Bier und Bands – It’s a match! Ein Abend im Experimentiertheater

Bier & Bands Vol. 2

Bier & Bands Vol. 2

 

Am 8. Dezem­ber war es zum zwei­ten Mal soweit: Die FSI Thea­ter- und Medi­en­wis­sen­schaft ver­an­stal­te­te Bier und Bands Vol. 2 im Expe­ri­men­tier­thea­ter. Obwohl Bier und Bands für sich allei­ne schon ein Garant für einen guten Abend sind, war noch eini­ges mehr gebo­ten.  Moti­vier­te und unter­schied­li­che Künst­ler aus der Regi­on sowie die Zusam­men­ar­beit ver­schie­de­ner stu­den­ti­scher Initia­ti­ven und Ver­ei­ne mach­ten den Abend zu einem ein­ma­li­gen Erleb­nis.

Etwas abge­hetzt nach einer auf­re­gen­den Fahrt durch das abend­li­che Erlan­gen (wer hat sich eigent­lich die Vor­fahrts­re­geln am Lor­le­berg­kreis aus­ge­dacht?!) im Expe­ri­men­tier­thea­ter ange­kom­men, steht der ers­te Künst­ler bereits auf der Büh­ne. San­dro aka He Told Me To aus Coburg läu­tet den Abend mit sei­ner Gitar­re und einer guten Por­ti­on Indie-Pop ein. Mit sei­nem sanft-melan­cho­li­schen Sound und den ein­gän­gi­gen Refrains schafft er es von Anfang an,  das Publi­kum in sei­nen Bann zu zie­hen — trotz sei­ner schwie­ri­gen Auf­ga­be als ers­ter Act. Als Inspi­ra­ti­on nennt er Künst­ler wie Ste­ven Wil­son, Get Well Soon und Noel Gal­lag­her. Ein paar Klicks auf Spo­ti­fy spä­ter, mei­ne auch ich (dank mei­ner neu­ge­won­ne­nen Fach­kun­dig­keit) deren Ein­flüs­se in sei­ner Musik zu erken­nen. Auch auf das zwei­te Album, wor­an He Told Me To gera­de arbei­tet, darf man also auf jeden Fall gespannt sein.

Als zwei­ter Act betre­ten Your Careless Spark die Büh­ne. Die Selbst­ver­ständ­lich­keit mit der die vier Musi­ker aus Nürn­berg auf­tre­ten nötigt einem den größ­ten Respekt ab – vor allem, da sie sich in letz­ter Minu­te bereit erklär­ten, für die ver­hin­der­ten Shadow Liz­zards ein­zu­sprin­gen. Spä­tes­tens als sich Lead­sän­ger Claus Fried­rich als ehe­ma­li­ger Erlan­ger Thea­ter- und Medi­en­wis­sen­schafts­stu­dent outet, haben Your Careless Spark das Publi­kum voll­ends für sich gewon­nen. Dabei spricht ihre von Gegen­sät­zen gepräg­te Musik für sich. Lei­se, sanf­te Töne mischen sich zwi­schen kräf­ti­ge Bass­li­nes, wäh­rend die Zuhö­rer gespannt auf den nächs­ten Umschwung war­ten.

img_6725

Yel­low Thought — Foto von Bar­ba­ra Blum

Als letz­te Band begin­nen um halb zwölf Yel­low Thought aus Nürn­berg ihr Set. Die nach­denk­lich-melan­cho­li­schen Melo­di­en der ers­ten Acts wer­den jetzt end­gül­tig von har­tem Rock abge­löst. Die vier Jungs schei­nen Spaß zu haben und auch die schüch­terns­ten Kon­zert­be­su­cher schwin­gen spä­tes­tens jetzt das Tanz­bein und die Dreads. Doch nicht nur musi­ka­lisch war an die­sem Abend eini­ges gebo­ten.

In den Umbau­pau­sen wird es Zeit, das extra für die­sen Abend auf­ge­hübsch­te Expe­ri­men­tier­thea­ter genau­er zu erkun­den. Links neben dem hoch­fre­quen­tier­ten Bier­stand der FSI hat sich ARENA… of the young arts nie­der­ge­las­sen. Der stu­den­ti­sche Ver­ein orga­ni­siert ein jähr­li­ches Fes­ti­val in Erlan­gen, wel­ches inter­na­tio­na­le Künst­ler aus den Berei­chen Tanz, Thea­ter und Per­for­mance prä­sen­tiert.  Das inter­na­tio­na­le Per­for­mance Fes­ti­val aus Erlan­gen hat einen im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes schil­lern­den Auf­tritt. Für die­sen Abend haben sie sich ein ganz beson­de­res Unter­hal­tungs­pro­gramm für die Kon­zert­be­su­cher aus­ge­dacht: Tee­nie-Spie­le für Shots. Na, wenn das nicht fair klingt!

ARENA - Shots für Teenage-Spielchen

ARENA — Shots für Teena­ge-Spiel­chen

Die­ses Pro­gramm über­zeugt nicht nur mich und schnell habe ich einen Mit­strei­ter gefun­den, der sich traut, gemein­sam mit mir einen ulti­ma­ti­ven BRA­VO-Psy­cho­test zu bestehen. Ohne viel Grü­be­lei ent­schei­den wir uns für „Was ist dein Lie­bes­mot­to?“ und las­sen uns in der lie­be­voll von ARENA gestal­te­ten Knut­sche­cke nie­der, um eif­rig zu kreu­zeln und Erleuch­tung in unser Lie­bes­le­ben zu brin­gen. Obwohl die BRAVO mir attes­tiert, dass mein Herz „wegen Reno­vie­rung geschlos­sen ist“ (Dan­ke für die Ein­sicht Dr. Som­mer), las­se ich mich nicht ent­mu­ti­gen. Schließ­lich bin ich auf einem Event, das Bier und Bands heißt, und was wäre um eine sol­che Dia­gno­se zu ertra­gen als ein eis­ge­kühl­tes (oder zumin­dest Audi­max-ohne-Hei­zung-gekühl­tes) Grü­ner oder Zirn­dor­fer?

Gestärkt kann es wei­ter­ge­hen zum nächs­ten Hap­pe­ning. Auch die stu­den­ti­sche Initia­ti­ve [ki’ta:so] — die (Kurz-)Filmplattform für Erlan­gen und die Umge­bung ist mit von der Par­tie. Neben Ver­pfle­gung für die hung­ri­gen Kon­zert-Besu­cher gibt es hier auch ein Film­quiz. Dan­kens­wer­ter­wei­se erklär­te sich Simon von der FSI bereit, gegen mich anzu­tre­ten. Hier zeigt sich nicht nur mein man­geln­des Film­wis­sen, son­dern auch die Unbe­stech­lich­keit der FSI gegen­über der Pres­se, als Simon sich den dann doch über­ra­schend knap­pen Sieg nicht mehr neh­men lässt.

Zuletzt nimmt sich noch Sophia von der FSI Zeit, mir einen Ein­blick hin­ter die Kulis­sen zu gewäh­ren. Eines wird schnell klar, so sim­pel die Idee für Bier und Bands auch klin­gen mag – in die­sem Abend steckt jede Men­ge Arbeit der vie­len Orga­ni­sa­to­ren, Künst­ler und Hel­fer. Das Ziel der FSI, „Momen­te zu schaf­fen, in denen die stu­den­ti­schen Initia­ti­ven und Ver­ei­ne gemein­sam agie­ren kön­nen“, ist mit die­sem gelun­ge­nen Event erreicht. Bier ist super, Bands sind super, aber gera­de die Zusam­men­ar­beit der FSI mit ARENA, [ki’ta:so] und Funk­lust zeigt, wie man die viel­sei­ti­gen Ide­en der Erlan­ger Stu­den­ten in einem ein­zig­ar­ti­gen Event ver­ei­nen kann.

Drei Bands und eini­ger Bie­re spä­ter, bleibt mir als Fazit nur: Bier und Bands – davon wol­len wir mehr! Prost!

Bar­ba­ra Blum

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.