Traurige bunte Farben: Rebekka Knolls neuer Roman „Geliebte Angst“

978-3-570-16326-9

Bild: cbt Ver­lag

Gru­sel­ge­schich­ten ste­hen seit Jah­ren vor einem Pro­blem: Seit jeder­mann ein Han­dy hat, fällt es schwer, Span­nung auf­kom­men zu las­sen, Abge­schie­den­heit zu erzeu­gen, glaub­haft zu machen, war­um nicht ein­fach Hil­fe geru­fen wird. So ist in jedem Hor­ror­film inzwi­schen die „Huch!, kein Netz“-Szene obli­ga­to­risch, oder ein halb­ga­res: „Mist, Akku leer!“ Was aber, wenn man gar nicht um Hil­fe rufen will? Rebek­ka Knolls Gelieb­te Angst klam­mert Sky­pe, Face­book und Co. nicht aus: In ihrem Jugend­thril­ler sind es gera­de die­se neu­en Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­tel, die es einem per­fi­den Stal­ker erlau­ben, Schü­le­rin Emi­lia nach­zu­stel­len – und gna­den­los ihre innigs­te Sehn­sucht aus­zu­nut­zen: Dass alles, was er ihr schreibt, viel­leicht ja doch die Wahr­heit sein könn­te. Wei­ter­le­sen

Gone Girl“: Jetzt im Kino

Gone Girl © 20th Century Fox

Gone Girl © 20th Cen­tu­ry Fox

Gna­den­los, dop­pel­bö­dig und ungreif­bar ist David Fin­chers neu­er Thril­ler „Gone Girl“: An ihrem fünf­ten Hoch­zeits­tag ver­schwin­det die bezau­bern­de Ama­zing Amy (Rosa­mund Pike), offen­bar gewalt­sam, schnell gerät ihr Ehe­mann Nick (Ben Aff­leck) ins Visier der Ermitt­ler. Doch was als klas­si­scher Kri­mi um eine ver­miss­te Frau beginnt, dreht, wen­det und erwächst sich Zug um Zug zu einem scho­nungs­lo­sen, über­ra­schen­den und ver­stö­ren­den Psy­cho­thril­ler. Wei­ter­le­sen

Who Am I“: Jetzt im Kino

Foto: Presse / Sony Pictures

Foto: Pres­se / Sony Pic­tures

Ab und an blitzt zwi­schen Ver­gan­gen­heits­be­wäl­ti­gung und Schwei­ger-oder-Schweig­hö­fer Komö­die ein Gen­re-Film im Deut­schen Kino auf. Einer, der ehr­lich nur unter­hal­ten, nicht betrof­fen machen will, und sich dafür auch nicht schämt. So bewirbt auch der aus Erlan­gen stam­men­de Regis­seur Baran Bo Odar sei­nen neu­en Strei­fen „Who Am I“: Leich­tes Pop­corn-Kino, nach sei­nem schwer­mü­ti­gen Dra­ma „Das Letz­te Schwei­gen“. Ein tem­po­rei­cher Cyber-Crime Thril­ler mit tol­len Bil­dern und erst­klas­si­ger Beset­zung. Und dazu die Fra­ge: Wie ame­ri­ka­nisch müs­sen deut­sche Fil­me sein? Wei­ter­le­sen

Womit haben wir das verdient?

Pixabay • Public Domain License

Pixabay • Public Domain Licen­se

Apple-Nut­zer rei­ben sich ver­wun­dert die Augen, sie trau­en Ohren und Erin­ne­rung nicht mehr: Unter den kürz­lich gekauf­ten Arti­keln fin­det sich seit ges­tern, was, das brand­neue U2-Album? Ein­kaufs-Amne­sie? Nicht doch: Ein Geschenk von Apple, wie es heißt. „I get so many things I don’t deser­ve“, singt Bono gleich im ers­ten Song. Und das trifft es gut. — Womit haben wir das denn ver­dient? Wei­ter­le­sen

Krieg und Frieden

Foto: Uwe Niklas

Foto: Uwe Niklas

Am 1. August vor 100 Jah­ren erklär­te Deutsch­land Russ­land den Krieg. Das Bar­den­tref­fen 2014 erklärt den Frie­den. Ganz gro­ßes Mot­to also, wenn die Stadt Nürn­berg von Frei­tag bis Sonn­tag zu Rhyth­men und Klän­gen aus Deutsch­land und aller Welt ein­lädt, vor­ge­tra­gen von mehr als 60 Künst­lern und Bands, unter ande­rem aus Island, Isra­el, Ita­li­en, Por­tu­gal, Ango­la, Irland, Chi­le, der Ukrai­ne, West­afri­ka und Fran­ken. Wei­ter­le­sen

Oder bleibt nichts?

Poetenkoffer mit Erich Fried, eigene GrafikEs ist unver­dau­lich, sagt der Ver­stand / Es ist schlecht plat­ziert, sagt die Emp­fin­dung / Es ist zu spär­lich, sagt die Schwär­me­rei / Es ist, was es ist, sagt Bri­git­te Dörings „Poe­ten­kof­fer“ — und ver­ab­schie­det sich in die Som­mer­pau­se. Wei­ter­le­sen

Populärkultur From Hell

"The Great Red Dragon and the Woman Clothed in Sun" (Public Domain)

The Gre­at Red Dra­gon and the Woman Clo­thed in Sun“ (Public Domain)

Dr. Simo­ne Bro­ders‘ Vor­trag „Fear­ful Sym­me­try“ demons­triert vor­bild­haft das klu­ge Kon­zept der Ring­vor­le­sung zur Popu­lär­kul­tur: die all­täg­lich kon­su­mier­te Kul­tur als Aus­gangs­punkt für Bezü­ge zum klas­si­sche­ren uni­ver­si­tä­ren Kanon. So pas­sen dann auch „Seri­en­kil­ler“ und „Wil­liam Bla­ke“ über­ra­schend gut zusam­men. Ein gelun­ge­ner, kurz­wei­li­ger Vor­trag — und eine inspi­rie­ren­de Ein­la­dung zum blakes­pot­ting. Wei­ter­le­sen