Rikas — Die Jungs mit dem Fanny Pack im Interview

Rikas“im Inter­view mit dem Reflex­ma­ga­zin.
Bild: Sebas­ti­an Schroth.

Rikas. Das ist eine sym­pa­thi­sche vier­köp­fi­ge Band aus dem Raum Stutt­gart, die auf musi­ka­li­scher Ebe­ne sowohl live, als auch im Stu­dio, über­zeu­gen kann. Auf ihrem Debut Album Show­time kann man sich von ihrem schöp­fe­ri­schen Kön­nen über­zeu­gen. Wir tra­fen Sascha und Sam, um mit ihnen über die aktu­el­le Plat­te, den Ein­fluss von Kanye West und det Bedeu­tung von Musik zu reden.

re>flex: Hal­lo. Schön, dass ihr Zeit gefun­den habt. Ich wür­de direkt mit eurem Band­na­men begin­nen. Ich habe in einem Inter­view gese­hen, dass ihr eine Band­hün­din habt und dass von ihr der Name inspi­riert ist. Das ist ja schon sehr spe­zi­ell. Wie kam es zu die­sem Namens­ge­bungs­schritt?

Sascha: Ja, als Band ist es natür­lich immer schwer einen geeig­ne­ten Namen zu fin­den. Vor allem wenn man den so oft wech­selt wie wir. Wir machen ja schon Musik seit dem wir 12/13 sind. Und da macht man auch unter­schied­li­che Musik, je nach­dem wie alt man ist. Wir haben mit Pop­punk ange­fan­gen und sind über Beat­les­mu­sik dann zu uns, zu „Rikas“ gekom­men. Genau.

Sam: Man kann es im Prin­zip so zusam­men­fas­sen: Es war damals so, dass wir mit „Rikas“ noch kei­nen Band­na­men hat­ten, es gab also noch kei­nen Rikas­na­men. Und es war so: Wir woll­ten auf ein Kon­zert einer Band aus Spa­ni­en. „Hinds“ hei­ßen die. Sind vier Mädels. Und da war der Deal: Wir bräuch­ten bis zum nächs­ten Kon­zert einen Band­na­men, sonst kön­nen wir nicht auf die Gäs­te­lis­te. Und dann gab es da „Rikas“, das ist dann so auf der Auto­bahn ent­stan­den. So ein klei­ner Hint.

Bevor ich dann gleich auch noch­mal zu den Beat­les kom­me, wür­de ich euch bit­ten euch noch kurz für die Leser*innen vor­zu­stel­len. Wie heißt ihr und wel­che Rol­le in der Band über­nehmt ihr?

Sascha: Ich bin Sascha. Ich spie­le Gitar­re, Key­board und sin­ge.

Sam: Ich bin der Sam. Ich spie­le Bass und sin­ge auch.

Ihr habt die „Beat­les“ ja schon ange­spro­chen. Ich habe das Video zu „Show­time“ ange­schaut, in dem ja viel mit Mon­ta­ge gespielt wird und ein Objekt, das vor­kam, war das Yel­low Sub­ma­ri­ne. Kann man also sagen, dass die „Beat­les“ ein gro­ßer Ein­fluss gewe­sen sind, was musi­ka­li­sche Bezü­ge betrifft?

Sascha: Abso­lut ja. Das ist so die Musik, die uns in der Kind­heit beglei­tet hat. Und irgend­wann haben wir ange­fan­gen die­se Musik zu covern und zu spie­len, auf der Stra­ße. Und des­we­gen wür­de ich sagen es ist ein gro­ßer Ein­fluss. Des­we­gen das klei­ne ver­steck­te Yel­low Sub­ma­ri­ne im Musik­vi­deo.

Du sprichst gera­de die Stra­ßen­mu­sik an. Ich habe auch mit­be­kom­men, dass ihr als Schul­band unter­wegs wart und dann eben in der Stra­ßen­mu­sik. Was hat euch die­se Art von Musik für die jet­zi­gen Live­auf­trit­te auf Tour gebracht? Was habt ihr davon mit­ge­nom­men?

Sam: Ich glau­be einer­seits ist das auch immer eine gute Schu­le für uns gewe­sen. Ein­fach eine Mög­lich­keit zu haben einen Auf­tritt zu spie­len. War ja frü­her nicht immer ganz so ein­fach einen Auf­tritt zu fin­den so wie heu­te, wo wir eine Boo­king­agen­tur haben, die das für uns machen. Ich fand das war ein­fach schön. Wir sind ein­fach auf die Stra­ße und haben gespielt. Wir haben gelernt wie unse­re Stim­men funk­tio­nie­ren und wie wir uns auch nach außen prä­sen­tie­ren. Per­for­mance­mä­ßig ist es wich­tig, weil im Prin­zip kennt kei­ner einen wenn man auf der Stra­ße spielt. Das ist rela­tiv anonym. Die Leu­te lau­fen an einem vor­bei. Und das ist natür­lich der ers­te Ein­druck wie man dasteht. Wie die Leu­te auf einen reagie­ren im ers­ten Moment ist extrem wich­tig. Ich wür­de eigent­lich sagen: Stra­ße ist für jeden Künst­ler glau­be ich ein wich­ti­ger Bau­stein um anzu­fan­gen.

Ich wür­de noch­mal zu „Show­time“ sprin­gen. Wir haben ja schon ange­spro­chen, dass im Video vie­le Ein­flüs­se der 60er/70er Jah­re ein­ge­baut sind. Mir ist auf­ge­fal­len, dass man ganz am Ende „Kanye West“ sieht. Hat das einen Grund, dass er im Video vor­kommt? Weil ich habe mich sehr dar­über gewun­dert, denn auf mich wirk­te das ein biss­chen deplat­ziert.

Sam: Das war eigent­lich erst mal ein biss­chen ran­dom, denn wir fan­den die­sen Vor­hang zu Moment mit unse­rem Bild ein biss­chen weird. Mit dem Video­ani­ma­teur, der kommt aus Eng­land, wohnt zur­zeit in Viet­nam, hat­ten wir einen selt­sa­men E‑Mail Kon­takt. Wir haben immer so hin und her­ge­schrie­ben, also 12 Uhr mit­tags geant­wor­tet, wo bei ihm eben Nacht war. War sehr lus­tig. Und da haben wir eben vie­le Ide­en gespon­nen. Ich glau­be grund­sätz­lich kann man auch so sagen, dass „Kanye West“ ein Spi­rit Mensch in unse­rer Band ist, weil wir auch sei­nen Song „I love Kanye“ als Intro haben. Also bevor wir auf die Büh­ne gehen, so als klei­nes Warm Up. In die­sem Video pas­sie­ren stän­dig so Sachen, es kommt ja auch „Brad Pitt“ und so vor. Also ein­fach Per­so­nen die uns beein­flus­sen.

Sascha: So ein biss­chen ein Sprin­gen in der Zeit. Wir haben ja nicht nur die Beat­les als Ein­fluss. Wir neh­men uns aus jedem Jahr­zehnt, aus jedem Musik­stil, den wir mögen, ein­fach etwas raus. Oder sei es aus jedem Film den wir mögen. Und des­halb fan­den wir es ein­fach wit­zig, die unter­schied­li­chen Cou­leur von „Beat­les“, von „Mary­lin Mon­roe“ die auch für die 50er Jah­re steht, bis hin zu „Kanye West“, der irgend­wie so für die 2000er steht, alles mit­zu­neh­men und rein­zu­pa­cken. Und das sind dann letzt­end­lich wir. Die­ser mel­ting pot aus all die­sen Ein­flüs­sen.

Mary­lin Mon­roe“ hast du jetzt gesagt. „Brad Pitt“. Man hat noch den alten „James Bond“ gese­hen. In „Cra­zy“ hat man „Ame­ri­can Beau­ty“ und die alten Ver­fol­gungs­jagd­per­spek­ti­ven ein­ge­baut. Und auch wenn man die Track­list von eurem neu­en Album anschaut, dass ja seit kur­zem auf dem Markt ist, sieht man, dass Wes Ander­son oder Movies ver­baut wor­den sind. Also ein Film­the­ma, dass sich durch das kom­plet­te Album zieht. Wie kam es dazu, dass die­ses Motiv einen so gro­ßen Ein­fluss auf die Plat­te hat?

Sam: Ich glaub wir sind gene­rell gro­ße Fans davon sich von Kunst inspi­rie­ren zu las­sen, also nicht nur von Musik. So die­ser gan­zer Kos­mos Show­time, da gehört ja auch Film sehr viel dazu. Und ich glau­be wir haben auch, als wir die­ses Album geschrie­ben haben, viel in die­sem Sound­track­kos­mos gedacht. Also als wir Songs geschrie­ben haben, die Arran­ge­ments und sowas. Denn das macht auch immer etwas visu­ell im Kopf, wenn man die Musik schreibt. Irgend­wie gibt der Song einem das Gefühl, dass wir einen eige­nen Sound­track zu einem Film geschrie­ben haben, den es viel­leicht nie geben wird. Aber das haben wir viel­leicht so ein biss­chen umset­zen wol­len.

Gab es denn sonst noch ande­re wich­ti­ge Ein­flüs­se für das Album?

Sam: Ich glau­be ein gro­ßer Ein­fluss war auf jeden Fall Soul Musik. Bevor wir die Plat­te geschrie­ben haben, haben wir uns sehr viel von Künst­lern der 70er Jah­re, die ja auch immer noch heu­te sehr prä­sent sind, wie zum Bei­spiel „Ste­vie Won­der“ oder „Micha­el Jack­son“, inspi­rie­ren las­sen. Ein­fach so gro­ße Pro­duk­tio­nen. Und ich glau­be wich­tig war für uns, dass jeder so eine Rol­le in dem Album fin­det und dass es sehr bunt wird. Wir hat­ten ja bei der alten EP noch so den Begriff „Swa­bi­an Sam­ba“, so Som­mer­mu­sik, so Surf. Und ich glau­be gene­rell könn­te man sagen, wenn man die Stim­mung ein­fan­gen wür­de, wäre es eher so ein Früh­lings­al­bum. So wenn die Zei­ten sich ein biss­chen ändern.

Wie wür­dest du dann das neue Album gen­re­mä­ßig bezeich­nen? Du sag­test schon Früh­lings­mu­sik. Habt ihr dafür auch noch einen Begriff?

Sam: Also die Pres­se hat ja jetzt sehr ger­ne Soul­pop geschrie­ben. Damit kann ich mich eigent­lich ganz gut anfreun­den. Was meinst du?

Sascha: Ja. Fin­det sel­ber einen Begriff.

Sam: Es ist schwie­rig das irgend­wie in irgend­ei­nem Namen ein­zu­fan­gen, was für ein Gen­re das ist, da wir sel­ber ger­ne in den Zei­ten und Gen­res sprin­gen, wie du auch schon gesagt hast. Des­we­gen wür­de ich jetzt ein­fach sagen: „Rikas“ Pop­mu­sik. Eige­nes Gen­re (lacht).

Es ist ja auch Scha­de, wenn man anfängt nur in sol­chen Schub­la­den zu den­ken.

Den Song „Movie“ fand ich sehr inter­es­sant. Da er sehr viel mit mei­nen Erwar­tun­gen gespielt hat. Man hat ja immer wie­der so klei­ne Breaks, so klei­ne Pau­sen, nach denen dann ja was kommt. Zum Bei­spiel war es vor­her lang­sa­mer und dann kommt einen Gitar­ren­rif­f/-solo, das sehr schnell war. Gegen Ende hin kam dann plötz­lich star­ker Auto­tu­ne Ein­satz auf die Gesang­parts, mit dem ich auch null gerech­net habe. Also man kann sagen, dass es sehr abwechs­lungs­reich und sehr über­ra­schend war. War das von Anfang an so geplant oder kam das so mit dem Jam­men bei der Auf­nah­me­ses­si­on?

Sam: Ich wür­de mal nicht Jam­men sagen. Weil der Song ist ziem­lich viel am Com­pu­ter ent­stan­den und den haben wir auch größ­ten­teils selbst pro­du­ziert. Das war auch der letz­te Song auf dem Album, den wir auf­ge­nom­men haben und ich glau­be, da wur­de es ein­fach wild in der Auf­nah­me­ses­si­on. Das war näm­lich ganz inter­es­sant, da es bei uns näm­lich oft so ist: Wir haben ja jeder so sein Instru­ment, aber es ist nicht so, dass Sascha nur Gitar­re spielt und ich immer nur Bass. Son­dern das wech­selt ganz ger­ne. Das End­pro­dukt ist wich­tig. Als wir den Song auf­ge­nom­men haben, hat Chris­sie die Gitar­re gespielt und ein biss­chen Gesang drü­ber gemacht. Und dann muss­te ich irgend­wann raus in den Gar­ten. Ich muss­te näm­lich auf den Nach­bars­gar­ten auf­pas­sen, also habe da den Gar­ten gegos­sen. Und als ich dann wie­der zurück­kam, hat Sascha plötz­lich so eine kras­se Gitar­ren­li­nie drü­ber gespielt. Und das ist, wenn alles plötz­lich mega schnell pas­siert. Ich glau­be das war so ein sehr schö­ner Auf­nah­me­pro­zess. Und das hat rich­tig viel Spaß gemacht. Und ich glau­be dann sind auch so Spie­le­rei­en pas­siert wie das Auto­tu­ne. Das war auch so der letz­te Song, bei dem ich sagen wür­de, wenn man „Rikas“ in die Zukunft schaut, dann könn­ten noch mehr Auf­nah­men so sein. Der ist in einem sehr schö­nen Pro­zess ent­stan­den.

Sascha: Du hast am Anfang gesagt, dass es nicht so ein Jam war. Letzt­end­lich kann man sagen es war ein Com­pu­ter­jam, bei dem jeder das Vor­pro­dukt vom ande­ren gehört hat, und dann dazu was auf­ge­nom­men hat. Und so ist der Song ent­stan­den.

Also war es so ziem­lich der letz­te Song der im Auf­na­me­pro­zess ent­stan­den ist?

Sascha und Sam beja­hen

Sam: Wir waren ja in Spa­ni­en um das Album auf­zu­neh­men und dann war es so, dass wir dort den letz­ten Tag hat­ten und ich einen ande­ren Song im Kopf hat­te und dann da ein biss­chen drü­ber gesun­gen habe. Und dann kam auf ein­mal „Movie“ und das war der letz­te Song. Wir hat­ten eigent­lich schon alles fix und ich kam dann so: „Jungs ich habe eine neue Idee die müs­sen wir auf­neh­men“. Das haben wir dann dort auf­ge­nom­men und zwei Wochen spä­ter, als wir es gehört haben, haben wir fest­ge­stellt, dass es nicht cool ist. Wir alle haben aber so ein biss­chen an den Song geglaubt. Dann hat­ten wir aber kei­ne Zeit mehr den im Stu­dio auf­zu­neh­men. Daher haben wir ihn dann qua­si bei mir Daheim auf­ge­nom­men und so ist er ent­stan­den.

Der letz­te regu­lä­re Song auf der Plat­te ist „Wes Ander­son The­me“. Ich habe mir mal eine Zei­le dar­aus auf­ge­schrie­ben: „A good song needs some good pre­pe­ra­ti­on“. Wie ist das denn so bei euch? Ein guter Song, wie lan­ge benö­tigt der denn?

Sascha: Die gesag­ten Din­ge in „Wes Ander­son“ sind schon sehr rich­tig so. Es braucht Zeit. Aber das heißt nicht, dass der Song lan­ge geschrie­ben wer­den muss. Ich wür­de die pre­pe­ra­ti­on eher so sehen, dass es Zeit braucht, bis die Idee über­haupt in einem reift. Aber es kann dann auch sein, wenn sie dann da ist, dass der Song dann inner­halb von zehn Minu­ten geschrie­ben wird und inner­halb von einer hal­ben Stun­de dann auf­ge­nom­men ist. So wie es bei „Movie“ dann letzt­end­lich war. Aber die pre­pe­ra­ti­on ist immer da. Ent­we­der sie braucht halt Zeit um hier zu rei­fen, im Inne­ren, oder eben im Song­wri­ting. Es kann schon sein, dass ein Song in zwei Jah­ren dann doch immer wie­der neu geschrie­ben wird, weil es nicht passt. Aber es trifft irgend­wie immer zu, dass es Zeit braucht.

Sam: Das war auch ein biss­chen die Grun­des­senz bei die­sem Song. „A good song needs some good pre­pe­ra­ti­on“. Bei die­sem „Wes Ander­son“ Song, geht es auch ein biss­chen um sei­nen Film­stil. „Wes Ander­son“ hat ja eine beson­de­re Art wie er Fil­me macht, ein gan­zes Gen­re, und hat auch ganz vie­le Leu­te beein­flusst. Und es ist auch oft so, dass wir sel­ber als Band mer­ken, dass „Wes Ander­son“ oft die ers­te Refe­renz ist, wenn wir mit Leu­ten für Musik Vide­os zusam­men­ar­bei­ten wol­len. So ein „Wir machen das wie bei dem „Wes Ander­son“ Film.“ Fand ich halt immer ein biss­chen inter­es­sant so, weil er immer sehr ger­ne kopiert wird, aber es halt nicht ein­fach ist ihn zu kopie­ren, weil er es schon so gut macht. Und wenn man den wirk­lich kopie­ren will oder sein möch­te wie er, dann muss man das rich­tig gut machen. Des­we­gen „need some good pre­pe­ra­ti­on“.

Ihr habt unge­fähr letz­tes Jahr im August in einem Inter­view gesagt, dass ihr von der Musik fast leben könnt. Wie sieht es aus? Hat sich die­ses fast geän­dert?

Sam: Ich glau­be das ändert sich nie. Man kann immer fast von der Musik leben wenn man Musi­ker ist, weil man nie weit in die Zukunft sehen kann. Und wir sind gera­de ganz zufrie­den so wie es läuft und wir müs­sen nicht hun­gern. Aber wie es im nächs­ten Jahr aus­se­hen wird oder in zwei Jah­ren wis­sen wir nicht. Des­we­gen wür­de ich immer noch sagen, dass es ein „wir kön­nen fast davon leben“ ist.

Dann wür­de ich jetzt noch­mal zum Musi­ka­li­schen sprin­gen. Was mir auf­ge­fal­len ist, ist dass das Letz­te was zu hören ist eine Kla­vier­no­te ist. Was hat die­se für eine Bedeu­tung?

Sascha: Das als nächs­tes viel­leicht eine klei­ne Solo­pi­ano EP kom­men wird. Nein (lacht).

Sam: Das ist ja eine recht star­ke Refe­renz an einen bestimm­ten Song, aus einer ande­ren Zeit, den man viel­leicht schon kennt. Ich will es gar nicht ver­ra­ten, weil das dann viel­leicht etwas für die Exper­ten ist. Was meinst du Sascha?

Sascha: Du hast es gesagt.

Sam: Wir fan­den es zu ein­fach den Song mit dem ein­fa­chen Schlag auf­zu­hö­ren. Wir haben Sascha auf zehn Kla­vie­ren …

Sascha: Ich habe ver­sucht es mög­lichst gut zu repro­du­zie­ren.

Du hast jetzt ange­spro­chen, dass du es nicht ver­ra­ten willst und das es etwas für die Füch­se ist. Ihr habt jetzt ein Rät­sel am Lau­fen. Das Gewinn­spiel läuft noch. Könnt ihr noch­mal erzäh­len um was es sich bei dem Gewinn­spiel han­delt und wie ihr auf die Idee gekom­men seid?

Sascha: Bei Spo­ti­fy kann man ja jetzt neu­er­dings klei­ne 8 Sekun­den Vide­os hoch­la­den, die die Musik unter­ma­len. Und wir dach­ten, es wäre eine gute Idee um die Leu­te dar­auf auf­merk­sam zu machen. Bei neu­en Sachen brau­chen die Leu­te immer ein biss­chen bis sie sich dar­an gewöh­nen und das woll­ten wir durch ein Gewinn­spiel ein­fach inter­es­san­ter machen. Und dann haben wir Buch­sta­ben in die­se 8 Sekun­den Vide­os ein­ge­baut. In jedes Video eins. Das heißt dann 12 Buch­sta­ben, die dann ein Lösungs­wort bil­den. Und wenn man das her­aus­fin­det und auf einer Inter­net­sei­te ein­gibt, dann kann man eine Gitar­re gewin­nen. Die ist von uns bemalt — von Chris bemalt — der auch die gan­zen Gra­fi­ken von uns macht. Und das fan­den wir eigent­lich eine ganz wit­zi­ge Idee. Wir woll­ten schon immer eine Gitar­re bema­len und tat­säch­lich haben wir dann gesagt wir wür­den sie ger­ne sel­ber gewin­nen, aber das geht ja nicht.

Sam: Es haben tat­säch­lich schon über 800 Leu­te am Gewinn­spiel teil­ge­nom­men. Und das ist erstaun­lich viel. Wir haben aber gemerkt, dass immer, wenn wir Frei­kar­ten ver­lo­sen oder so, dann haben wir auf ein­mal viel mehr Fans als wir immer den­ken.

Sascha: Rich­tig, wenn es was geschenkt gibt sind gleich immer alle da. Was ich auch nach­voll­zie­hen kann. Aber viel­leicht soll­ten wir das mit den Gewinn­spie­len ein biss­chen rar hal­ten, sonst wird man so eine Gewinn­spiel­band. Aber das fan­den wir eine ganz net­te Sache.

Ich muss auch sagen, dass ich die Idee sehr krea­tiv fin­de. Und zum Bei­spiel wenn ich auf Spo­ti­fy Musik höre, fin­de ich die­se kur­zen Vide­os anstren­gend und ner­vig. Beim Hören will ich ein­fach das Cover haben. Aber jetzt war es so, dass auch wenn man nicht an dem Gewinn­spiel teil­neh­men möch­te, ich wür­de bei­spiel­wei­se nicht teil­neh­men da ich selbst kei­ne Gitar­re spie­le und jeman­den den Vor­tritt las­sen wür­de, der damit was anfan­gen kann, ist es trotz­dem ein­fach span­nend die­se Buch­sta­ben zu suchen. Es ist ein schö­ner Anreiz. Und in die­sen kur­zen 8 Sekun­den Vide­os ste­cken ja auch wie­der vie­le Details, die eini­ges über euch ver­ra­ten.

Rich­tig: Das war uns auch wich­tig, weil bei vie­len Künst­lern sieht man sie ein­fach nur cool posen oder wit­zig sein, aber da ist dann nicht so viel Aus­sa­ge dahin­ter. Und wir fan­den es span­nend mit die­sen Col­la­gen, die dann so auf­ge­baut sind wie das Show­time­vi­deo, trotz der Kür­ze und der Zeit, die man da dann hat, viel zu zei­gen und zu ver­ra­ten. Und das fan­den wir span­nend. Weil wir haben immer weni­ger Zeit auf Insta­gram und Spo­ti­fy und dann muss man die­se Zeit auch nut­zen und nicht nur mit Ober­fläch­lich­keit fül­len, son­dern man kann trotz­dem noch mit klei­nen Gim­micks Inhal­te rein­pa­cken.

Wir müs­sen dann lang­sam zum Schluss kom­men. Ich hät­te noch zwei Fra­gen, die ich noch ger­ne stel­len wol­len wür­de. Ein­mal zu „Fan­ny Pack Par­ty“. Im Video sieht man die besag­te Fan­ny Pack erst ganz am Schluss. Wie­so habt ihr damit gespielt und die Zuschau­er so lan­ge war­ten las­sen und das wirk­lich erst in der letz­ten Sekun­de gezeigt?

Sascha: Das wäre ja zu ein­fach gewe­sen. Ich wür­de sagen der Titel ist ja ein sehr star­ker Titel, bei dem jeder gleich ein Bild vor Augen hat, und wenn man das gleich von Sekun­de eins im Video zei­gen wür­de, dann wäre es irgend­wie schon erzählt gewe­sen. Was meinst du?

Sam: Ich kann mich da eigent­lich nur anschlie­ßen. Es gab Ide­en zu dem Song, dass wir als Fan­ny Pack Män­ner rum­lau­fen. Aber wir fan­den es char­man­ter den Fan­ny Pack nicht direkt in die Kame­ra zu hal­ten und da ein biss­chen zu war­ten.

Sascha: Irgend­ein Extrem. Ent­we­der viel zu vie­le Fan­ny Packs und das über­rei­zen, oder eben kaum zei­gen. Und wir haben uns dann für die seich­te­re Vari­an­te ent­schie­den.

Dann wür­de ich noch eine Abschluss­fra­ge stel­len und euch ger­ne ent­schei­den las­sen. Ich hät­te ent­we­der eine, ich nenn sie jetzt mal absur­de­re „bull­shit­fra­ge“, oder eine wo ihr noch ein biss­chen phi­lo­so­phie­ren könnt. Was wäre euch denn lie­ber?

Sam und Sascha: Wie du magst. Wie du dich fühlst. Kön­nen auch kurz bei­de anschnei­den.

Wir kön­nen auch erst kurz die „bull­shit­fra­ge“ anschnei­den, da sie den­ke ich schnell beant­wor­tet ist. Wie sieht es denn mit der Socken­pro­ble­ma­tik aus. Ihr habt in einem Inter­view mal gesagt, dass ihr Socken für eure Tour braucht? (lacht)

Sascha: Das habe glaub ich gesagt (lacht). Wir haben mitt­ler­wei­le eige­ne Socken, die wir ver­kau­fen. Des­we­gen haben wir mehr als genug dabei. Das heißt ich brau­che kei­ne mehr von irgend­wel­chen ande­ren Leu­ten. Das heißt wir ver­sor­gen uns mitt­ler­wei­le selbst mit Socken. Des­we­gen ist die Pro­ble­ma­tik dahin.

Und ihr ver­sorgt auch gleich die Leu­te, die kei­ne Socken haben, mit Socken.

Sam: Rich­tig. Unbe­dingt anschau­en (lachen).

Dann wür­de ich jetzt zur letz­ten Fra­ge, der phi­lo­so­phi­schen Fra­ge, kom­men. Der Song „New York“ hat ein Motiv, wel­ches sich für mich durch den Song gezo­gen hat. Lie­be als Ret­tung für die Gesell­schaft, Lie­be als Ret­tung für sich selbst. Musik ist für vie­le auch eine Lei­den­schaft und Lie­be. Wür­det ihr sagen Musik kann eine Ret­tung für die Gesell­schaft sein und die Gesell­schaft ins Gute ver­än­dern? Und kann sie uns zu einer bes­se­ren Welt und einem bes­se­ren Men­schen machen?

Sam: Du hast auf jeden Fall gera­de schon sehr viel Schö­nes gesagt. Ich glau­be Musik und Lie­be sind auf jeden Fall zwei Sachen, die die Welt ein biss­chen schö­ner machen. Das Schö­ne an Musik ist ja, dass man Lie­be dar­in rein­pa­cken kann und damit Lie­be ver­brei­ten kann. Des­halb hängt das unmit­tel­bar mit­ein­an­der zusam­men. Man kann natür­lich auch Hass streu­en mit Musik, aber es gibt glau­be ich vie­le Künst­ler die viel Lie­be mit Musik ver­brei­ten.

Sam: Ich glau­be bei „New York“ war auch eine post­apo­ka­lyp­ti­sche Stim­mung bei uns im Kopf. Wie es aus­se­he wür­de, wenn die Welt in dem Song ein Musik­vi­deo wäre. Und ich glau­be was du gesagt hast, hat es schon ganz gut auf den Punkt gebracht.

Vie­len Dank.

Sam und Sacha: Vie­len Dank für das sehr schö­ne Inter­view.

Rikas im Inter­view mit dem Reflex­ma­ga­zin.
Bild: Sebas­ti­an Schroth.

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