Music(k) 4: Sommersongs 2018

Bild: Hol­ger Hein

Seit den letz­ten Wochen hat uns ein som­mer­li­ches Wet­ter fest in der Hand. Dabei ist das (hof­fent­lich) erst der Beginn des Som­mers 2018. Und wie jedes Jahr hat der Som­mer auch sei­ne musi­ka­li­schen Klän­ge dabei, um die schöns­te Zeit des Jah­res per­fekt zu unter­ma­len. Die­ses Jahr domi­niert vor allem in die­ser Hin­sicht die deutsch­pra­chi­ge Musik. Auch aus dem Rap­be­reich. Vor allem Capi­tal Bra mit sei­nen Hits „5 Songs in einer Nacht“, „Ney­mar“ und „One Night Stand“ hat die Charts für sich gepach­tet. Aber auch Ole­xesh mit sei­nem Dau­er­bren­ner „Magisch“, Sum­mer Cem und Bau­sa mit „Casa­no­va“ oder Nami­ka mit „Je ne par­le pas français“ wer­den wäh­rend der son­ni­gen Tage aus so man­chem Radio oder Musik­box schal­len. An die­ser Stel­le möch­te ich euch, wie schon letz­tes Jahr, mei­ne per­sön­li­chen Anwär­ter auf den Som­mer­song­thron vor­stel­len. Und ich wer­de hier­bei ver­su­chen auch wie­der auf Lie­der ein­zu­ge­hen, die viel­leicht ein paar noch nicht auf ihrem (Sonnen)schirm haben.

X (EQUIS)“ — Nicky Jam & J. Bal­vin

Begin­nen wir doch mal ganz unkon­ven­tio­nell, und rol­len das Feld von vor­ne auf. Denn „X“ ist mein per­sön­li­cher Favo­rit des Top­som­mer­songs 2018. Nicky Jam lie­fer­te uns zusam­men mit Enri­que Igle­si­as schon den Som­mer­hit „El Per­dón“. Und auch J Bal­vin ist kein Neu­ling auf die­sem Gebiet, denn mit „Mi Gen­te“ konn­te er letz­tes Jahr zur ähn­li­chen Zeit beacht­li­che Erfol­ge fei­ern. So lie­fert das Duo eine stim­mi­ge Mischung aus dem Bes­ten bei­der Wel­ten ab. Gut­klin­gen­de Gesangs- und Rap­parts, und vor allem ein äußerst ein­gän­gi­ger Beat der die Hüf­ten zur Bewe­gung anregt. Und wie soll­te es auch anders sein, ist der Hit­an­wär­ter auch noch in spa­ni­scher Spra­che.

Acker jeden Tag“ — Ufo361

Acker jeden Tag“ klingt auf den ers­ten Blick nicht so som­mer­lich, aber musi­ka­lisch gibt es einen ech­ten Kon­trast zum Titel. Wer hier nun ein düs­te­res trei­ben­des Beat­brett erwar­tet der wird ent­täuscht, denn statt­des­sen flowt der Rap­per über einen ent­spann­ten Beat, der zwar genug Ener­gie mit sich bringt, aber von einer depres­si­ven Grund­stim­mung wei­t­ent­fernt ist. Mit Ufo361 als Rap­per haben wir auch ein alt­be­kann­tes Gesicht auf die­sem Song, der auch schon letz­tes Jahr in mei­ner Lis­te zu fin­den war. Und wenn man bei Höchst­tem­pe­ra­tu­ren mal wie­der auf der Arbeit fest­hängt sorgt die­ses Lied wenigs­tens bei so man­chem für ein biss­chen Moti­va­ti­on und gute Lau­ne im Gesicht.

Tas­te“ — Tyga feat. Off­set

Und wie­der ein musi­ka­li­sches Werk, dass auf­grund sei­nes Beats aus der Mas­se her­aus­sticht. Der Beat ist trei­bend und bleibt einem beson­ders durch sei­ne Vocals im Ohr. Tyga und Off­set lie­fern auf die­sem trap­pi­gem Musiks­stück natür­lich auch flow­tech­nisch ab, wie man es von zwei die­ser US-Rap Grö­ßen erwar­tet, und ent­täu­schen nicht. Da hat­ten auch direkt ande­re Rap­per wie Wiz Kha­li­fa und 2 Chainz Lust bei der etwas eige­nen Pool­par­ty mit­zu­fei­ern.

I like it“ — Car­di B & Bad Bun­ny & J Bal­vin

Und schon wie­der J Bal­vin. Hier aber nun zu fin­den auf der aktu­el­len Plat­te von Car­di B. Car­di B, eine Rap­pe­rin die seit letz­tem Jahr einen Hype wie kaum eine ande­re Per­son im ame­ri­ka­ni­schen Hip Hop Game erfährt. Mit „I like it“ lie­fert sie uns nun einen Song bei wel­chem man beim Hören lati­ni­sche Som­mer­näch­te vor dem inne­ren Auge zu sehen bekommt. Das liegt vor allem an dem gut­ge­mach­ten Sam­ple des bekann­ten Songs „I like it like that“ von Pete Rodri­guez. I like it!

All the stars“ — Kendrick Lamar & SZA

Kann man heut­zu­ta­ge über­haupt eine Top­lis­te ohne Kendrick Lamar machen? Selbst Per­so­nen die nicht unbe­dingt rap-affin sind kön­nen den­ke ich zustim­men, dass die­ser Mann ein gro­ßer Künst­ler ist. Nicht umsonst hat er als ers­ter Rap­per den Pulit­zer Preis gewon­nen. Und kunst­voll sind auch immer wie­der die Musik­vi­de­os zu sei­nen Songs, wie hier auch wie­der unter Beweis gestellt wird. Mit „All the stars“ lie­fer­te Kendrick zusam­men mit SZA einen Song beglei­tend für den Mar­vel­block­bus­ter „Black Pan­ther“, wel­cher durch sei­ne ent­spann­te Atmo­sphä­re auch ide­al für so man­chen Som­mer­abend unter dem Ster­nen­him­mel geeig­net ist

Bug­at­ti Vey­ron“ — Kur­do

Auch Kur­do ist ein alter Bekann­ter. So hat­te er im letz­ten Jahr mit „Ya Salam“ einen der Club­hits des Som­mers. Und auch die­ses Jahr hat er gute Chan­ce die Clubs der Repu­blik zu domi­nie­ren. Beson­ders der stim­mungs­vol­le Anfang des Songs, wel­cher mit Gitar­ren­klän­gen ein­ge­lei­tet wird, gefällt. Danach setzt die ohr­wurm­taug­li­che Hook von Kur­do ein. Das Lied eig­net sich per­fekt zum Pum­pen im „Bug­at­ti Vey­ron“, oder wenn es sein muss im Stadt­bus.

babe­ba­be“ — Nura feat. SAM

Ein The­ma wel­ches wir bis jetzt außen vor gelas­sen haben: Die Lie­be. Und dabei ist sie doch fes­ter Bestand­teil des Som­mers. Klar nicht nur in die­ser Zeit des Jah­res, aber wir spre­chen nicht umsonst von Früh­lings­ge­füh­len. Und im Som­mer errei­chen die­se oft­mals den Höhe­punkt. „babe­ba­be“ lie­fert den per­fek­ten Sound­track für alle Urlaubs- und Som­mer­flirts. Mehr muss man zu die­sem Brett nicht sagen. Habt ihr Sams­tag was zu tun außer die­sen Song abzu­fei­ern?

Immer wie­der“ — Rooz & MoTrip

Rooz soll­te eini­gen ein Begriff sein, ist er doch ein sehr bekann­ter deut­scher Hip­Hop Jour­na­list. Hier ist er nun als Musi­ker unter­wegs. Selbst ist er jedoch nicht auf dem Track zu hören. Viel­mehr ist er hier unter ande­rem als Exe­cu­ti­ve Pro­du­cer tätig, und hat sich um die Orga­nisia­ti­on des gan­zen Pro­jek­tes geküm­mert. Für die Rap­parts ist MoTrip, der bei­spiels­wei­se mit sei­nem bekann­ten Lied „So wie du bist“ schon unter Beweis gestellt hat, dass er deepe Love­songs mit ein­präg­sa­mer Hook kann, zustän­dig. Und genau die­se Beschrei­bung trifft auch per­fekt auf „Immer wie­der“ zu. Bei der ange­neh­men Stim­me von MoTrip möch­te man den Song doch am liebs­ten immer wie­der hören.

Die Schö­ne und das Speed“ — Bass Sul­tan Heng­zt

Es ist kein Geheim­nis das Bass Sul­tan Hen­zt vor allem expli­zi­te­re Tex­te in sei­nen Songs zum Bes­ten gibt. So dreht sich auch die „Die Schö­ne und das Speed“ wie der Titel schon erah­nen lässt um bewusst­seins­er­wei­tern­de Sub­stan­zen. Trotz die­ser The­ma­tik schafft es der Song aber durch eine sehr chil­li­ge Hook ent­spann­te Vibes zu erzeu­gen, die sich per­fekt für relax­te Tage am Pool eig­nen. Ganz ohne irgend­wel­chen Stoff (außer musi­ka­li­schem).

2002“ — Anne-Marie

Es wird Zeit für ein biss­chen Nost­al­gie. In 2002 singt Anne-Marie von der schöns­ten Jah­res­zeit im Jahr 2002, wenn man nach den Lyrics geht den Som­mer ihres Lebens. Und treue Leser von Music(k) wis­sen, dass es in die­ser Rei­he vor allem um die Lie­be zur Musik geht. Denn Songs erin­nern uns an Momen­te und unter­ma­len unser Leben. Dies trifft per­fekt auf „2002“ zu. Ein Song der vor allem mit einer Hook besticht, die aus ver­schie­de­nen ande­ren Songs besteht, die in die­sem Zeit­raum erschie­nen sind. So kön­nen wir unter ande­rem Brit­ney Spears mit ihrem Klas­si­ker „Oops!…I did it again“ fin­den. Oder das iko­ni­sche „Hold Up“ aus „The Next Epi­so­de“. Aber ver­sucht doch am bes­ten gleich mal alle Refe­ren­zen her­aus­zu­fin­den (von denen man auch eini­ge im Musik­vi­deo wie­der­fin­den kann).

One Kiss (Jauz Remix)“ —  Cal­vin Har­ris & Dua Lipa

One Kiss“ ist jetzt nicht unbe­dingt ein Geheim­tipp. Der Remix von Jauz hin­ge­gen schon. Wo mich das Ori­gi­nal aus irgend­wel­chen Grün­den nicht gecatcht hat, schafft es der Remix umso mehr. Die neue Ver­si­on eig­net sich per­fekt für Party­a­ben­de, ist eine gute Alter­na­ti­ve zu der lang­sa­me­ren Ver­si­on. 

A$AP Fore­ver“ — A$AP Rocky feat. Moby

Wahr­schein­lich mit Kendrick Lamar das spek­ta­ku­lärs­te Musik­vi­deo auf die­ser Lis­te. Anschau­en lohnt sich def­in­tiv. Und den Song hören sowie­so. Der Song besteht aus zwei grö­ße­ren Tei­len. Der Ers­te ist ener­gie­ge­la­de­ner, was am trei­ben­den Rap von A$AP Rocky liegt. Der zwei­te hin­ge­gen nimmt die­se Ener­gie raus, und lässt den Hörer sanft auf die Instru­men­tals des Mobys Hits „Porce­lain“ fal­len, wel­ches für den Track gesam­pelt wur­de. Also wenn ihr euch bei der Hit­ze nicht ent­schei­den könnt, ob ihr ein­fach nur chil­len oder doch ein biss­chen mehr Action wollt, macht doch ein­fach die­sen Song an und ent­schei­det euch für Bei­des.

Cor­leo­ne“ — Raf Camo­ra

Eine Lis­te über Lie­der die Som­mer­vi­bes wecken ohne Raf Camo­ra? Mög­lich, aber war­um soll­te man das tun? Denn Raf Camo­ra hat Dan­ce­hall auf deutsch erst ermög­licht. Wie kein ande­rer hat er zu dem Erfolg die­ser Musik­rich­tung im deutsch­spra­chi­gen Raum bei­getra­gen. „Cor­leo­ne“ setzt direkt mit Gitar­ren­klän­gen ein, die dem Beat die nöti­ge Ant­mosphä­re geben. Raf Camo­ra ver­gleicht sei­nen Weg mit dem von Don Vito Cor­leo­ne, der bekann­ten Figur aus dem Film­klas­si­ker „Der Pate“. Trotz der eher düs­te­ren Grund­stim­mung, sorgt der Track aber auch für eine ent­spann­te Som­mer­mood.

Nice for what“ — Dra­ke

Mit die­sem Song hat sich Dra­ke selbst über­trof­fen. Hier stimmt ein­fach alles. Einer, nach mei­nem Geschmack, der bes­ten Rap­beats die ich je hören dürf­te, der ein­fach nur so vor Ene­ge­rie strotzt. Dazu ein doper Flow von Dra­ke. Per­fekt ein­ge­bau­te Vocals und Sam­ples. Ein Musik­vi­deo, dass star­ke Frau­en­per­sön­lich­kei­ten in den Fokus stellt, und somit einen Kon­trast zu vie­len Hip-Hop-Vide­os dastellt. Gene­rell beschäf­tigt sich das Musik­stück auch außer­halb des Vide­os mit der weib­li­chen Selbst­be­stim­mung in der heu­ti­gen Gesell­schaft und schätzt die­se Mög­lich­kei­ten. Und dafür schät­ze ich die­sen Song.

Rake­te zün­den“ — GRee­eN

GRee­en zählt zu den Künst­lern die in mei­nen Ohren guten deutsch­spra­chi­gen Reg­gae ablie­fern. In „Rake­te zün­den“ spricht er auch gleich ein paar für die­ses Gen­re typi­sche The­men an: Lie­be, Frie­den, Einig­keit und der Genuss von Mari­hua­na. Dies alles umrahmt von einem, eben­so typi­schem, ent­spann­tem Beat, und schon hat man die per­fek­te musi­ka­li­sche Unter­ma­lung für einen ruhi­gen Abend im klei­nen Kreis.

Net­flix & Chill“ — Kay One feat. Mike Sin­ger

Und wie auch schon letz­tes Jahr bre­che ich mit dem letz­ten Song ein biss­chen das Kon­zept. Denn „Net­flix & Chill“ mischt aktu­ell in den Charts oben mit, und ist somit ein offen­sicht­li­cher Som­mer­song für so eine Lis­te. Und auch wenn man dem Lied vor­wer­fen kann, dass es kal­ku­lier­bar ist: Kay One schaff­te letz­tes Jahr mit „Lou­is Lou­is“ und „Senori­ta“ zwei der größ­ten Erfol­ge des Som­mers, und „Net­flix & Chill“ basiert auf einem ähn­li­chen Kon­zept. Außer­dem ist mit Mike Sin­ger ein aktu­el­les Tee­nie Idol auf dem Song, wel­ches natür­lich die Käu­fe bei der wich­ti­gen Ziel­grup­pe ankur­belt. Aber dies soll jetzt gar nicht alles so nega­tiv klin­gen, denn der Song ist trotz­dem gut. Som­mer­li­cher Beat, an die­ser Stel­le muss ich mal eine Lan­ze für Kay One bre­chen, und gran­dio­sen Flow des Rap­pers. Kay One ist für mich gene­rell flow­tech­nisch einer der bes­ten Rap­per in Deutsch­land. 

Also wor­auf war­tet ihr noch? Genießt den Som­mer mit dem pas­sen­den Sound­track!

                                                                                                                      Nico Hil­scher

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