Hip Hop Garden Festival — Djs und Mcs bringen das Frankenland zum Kochen

Bild: Eli­as Schaub

Wer mich kennt, der weiß, dass es eine gro­ße Lie­be in mei­nem Leben gibt: Hip Hop. Ver­gan­ge­nen Sams­tag wur­de die­se, mit hun­der­ten ande­ren, am Air­port im schö­nen Nürn­berg zele­briert. Und wo sonst bei vie­len Ver­eh­ren Neid und Eifer­sucht einen gro­ßen Platz ein­neh­men, steht hier die gegen­sei­ti­ge Wert­schät­zung im Vor­der­grund. Gene­rell behan­delt das Fes­ti­val die Hip Hop Kul­tur mit gro­ßem Respekt und ver­sucht sie in all ihren Facet­ten wahr­zu­neh­men. Wie sich dass genau gestal­tet, erfahrt ihr im Fol­gen­den.

Um zu ver­ste­hen, was ich ein­gangs schon ange­ris­sen habe, benö­tigt man etwas Hin­ter­grund­wis­sen. Denn der Begriff Hip Hop wird im All­ge­mei­nen oft­mals falsch ver­wen­det. So bezeich­net die­ser nicht eine Musik­rich­tung, das wäre der Rap, son­dern eine gan­ze Kul­tur­be­we­gung. Die­se setzt sich im Ursprung aus vier wich­ti­ge Säu­len zusam­men: DJ-Ing, Rap, Break­dance und Wri­ting. Inter­es­sant ist auch, dass der Rap anfangs nicht im Vor­der­grund stand, son­dern ledig­lich als Ergän­zung für den Dj, auf den eigent­lich der Fokus lag, gedacht war. Heut­zu­ta­ge hat sich die­ses Bild natür­lich gewen­det und Rap­per fül­len gewal­ti­ge Hal­len, wäh­rend die Djs nun die Sup­por­t­rol­le inne haben.

Bild: Sascha Knö­chel

Nicht so in Nürn­berg. Der Hip Hop Gar­den legt seit jeher Wert dar­auf die Men­schen hin­ter den Turn­ta­bles in den Vor­der­grund zu stel­len, bezie­hungs­wei­se den MCs kei­ne höhe­re Stel­lung ein­zu­räu­men. Dies funk­tio­niert auch größ­ten­teils wun­der­bar. Hier kön­nen die Djs noch ihrem Talent frei­en Raum las­sen und mit wag­hal­si­gen Mixen und Scrat­ches das Publi­kum auf ihre Sei­te zie­hen. Lieb­ha­ber die­ser Kunst kom­men somit auf vol­le Kos­ten, gibt es oben­drein noch rie­si­ge Lein­wän­de, auf wel­chem das aktu­el­le Gesche­hen — Künst­ler und Crowd — live gezeigt wer­den. Somit kann man dem Disc Jockey über die Fin­ger schau­en und kommt sei­ner Arbeit so nahe, wie es sel­ten mög­lich ist.

Bild: Eli­as Schaub

Bild: Eli­as Schaub

Doch auch die Mas­ter of Cere­mo­nies kom­men nicht zu kurz. Ursprüng­lich waren sie, wie schon erklärt, als Unter­stüt­zung der DJs gedacht. Auch die­se Rol­le über­neh­men sie heu­te noch auf dem Hip Hop Gar­den Fes­ti­val. So sieht man sie oft hin­ter oder neben dem Pult ste­hen, um ihren Kol­le­gen an den Plat­ten wich­ti­gen Sup­port zu geben und die Mas­sen ein­zu­hei­zen. Immer wie­der treibt es sie aber auch noch vor­ne um eini­ge ihrer Tracks zum bes­ten zu geben. Bei Deutschra­ple­gen­den wie Afrob oder Den­yo von den Begin­nern wäre es aber auch eine Schan­de die­se Chan­ce zu ver­tun, haben sie doch eini­ge Hits im Gepäck. Und oben­drauf wis­sen sie auch wie man live ablie­fert, wenn man nur ein Mic und kei­ne rie­si­ge Büh­nen­show im pet­to hat. Das weiß auch Mar­ten, bes­ser bekannt als Mar­te­ria und Mar­si­mo­to. Als ers­te­rer füllt er längst rie­si­ge Hal­le, zuletzt mit musi­ka­li­schem Freund Cas­per, als letz­te­rer tourt er die­sen Som­mer im Mar­si­mo­to Sound­sys­tem durch deut­sche Gefil­de. Bei sei­nem Auf­tritt gab es einen klei­nen Bruch zum obig Beschrie­be­nen. Hier liegt ganz klar der Rap­per im Vor­der­grund. Aber wer will das schon jeman­dem ver­übeln. Mar­si­mo­to war für vie­le das High­light des Abends und als dann noch die Mas­ke fiel und Mar­te­ria noch ein paar sei­ne Songs per­form­te gab es am Air­port wirk­lich kein Hal­ten mehr. Schön zu sehen ist, dass neben sol­chen Grö­ßen, auch immer wie­der regio­na­len Künst­lern ein gro­ßer Stell­wert ein­ge­räumt wird. Einer die­ser ist bei­spiel­wei­se Dj Poli­que, wel­cher aber defi­ni­tiv schon lan­ge kein klei­ner Fisch mehr ist und auch inter­na­tio­na­le Durch­brü­che ver­zeich­nen konn­te. Mit ihm auf der Büh­ne stand der Rap­per A‑Park, sein Sohn, wel­cher eben­so das Publi­kum von sei­nem Talent über­zeug­te und mit sei­ner Büh­nen­prä­senz und Ener­gie locker in der Liga der gro­ßen mit­spielt. 

Bild: Eli­as Schaub

Bild: Eli­as Schaub

Bild: Eli­as Schaub

Bild: Eli­as Schaub

Bild: Eli­as Schaub

Bild: Eli­as Schaub

Bild: Eli­as Schaub

Ein fami­liä­res Ver­hält­nis, spielt sich nicht nur auf der Büh­ne, son­dern auch vor die­ser ab. Immer wie­der strei­fen Acts über das Gelän­de und neh­men sich Zeit für die Besu­cher. Und die gehen eben­so fami­li­är mit­ein­an­der um. Hier steht, wie schon im begin­nen­den Satz des Arti­kels erwähnt, die Lie­be zum Hip Hop im Vor­der­grund. Scheiß­egal wie alt man nun ist, wie man aus­sieht oder zu wel­chem Geschlecht man sich ange­hö­rig fühlt. Das Publi­kum fei­ert aus­ge­las­sen mit­ein­an­der und zeigt sich gegen­sei­ti­gen Respekt. So wur­de ich per­sön­lich immer wie­der in net­te Gesprä­che ver­wi­ckelt, oder mit mir wur­de Essen geteilt. 

Bild: Eli­as Schaub

Bild: Eli­as Schaub

Bild: Eli­as Schaub

Bild: Eli­as Schaub

Geteilt wird hier aber wie bereits ange­spro­chen sonst nichts. Auch die auf­ge­leg­te Musik bie­tet eine bun­te Viel­falt. Über die Ursprün­ge des Raps und DJ-ing, hin zur Gol­den Era mit Legen­den wie Dr. Dre oder Snoop Dogg, hin zum moder­nen Sound. Eben­so gibt es neben ame­ri­ka­ni­schen Sound­bild auch immer wie­der Musik aus der UK oder Deutsch­land auf die Ohren. Somit fei­ert hier Old­school und New­school zusam­men. Wer ein­mal einen Über­blick über die musi­ka­li­sche Sei­te der Hip Hop Kul­tur bekom­men möch­te ist hier defi­ni­tiv gut auf­geh­bo­ben und bekommt eine umfas­sen­den Ein­blick über die wich­tigs­ten Sti­le und Must-Know-Tracks.

Bild: Eli­as Schaub

Bild: Eli­as Schaub

Bild: Eli­as Schaub

Bild: Eli­as Schaub

Zu so viel guter Musik muss natür­lich auch getanzt wer­den. Dies pas­siert zum Einen auf der Büh­ne, kommt hier doch die drit­te Säu­le des Hip Hops in Spiel: Break­dance. Immer wie­der sieht man pro­fes­sio­nel­le Tän­zer in atem­be­rau­ben­den Per­fo­man­ces ihr Talent auf der Büh­ne zum bes­ten geben. Aber auch in der Crowd fin­det man vie­le Qua­li­tä­ten wie­der. So bewei­sen eini­ge Besucher/innen ihr Kön­nen und wer­den so eini­ge Köp­fe ver­dreht und schwin­de­lig getanzt haben. Es ging also heiß her, was nicht nur der Rekord­ju­ni­hi­t­ze in Deutsch­land geschul­det gewe­sen ist.

Bild: Eli­as Schaub

Bild: Eli­as Schaub

Bild: Eli­as Schaub

                                                                                                                      Nico Hil­scher

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