Daydreamer- Episode 2: Abstrakte Erinnerungen mit musikalerischer Untermalung


Seit mei­ne Pilot­fol­ge ver­öf­fent­licht wur­de, ist die Zeit wie im Flug ver­gan­gen. Weih­nach­ten steht bereits vor der Tür und wir fügen uns dem beque­men mensch­li­chen Gemüt, einen war­men Unter­schlupf zu suchen. Was wür­de sich also bes­ser eig­nen, als ein klei­nes gemüt­li­ches Café im Her­zen Erlan­gens zum Inter­view­ort zu küren? 

Es soll ein ent­spann­tes Tref­fen wer­den. Mein Gegen­über nippt immer wie­der an der Tee­tas­se und ich genie­ße einen war­men Cap­puc­ci­no, wäh­rend ich ihm das Kon­zept der Daydrea­mer Serie erläu­te­re: Mein Inter­view­part­ner eröff­net völ­lig anonym sei­ne Gedan­ken­welt im stres­si­gen Uni­ver­si­täts­all­tag und ich, nun ja, ich ver­öf­fent­li­che es.

Also, dann geht es los:

Sam Sni­per: Du stu­dierst nun bereits etwas län­ger an der FAU. Möch­test du, dass die Leu­te wis­sen, was du genau stu­dierst?

Unbe­kann­ter: Ach, das ist kein Pro­blem! Ich stu­die­re Thea­ter- und Medi­en­wis­sen­schaf­ten und Phi­lo­so­phie im Neben­fach. Man kann also sagen, ich pla­ne Taxi­fah­rer zu wer­den. lacht

Ich möch­te einen klei­nen Ein­blick in dei­nen Kopf bekom­men. Was genau schwebt dir vor, wenn du zwar kör­per­lich in der Uni anwe­send, jedoch geis­tig abwe­send bist?

Puh, pau­schal kann man das nicht so genau sagen. Am Abend freue ich mich jedoch, nach Hau­se zu kom­men. In der Uni ist halt manch­mal das Daten­vo­lu­men im Kopf auf­ge­braucht und man starrt nur noch ins Lee­re.

Wie sieht die­se Lee­re aus?

Ich schaue aus dem Fens­ter und den­ke an nichts beson­de­res.

Bist du bei einer bestimm­ten Vor­stel­lung? Man kann doch nicht an Nichts den­ken.

Wenn ich so recht überlege…hmm…Es gibt Momen­te, da stel­le ich mir vor, dass Musik mein Leben unter­malt. In letz­ter Zeit läuft oft Joy Divi­si­on in mei­nem Kopf.

Ich muss jetzt lei­der zuge­ben, dass ich die Band nicht ken­ne. Was ist das für eine Musik­rich­tung und gab es in letz­ter Zeit einen bestimm­ten Song, der dich auf dei­nem Wege ver­folgt hat?

Das ist kein Pro­blem. Joy Divi­si­on spielt Post­punk und der letz­te Song in mei­nem Kopf war Insight.

Mit Songs ver­bin­de ich meis­tens per­sön­li­che Erfah­run­gen. War­um schleicht sich also gera­de die­ser Song immer wie­der in dei­ne Ohren? 

Er löst eine gewis­se Melan­cho­lie aus, bei der ich mei­ne Gedan­ken schwei­fen las­sen kann. Dann ver­bin­de ich mit die­sem Song die Ent­fer­nung zu alten Bekann­ten, wel­che sich auf­grund mei­nes Stu­di­ums und den Lauf der Zeit erge­ben hat.

Wünschst du dir die alten Zei­ten mit eben­die­sen Leu­ten zurück oder war­um fühlst du gera­de Melan­cho­lie ?

Man ent­wi­ckelt sich wei­ter und das ist gut. Es sind nicht die Zei­ten und Ereig­nis­se, die ich mit den Leu­ten ver­bin­de, viel­mehr die Leu­te selbst. Man soll­te sich das nicht sze­na­risch vor­stel­len, wie in einem Musik­vi­deo. Es ist mehr eine Gefühls­re­gung.

Sind es bestimm­te Per­so­nen, die die­se Gefühls­re­gung aus­lö­sen?

Nein, das ist nicht an ein­zel­ne Per­son gebun­den.

Wie wür­dest du die­se Vor­stel­lung ein­ord­nen?

Du darfst das nicht falsch ver­ste­hen. Der Grund­ton ist melan­cho­nisch und posi­tiv zugleich. Es ist eine Art von Nost­al­gie, die mich hoff­nungs­voll in die Zukunft bli­cken lässt.

Ziehst du ein phi­lo­so­phi­sches Fazit aus dem Inter­view?

Kennst du die­ses Spiel, wo man Zita­te falsch zuord­net?

Wie bereits Nietz­sche sag­te: Das Leben ist hart ohne Ober­lip­pen­bart. grinst

 

 

Es war schwie­rig bei die­sem Men­schen die inne­re Gefühls­welt her­aus­zu­fil­tern. Was in die­sem Inter­view schrift­lich aus­ge­spart wur­de, waren die vie­len „Ehms‘ “ und „Ähs“, die noch min­des­tens drei Sei­ten hät­ten fül­len kön­nen. Genau die­ser Aspekt hat mich stut­zig gemacht: Wie oft wei­chen wir erns­ten Fra­gen mit Scher­zen aus?

von Sam Sni­per

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