Music(k): Sommerhits 2019

Bild: Hol­ger Hein

Ein Bild der letz­ten Wochen: Die Tem­pe­ra­tu­ren stei­gen, die Hül­len fal­len, die Frei­bä­der und Seen fül­len sich, wie die Bäu­che mit küh­len­dem Eis. Doch etwas fehlt. Die pas­sen­de musi­ka­li­sche Unter­ma­lung für die schöns­te Zeit des Jah­res. Panisch schaut ihr online nach dem dies­jäh­ri­gen Som­mer­songs­ar­ti­kel mei­ner Wenig­keit. Doch oh Schreck! Er ist nicht online! Kei­ne Angst, hier kommt — etwas ver­spä­tet — euer musi­ka­li­sches Son­nen­mit­tel, um euch nach drau­ßen zu bege­ben. Mit extra lan­ger Wir­kung!

Shy Guy“ — Camp­si­te Dream

Camp­si­te Dream sind ein klei­ner Geheim­tipp, wenn es um die per­fek­ten Som­mer­vi­bes geht. Bekannt sind vor allem ihre Neu-Inter­pre­ta­tio­nen popu­lä­rer Songs wie „Lean On“ oder „Smooth Ope­ra­tor“. Eins hat ihre Musik gemein­sam: Sie besticht mit einem Fee­ling, das nach Auf­bruch­stim­mung schreit und ein­fach Lust macht, etwas von der Welt zu sehen und das Leben zu genie­ßen. Per­fekt also für den Urlaub und lan­ge Som­mer­ta­ge- und Näch­te. Das neu­es­te Werk von Camp­si­te Dream geht durch sei­nen prä­gnan­ten Hook schnell ins Ohr und macht sofort gute Lau­ne. Und gut dazu tan­zen lässt es sich auch!

Gra­vit­a­ci­on“ — 257ers

Blei­ben wir doch gleich mal bei Ohr­wür­mern. „Gra­vit­a­ci­on“ ist ein gewal­ti­ger Ohr­wurm, wel­cher euch Tage, wenn nicht sogar Wochen, ver­fol­gen wird. Und nicht nur das: Er ist die per­fek­te Fes­ti­val­hym­ne. Eine Hook, die schnell ins Ohr geht, aber auch lan­ge frisch bleibt, da sie doch genug Abwechs­lung bie­tet. Vie­le Lines, die hän­gen blei­ben. Und neben dem gan­zen Spaß und Witz auch noch die Zeit erns­te The­men anklin­gen zu las­sen: „Auch das Meer wär‘ dann oben und bes­ten­falls
Wär das Was­ser jetzt zum ers­ten Mal gerecht ver­teilt“. Wenn der Track nicht über so machen Zelt­platz schal­len wird, dann weiß ich auch nicht.

Alles was sie will“ — Kon­tra K

Uff. Was für ein Brett. Ein Sam­ple von dem Som­mer­klas­si­ker „All That She Wants“ wird mit den Raps von Kon­tra K zur neu­en Hym­ne der Stra­ße und lie­fert direkt den nächs­ten Ohr­wurm! Hier geht es um die Lie­be zu sei­ner Stadt, wel­che einem jedoch meist nichts als Dreck und Smog zurück­gibt. Aber trotz der gan­zen Schat­ten­sei­ten soll­te man nie ver­ges­sen nach oben zu schau­en, sich an den posi­ti­ven Erleb­nis­sen zu erfreu­en und loy­al zu blei­ben. Und vor allem im Som­mer zeigt sich der graue Beton doch auch mal von sei­nen guten Sei­ten!

Ticket“ — See­ed

Dass See­ed den Som­mer musi­ka­lisch ver­pa­cken kön­nen, soll­te den meis­ten bewusst sein. Immer­hin ver­ar­bei­ten sie in ihrer Musik vor allem Dan­ce­hall- und Reg­gae-Ein­flüs­se. Die­ses Lied atmet förm­lich die ent­spann­ten Vibes an einem Strand irgend­wo in Jamai­ca. Ob man wäh­rend der Auto­fahrt die fri­sche Fahrt­wind an den Armen spürt und die­sen Song dabei hört oder sei­nen Tag am See mit die­sem Song unter­malt. Mehr Som­mer geht nicht!

Nau­ti­lus“ — Shin­dy

Im Som­mer sind natür­lich auch lan­ge Par­ty­näch­te ange­sagt. Pas­send, dass sich Shin­dy zurück­ge­mel­det hat und dann auch gleich noch den 2000er Hip Hop Vibe zurück nach Deutsch­land bringt. Dabei erin­nert sein Track vor allem an Hits von 50 Cent wie „Can­dy Shop“. Man beach­te etwa die Par­al­le­len der Musik­vi­de­os und den epi­schen Ein­stieg des Beats, und „In da Club“, was vor allem den Vocals im Hin­ter­grund geschul­det sein soll­te. Shin­dy bringt aber durch ori­en­ta­li­sche Ein­flüs­se und den Ein­satz von Auto-Tune in der Hook sei­ne ganz eige­ne Note in das 2000er Revi­val und lässt somit die alte und neue Schu­le gemein­sam tan­zen. Auf hei­ße Näch­te!

Sli­de“ — French Mon­ta­na feat. Blu­e­face & Lil Tjay

Blei­ben wir doch bei den hei­ßen Näch­ten. Auch Sli­de ist ein Track der defi­ni­tiv zum Tan­zen geeig­net ist und extrem nach vor­ne geht. Die Moves, die man dafür erler­nen muss, sind auch nicht gera­de kom­pli­ziert und zeit­auf­wen­dig. Wie der Name schon sagt: Rut­schen. Wird auch im Musik­vi­deo noch ein­mal vor­ge­macht. Die simp­le Hook kommt dabei rela­tiv oft und bleibt somit im Ohr. Auch die Parts von Blu­e­face und Lil Tjay sind soli­de, brin­gen aber nicht unbe­dingt spek­ta­ku­lä­res mit sich. Spek­ta­ku­lär hin­ge­gen ist der Beat­break­down in der Mit­te des Songs. Hier wird auf ein­mal in die Gol­den Era des Hip Hops, also die 90er, frü­hen 2000er, ges­witcht, in Zei­ten in denen Dr. Dre., Snoop Dogg, 2Pac und Big­gie das musi­ka­li­sche Bild bestimmt haben.

Was uns high macht“ — Pro­vinz

Deutsch­spra­chi­ge Lie­der die ins Ohr gehen, ein sym­pa­thi­scher Hau­fen jun­ger Män­ner und eine prä­gnan­te Gesangs­stim­me. Nein, die Rede ist aus­nahms­wei­se nicht von Annen­May­Kan­te­reit, son­dern von Pro­vinz, eine Band wel­che defi­ni­tiv das Poten­ti­al mit­bringt eben­so gewal­ti­ge Hal­len zu fül­len. Das bewei­sen sie schon auf ihrer ers­ten EP „Reicht dir das“, aus wel­cher ich mir auch den Song „Das was uns high macht“ raus­ge­sucht habe. Ein Song wel­cher sich sowohl per­fekt für roman­ti­sche Zwei­sam­keit, wie auch Chil­len mit dem Squad eig­net. Und vor allem für die ent­spann­te Som­mer­zeit. Denn der Song sym­bo­li­siert, was für vie­le die schöns­te Zeit des Jah­res und gute Musik mit sich bringt: Das Ent­flie­hen aus dem All­tag!

Maghreb Gang“ — Farid Bang x French Mon­ta­na x Kha­led

Und schon wie­der French Mon­ta­na. Dies­mal als Fea­ture auf einem Song von Farid Bang. Und als wäre das noch nicht genug, hat sich das Ober­haupt von Ban­ger Musik für „Maghreb Gang“ auch noch Kha­led ins Boot geholt, der berühm­tes­te Ver­tre­ter alge­ri­scher Pop­mu­sik. Die­se natio­na­len Wur­zeln sind, wie der Name schon erah­nen lässt, auch das Grund­ge­rüst des Songs. Ist French Mon­ta­na doch gebür­ti­ger Marok­ka­ner und Farid Bang besitzt eben­so marok­ka­ni­sche Wur­zeln. Der Vibe aus Maghreb zieht sich durch den gan­zen Song. Und sind wir doch mal ehr­lich: Eine Gegend, die mit hohen Tem­pe­ra­tu­ren auf­war­tet, kann uns doch nur einen hei­ßen Som­mer besche­ren.

One Week Love“ — Bad Chieff

Roman­tik darf im Som­mer natür­lich nicht feh­len. Zu kei­ner ande­ren Zeit des Jah­res wer­den so inten­siv Bli­cke aus­ge­tauscht wie in den hei­ßen Som­mer­mo­na­ten. Und das The­ma der Lie­be wird natür­lich auch in der Musik ver­ar­bei­tet. „One Week Love“ ist hier­bei ein eher unty­pi­scher Love­song, der jedoch per­fekt den Nerv der heu­ti­gen Genera­ti­on trifft, wel­che oft­mals von der Angst sich zu bin­den geprägt ist. Bad Chieff erzählt von sei­ner per­fek­ten Bezie­hung, wel­che eben nur eine Woche anhält, da in die­ser Zeit alles schön ist und es kei­ne Dra­men gibt. 

Go Loko“ — YG feat. Tyga & Jon Z

Ein ganz hei­ßer Anwär­ter, da viel Song in pet­to, für den dies­jäh­ri­gen Som­mer­hit ist Tyga. Ich habe mich an die­ser Stel­le mal für „Go Loko“ ent­schie­den. Denn die­ser Song deckt gleich noch ein Merk­mal der som­mer­li­chen Hoch­ka­rä­ter der letz­ten Jah­re ab: Er besticht mit latein­ame­ri­ka­ni­schen Ein­flüs­sen. Der Beat wirkt als wäre er direkt von Maria­chi ein­ge­spielt wor­den, was das Musik­vi­deo auch ver­deut­licht. Und die ver­schie­de­nen Rap­per — YG, Tyga und Jon Z — schaf­fen es den ent­spann­ten und doch nicht lang­sa­men Vibe des Beats per­fekt ein­zu­fan­gen und durch ihre Flows nicht zu bre­chen, son­dern zu unter­ma­len. Arri­ba!

By The River“ — Klin­gan­de & Jamie N Com­mons

Wohin ver­schlägt es vie­le Men­schen im Som­me? Natür­lich ans Was­ser! Pas­sen­der­wei­se haben Klin­gan­de den Song „By The River“ parat. „Klin­gan­de?“ , wer­den sich jetzt so man­che Leser fra­gen. „Kennt man die nicht?“ Genau — mit „Jubel“ hat­ten sie 2013 schon ein­mal einen enor­men Som­mer­hit. „By The River“ ist nun um eini­ges trei­ben­der und besticht durch die beson­de­re Stim­me von Jamie N Com­mons. Ach, und in dem Song geht es übri­gens um die bes­te Zeit des Lebens. Pas­send, oder nicht?

Mary“ — Bau­sa

Einen Tag nach Ver­öf­fent­li­chung die­ses Arti­kels erscheint das neue Album von Bau­sa „Fie­ber“. Und ich bin mir sicher, dass die­ses Album noch den ein oder ande­ren som­mer­li­chen Hit­ga­rant zu bie­ten hat. Mei­ne Ent­schei­dung ist trotz­dem auf „Mary“ gefal­len. Songs die ins Ohr gehen, das kann Bau­sa ein­fach, und zeigt es hier auch wie­der in Per­fek­ti­on. Außer­dem sind hier text­lich vie­le Lines ent­hal­ten, von wel­chem sich die Hörer ange­spro­chen füh­len wer­den, wie „Ich renn für dei­ne Lie­be durch die Nacht“ und „Ich sli­de in dei­ne DMs“. Und das, obwohl es hier gar nicht mal um die Lie­be geht, zumin­dest nicht zu einer Frau, wie man viel­leicht ver­mu­tet.

Yap­ma“ — C Arma

Zum Abschluss mal hab ich mir mal noch etwas Spe­zi­el­les ein­fal­len las­sen. Die­ser Song ist mein Num­mer 1 Som­mer­hit 2019. War­um? Davon macht ihr euch jetzt bit­te ganz schnell selbst ein Bild! 

                                                                                                                      Nico Hil­scher

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