Fast & Furious 8 – Spritztour oder Sonntagsfahrt?

Das Bangen der Fans war groß. Nach dem Tod von Paul Walker, schien es eine Zeit lang so, als würde die „Fast & Furious“-Reihe mit dem siebten Teil ihr Ende finden. Wie wir wissen kam es dann doch anders, und nun erwartet man natürlich eine seelenlose Fließbandproduktion. Ob sich diese Befürchtung bewahrheitet möchte ich im folgenden behandeln.

Um zu Beginn schon Mal die Angst zu nehmen: „Fast & Furious 8“ ist ein guter Actionfilm geworden. Aber halt kein „Fast & Furious“ mehr. Wobei man hier definitiv diskutieren kann. Denn wer hier einen Film über Autorennen wie in den ersten Teilen erwartet ist selbst Schuld, da die Reihe spätesten seit dem fünften Teil eher auf überdrehte Action mit Autos setzt, und die Autorennen an sich eher in den Hintergrund stellt. Das ist aber nicht weiter schlimm, denn was uns in diesem Film an Action geboten wird ist einfach Weltklasse. Hier explodiert es gefühlt im Minutentakt, und es wird immer wieder einer draufgesetzt.

Natürlich mag es befremdlich anmuten, wenn eine riesige Abrisskugel eingesetzt wird, um die Verfolger abzuschütteln. Und von den „Autozombies“ oder der Verfolgungsjagd mit einem U-Boot wollen wir gar nicht erst anfangen, aber wenn man sich einfach ins Kino setzt, das Hirn für zwei Stunden ausschaltet und sich gemütlich berieseln lässt, dann macht das unglaublich Spaß. Dies liegt auch am gelungen Cast, der leider auf Paul Walker verzichten muss. Hier haben wir Vin Diesel, Dwayne Johnson und Jason Statham, um nur mal die grandiose Schauspielerauswahl anzukratzen. Besonders die Hassliebe der Charaktere von Dwayne Johnson und Jason Statham ist wundervoll inszeniert, und sorgt für einige Lacher. Ebenfalls nicht unerwähnt bleiben kann Charlize Theron. Sie spielt den Bösewicht im Film, und was soll man dazu noch sagen, denn so einen stimmigen Schurken gab es schon länger nicht mehr auf der Leinwand. Gleichen ihre Ziele zwar den typischen 08/15 Bond Bösewichten, so geben ihre eisige fiese Art und vor Allem ihre Wege um ans Ziel zu kommen, der Figur viel Leben, welches den Zuschauer dazu bringt diese Figur einfach hassen zu müssen.

Ein schon mal angerissener Punkt, der sehr ausschlaggebend dafür ist, dass der Film so gut ankommt ist der Humor. Der Film nimmt sich an vielen Stellen nicht gerade ernst und punktet mit vielen One-Linern und Situationskomik, wie man es aktuell im Action-Genre vorallem durch die Marvel-Filme kennt.

Zu guter Letzt bleibt noch zu sagen, dass besonders der Gang ins Kino zu empfehlen ist. Denn der Film lebt einfach von seinen visuellen und akustischen Effekten (der Soundtrack ist natürlich wie immer bei dieser Serie spitze und untermalt das Geschehen perfekt meist mit Hip Hop Klängen), die auf einer guten Leinwand mit guten Boxen erst so richtig zur Geltung kommen.

Nico Hilscher

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