Nico allein Zuhaus – Oder wieso man das Juicy Beats Festival einfach lieben muss

Bild: Juicy Beats Festival

Ende Juli fand wieder das Juicy Beats Festival in Dortmund stand. Ein Festival, welches ich in den letzten zwei Jahren sehr in mein Herz geschlossen habe (Anm. d. Red.: Lest hierzu auch unsere anderen drei Nachberichte). Und auch dieses Jahr köderte mich das LineUp und die Aussicht auf schönes Wetter in den Westfalenpark. Doch etwas war anders als die letzten beiden Jahre. Denn ich war ohne Begleitung unterwegs. Alleine auf einem Festival? Kann das funktionieren?

Die Antwort auf die Frage wird euch sicher der nachfolgende Text beantworten. Denn so einfach werde ich diese nicht abhacken – wäre doch langweilig. Aber beginnen wir doch erst mal ganz von vorne. Bevor man mit den anderen Besuchern auf das Festival strömen kann, muss man natürlich erstmal auf das Gelände kommen. Und hierzu ist gesagt: Die Anreise gestaltet sich wirklich einfach. Zumindest sobald man am Hauptbahnhof ist. Von diesem fährt eine U-Bahn im gefühlten Minutentakt zum Gelände des Juicy Beats, ohne kompliziertes Umsteigen versteht sich. Und das beste: Das Festivalticket dient auch als Fahrkarte für den VRR. Man schont nicht nur die Umwelt und die Nerven, wenn man ewig nach einem Parkplatz suchen muss, sondern auch den Geldbeutel. Reist man doch mit dem Auto kann man dieses getrost am bahnhofseigenen Parkplatz parken.3,50 Euro für den ganzen Tag. Da kann man in einer Großstadt wie Dortmund wirklich nicht meckern. Man sieht also, die Anreise gestaltet sich alleine nicht kompliziert. Und sollte man wirklich mal die Orientierung verlieren, muss man einfach nur den Horden an Festivalbesuchern folgen. Das ist wirklich nicht so schwer.

Trettmann war nur eines der Highlights des Festivalfreitags.
Bild: Juicy Beats Festival

Erster Festivaltag: Mein erster Act den ich unbedingt sehen wollte war Yassin. Dessen Auftritt erwartete mich um 16:15. Angaben, welche man leicht über die App vom Juicy Beats abrufen kann. Wirklich praktisch, kostenlos und ohne Werbung. Besonders schön ist, neben der Festivalmap, eine Funktion, mit welcher man sein Programm zusammenstellen kann. Man sieht also: Auch hierfür braucht man keine Begleitung. Die App unterstützt einen sich an die wichtigsten Termine zu erinnern. Aber nun wieder zurück zum Freitag. Da ich aufgrund eines Interviews schon früher auf dem Gelände unterwegs war, hatte ich noch ein bisschen Zeit vor dem Auftritt von Yassin. Ich schlenderte also über das Gelände und blieb dann bei der Durchblick Stage stehen. Hier spielte gerade Max im Parkhaus, was ich in Sekundenschnelle über die App erfahren konnte. Eine Gruppe die ich noch nicht kannte, deren Klängen ich aber gerne lauschte. Auch hier zeigt sich einer der enormen Vorteile des Juicy Beats Festival. Es gibt so viele Stages mit Livemusik, aber auch viele kleine einzelne Raves, welche überall im Park verstreut sind, sodass man immer Programm hat und nie Gefahr kommt sich zu langweilen. Wenn man also gerade Zeit hat und keinen bestimmten Act sehen will, kann man also viel neue Musik entdecken.

Max im Parkhaus.
Bild: Juicy Beats Festival

Yassin. Bild: Juicy Beats Festival

Eine der kleineren Stages.
Bild: Juicy Beats Festival

Beim Sandstrand angekommen hatte ich immer noch ein bisschen Zeit. Aufgrund der Hitze machte ich es mir unter einem Baum gemütlich und war damit nicht alleine. Trotzdem hatte ich jeder Zeit das Gefühl meine Ruhe zu haben, aber bei Bedarf und Lust mich in Gespräche mit einklinken zu können. Das ist vor allem den Strukturen des Festivalsgelände geschuldet. Der Westfalenpark ist sehr vielseitig und bietet durch seine natürliche Beschaffenheit viele Besonderheiten. So müssen eben keine Schirme aufgestellt werden die einem vor der Sonne schützen. Außerdem grenzen Wasser und Hecken die Wege naturnah ab. Man hat aber nie das Gefühl, wie auf so manch anderen Festival, auf einem extra angelegten Gelände mit beschränkten Bahnen zu sein. Sondern man ist in einer Art kleinen Juicy Beats Welt, welche enorm viele Optionen und somit auch Plätze zum Niederlassen offen lässt. Das heißt, wer in Ruhe entspannen und den Vibe einfangen möchte, hat dazu ebenso die Möglichkeiten, wie jemand der neue Leute kennen lernen möchte und mit diesen zusammenfeiern will.

Eine Runde im Schatten des Baumes entspannen.
Bild: Juicy Beats Festival

Auch dieser Ort hier ist Teil des Festivalgeländes.
Bild: Juicy Beats Festival

Genauso gehört auch diese wunderschöne Location zum Festival.
Bild: Juicy Beats Festival

Nach Yassin ging es weiter für mich zur Antilopengang. Diese spielten auf der zweiten Mainstage. Eine Bühne, welcher aber keiner Wellenbrecher bedarf, da sie auf einer sehr großen Wiese ist, von welcher man problemlos von allen Seiten kommen kann. Das heißt, dass man auch hier problemlos jeder Zeit vorbeischauen kann. Außerdem sehr praktisch: Um den Stand gibt es viele Essensbuden und Getränkeausschänke. So kann man beispielsweise einen Burger genießen und dabei den musikalischen Klängen lauschen. Und sollte es doch mal längere Wartezeiten geben, muss man sich auch nicht langweilen wenn man alleine ist, da man sich auch hier währenddessen das Programm der Bühne anschauen kann.

Antilopengang.
Bild: Juicy Beats Festival

Musik lauschen, erhohlen und Essen genießen. So einfach kann das Leben an der Second Mainstage sein.
Bild: Juicy Beats Festival

Beendet habe ich den Freitagabend mit den Auftritten von Trettmann und AnnenMayKantereit auf der Mainstage. Was mir hierbei sehr positiv aufgefallen ist, war der verbesserter Ein-und Auslass in die Wellenbrecher. Gab es hier in den letzten Jahren vermehrt Stress, da die Security erst einmal Einlassstops gemacht hat, was wiederum zu Menschentrauben führte, welche wiederum quetschten, und wiederum zu mehr Stopps führten, hatte ich dieses Jahr keine Probleme.

AnnenMayKantereit war der Publikumsmagnet am Freitagabend.
Bild: Juicy Beats Festival

Henning Mays Stimme verursacht Gänsehaut!
Bild: Juicy Beats Festival

Und auch an meinem Samstag merkte ich davon nichts. So habe ich mir beispielsweise Ufo361 auf der Mainstage angesehen und kam auch hier problemlos in den zweiten Wellenbrecher. Voraussetzung: Man ist natürlich rechtzeitig da.

Ufo361 hat die Mainstage abgerissen.
Bild: Juicy Beats Festival

Was mir ebenso  positiv aufgefallen ist, war das es auch dieses Jahr wieder sehr viele Trinkwasserstellen gab. Hier kam es zwar in den Stoßzeiten – also wenn gerade kein Act an der angrenzenden Stage spielte, beziehungsweise dieser gerade aus war – zu Wartezeiten. Diese hielten sich aber wirklich in Grenzen und waren komplett vertretbar. Hier sehe ich auch keinen Verbesserungsbedarf seitens des Festivals. Es standen genug Stellen bereit und die Warteschlangen wurden alleine durch Besucher verursacht, die sich beispielsweise einfach durchdrängelten oder die Wasserhähne belagerten, um ständig wieder aufzufüllen.

An den Wasserstellen herrschte meist gute Laune.
Bild: Juicy Beats Festival

Den einzigen Verbesserungsbedarf sah ich am Samstag bei der Toilettensituation. Es gab viel zu lange Warteschlangen und so ärgerte ich mich das erste mal alleine unterwegs zu sein, da es in diesen auf Dauer echt langweilig und anstrengend werden konnte. Aber das Juicy Beats Team hat, sehr löblich, direkt das Problem erkannt und umgehend nach dem Wochenende bekannt gegeben sich einer Lösung zu widmen. Sehr genial!

So ungefähr sah ich wohl aus, als ich alleine eine richtige gute Zeit hatte!
Bild: Juicy Beats Festival

Mein Fazit ist somit: Auch alleine lohnt sich das Juicy Beats Festival. Ich würde mich sogar so weit aus dem Fenster legen und sagen, selbst wenn man keinen Act kennt – was sehr unwahrscheinlich ist – sollte man hingehen. Denn dieses Festival gehört zu den schönsten und spaßigsten in Deutschland.

                                                                                                                      Nico Hilscher

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