei­ter­le­sen