Pulse of Europe in Erlangen

Pulse of Europe auf dem Schlossplatz, Erlangen Foto: Barbara Blum

Pul­se of Euro­pe auf dem Schloss­platz, Erlan­gen
Foto: Bar­ba­ra Blum

Wäh­rend Mari­ne Le Pen am Sonn­tag in die Stich­wahl um die fran­zö­si­sche Prä­si­dent­schaft ein­zog, fan­den sich auf dem Erlan­ger Schloss­platz über ein­hun­dert Men­schen ein, um bei Pul­se of Euro­pe FÜR Euro­pa und Wer­te wie Frei­heit, Gerech­tig­keit und Freund­schaft zu demons­trie­ren. Pul­se of Euro­pe fin­det in ver­schie­de­nen euro­päi­schen Städ­ten immer sonn­tags um 14 Uhr statt — ab jetzt auch wöchent­lich in Erlan­gen!

Sonn­tag­nach­mit­tag, kurz vor vier­zehn Uhr. Das Wet­ter ist bewölkt und frisch und passt so gar nicht zum Früh­lings­fest, das gera­de auf dem Schloss­platz statt­fin­det. Wäh­rend Musik aus den Fahr­ge­schäf­ten schallt und eini­ge muti­ge Erlan­ger es sich mit Kaf­fee und Pom­mes auf den Bier­bän­ken gemüt­lich gemacht haben, steht gegen­über noch ziem­lich ver­las­sen eine gro­ße Euro­paflag­ge umge­ben von Luft­bal­lons, die im Wind tan­zen. Obwohl wir es fünf Minu­ten vor zwei selbst noch kaum glau­ben konn­ten, ver­sam­mel­ten sich inner­halb weni­ger Minu­ten mehr als ein­hun­dert Leu­te um die­se Flag­ge, um für Euro­pa zu demons­trie­ren.

Um kurz nach zwei ist es dann soweit und die Orga­ni­sa­to­ren von Pul­se of Euro­pe in Erlan­gen, Simon und Fabi­an, eröff­nen die Ver­an­stal­tung und erklä­ren, was Pul­se of Euro­pe ist und wofür die Bewe­gung, wel­che in den letz­ten Wochen und Mona­ten immer wie­der in den Schlag­zei­len war, steht. Pul­se of Euro­pe ist eine pro-Euro­päi­sche Bür­ger­be­we­gung, wel­che sich Ende 2016 in Frank­furt am Main gegrün­det hat, und das Ziel ver­folgt, als fried­li­che und euro­p­a­po­si­ti­ve Stim­me den vie­len natio­na­lis­ti­schen und rechts­po­pu­lis­ti­schen Bewe­gun­gen ent­ge­gen­zu­tre­ten und die Unter­stüt­zung der Bür­ger für Euro­pa auf den Stra­ßen sicht­bar zu machen. Auf ihrer Web­site (http://pulseofeurope.eu/) erklä­ren die Grün­der der Bewe­gung: „Wir sind über­zeugt, dass die Mehr­zahl der Men­schen an die Grund­idee der Euro­päi­schen Uni­on und ihre Refor­mier­bar­keit und Wei­ter­ent­wick­lung glaubt und sie nicht natio­na­lis­ti­schen Ten­den­zen opfern möch­te. Es geht um nichts Gerin­ge­res als die Bewah­rung eines Bünd­nis­ses zur Siche­rung des Frie­dens und zur Gewähr­leis­tung von indi­vi­du­el­ler Frei­heit, Gerech­tig­keit und Rechts­si­cher­heit. […] Wir sind nicht gegen etwas, son­dern für etwas. Es ist nicht die Zeit der Pro­tes­te. Es ist Zeit, für die Grund­la­gen unse­rer Wer­te­ge­mein­schaft im posi­ti­ven Sin­ne ein­zu­ste­hen.“ (http://pulseofeurope.eu/ [26.04.2017])

Die­ses posi­ti­ve Gefühl ist auch in Erlan­gen spür­bar, als vie­le Erlan­ger selbst das Mikro­fon ergrei­fen und ihre ganz per­sön­li­chen Geschich­ten zu Euro­pa und ihre Beweg­grün­de, für Euro­pa zu demons­trie­ren, tei­len. Vie­le erzäh­len dabei, dass sie auch schon an den Ver­an­stal­tun­gen in Mün­chen und Nürn­berg teil­ge­nom­men haben und freu­en sich, dass jetzt auch Erlan­gen ein Zei­chen für Euro­pa setzt. Und auch ihr könnt ein Teil die­ser Bewe­gung wer­den. Pul­se of Euro­pe fin­det jeden Sonn­tag von 14 bis 15 Uhr auf dem Schloss­platz in Erlan­gen statt, das nächs­te Mal also schon am 30.04.2017. All dies wäre ohne das gro­ße per­sön­li­che Enga­ge­ment von Simon und Fabi­an nicht mög­lich. Falls ihr also nicht nur mit­de­mons­trie­ren, son­dern auch mit­hel­fen wollt, dann mel­det euch ein­fach direkt am nächs­ten Sonn­tag bei den Orga­ni­sa­to­ren oder per Mail unter: erlangen@pulseofeurope.eu.

Übri­gens: Wenn ihr gera­de nicht in Erlan­gen seid, Pul­se of Euro­pe fin­det auch in vie­len ande­ren Städ­ten statt, auch in Nürn­berg. Infor­miert euch unter: http://pulseofeurope.eu/poe-staedte/

Bar­ba­ra Blum

 

2 Gedanken zu „Pulse of Europe in Erlangen

  1. Immer wie­der inter­es­sant, dass aus­ge­rech­net die Leu­te, die noch mehr natio­na­le Sou­ve­rä­ni­tät an die unde­mo­kra­ti­sche EU-Büro­kra­tie und die EZB abge­ben wol­len, den­ken sie wür­den für die Frei­heit des Ein­zel­nen demons­trie­ren. Man kann ja mal die Men­schen in Grie­chen­land und Spa­ni­en fra­gen wie viel die neue Frei­heit wert ist, wenn die Ban­ken ihren Anteil for­dern und man an eine Wäh­rung gebun­den ist, mit der man sie nie aus­be­zah­len kön­nen wird.
    Aber schön, dass sich über­haupt noch so vie­le für poli­ti­sche Fra­gen inter­es­sie­ren.

    - Grü­ße vom Mond -

    • Lie­ber Moon­man,
      dan­ke für den aus­führ­li­chen Kom­men­tar. Natür­lich — und da stim­me ich völ­lig zu — sind Refor­men not­we­nig und kei­ne poli­ti­sche Insti­tu­ti­on, auch nicht die EU, ist frei von Unge­rech­tig­kei­ten. Aller­dings steht Pul­se of Euro­pe, wie sie auf ihrer Web­site und den Ver­an­stal­tun­gen immer wie­der beto­nen (und was ich hof­fent­lich auch in dem Arti­kel zum Aus­druck gebracht habe) für die Euro­päi­sche Idee und für Refor­men statt Abschaf­fung. Und genau die­sem Stand­punkt stim­me ich zu, wes­halb ich mich ent­schie­den habe, die­sen Arti­kel zu schrei­ben und zu ver­öf­fent­li­chen. Natür­lich hat jeder in poli­ti­schen Din­gen das Recht, sei­ne Mei­nung frei zu äußern und ich tei­le Ihre Beden­ken (soweit ich die­se hier rich­tig ver­stan­den habe) auch in vie­len Punk­ten, aber den­noch fand ich es — wie Sie selbst anklin­gen lie­ßen — wich­tig, ein Stück der poli­ti­schen Kul­tur in Erlan­gen abzu­bil­den, da ich poli­ti­sche Teil­ha­be als unbe­dingt not­we­nig für jede Demo­kra­tie erach­te. Vie­len Dank also für Ihre Anre­gung zum Dia­log.
      Vie­le Grü­ße
      Bar­ba­ra Blum

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