Donald Trumps Sommernachtstraum

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Die Schau­spie­ler kom­men dem Publi­kum nahe. Bild: Patri­cia Ach­ter.

Shake­speare hat sei­ne Komö­die Ein Som­mer­nachts­traum mit einer guten Por­ti­on Humor gewürzt. Aus die­ser Vor­la­ge hat die Drau­ßen-Thea­ter Com­pa­gnie Die Alleee! eine Insze­nie­rung gemacht, die mit eige­nen humor­vol­len Ide­en durch­zo­gen ist. Die stu­den­ti­schen Schau­spie­ler und die Lei­ter Jan-Felix Chu­dar­ski und Andra-Maria Jebe­le­an haben sicht­lich Spaß an dem Pro­jekt.

Die Auf­füh­rung ist in einem Semi­nar an der Uni­ver­si­tät Erlan­gen-Nürn­berg ent­stan­den. Stu­die­ren­de mit und ohne vor­he­ri­ge Büh­nen­er­fah­rung konn­ten sich ein Jahr lang mit dem Klas­si­ker beschäf­ti­gen und dar­in nach per­sön­li­chen Anknüp­fungs­punk­ten, gesell­schaft­li­cher Rele­vanz sowie einer Neu­in­ter­pre­ta­ti­on suchen.

Die Frei­licht­büh­ne im Für­ther Stadt­park bie­tet eine idea­le Kulis­se, um auch mal mit­ten im Publi­kum zu spie­len. Zu viel soll nicht ver­ra­ten wer­den, denn gleich zu Beginn war­tet auf die Zuschau­er eine Über­ra­schung, die im säch­si­schen Dia­lekt ange­kün­digt wird.
Anfangs tes­ten die Schau­spie­ler ihre Rol­len, pro­bie­ren Jugend­spra­che aus, geho­be­ne Spra­che, Rap und Zusam­men­fas­sun­gen. Herr­lich über­trie­ben – wie man es von Shake­speare-Komö­di­en bei­na­he erwar­tet – ent­wi­ckeln sich die ver­zwick­ten Lie­bes­be­zie­hun­gen, die Puck mit einem Zau­ber beein­flusst. Her­mia, Lys­an­der, Deme­tri­us, Hele­na – wer wann wen liebt oder hasst ändert sich mehr­mals. Und die Lai­en­schau­spiel­grup­pe bestehend aus Hand­wer­kern, die einen Auf­tritt vor dem Her­zog probt, tanzt mun­ter Aero­bic auf der Büh­ne.

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Fünf, sechs, sie­ben, acht: Bei den Tanz-Pro­ben. Bild: Patri­cia Ach­ter.

Mit Witz inter­pre­tie­ren die Schau­spie­ler ihre Rol­len. Mal fließt Humor à la Lou­is de Fun­ès ein, mal sorgt ein Slow-Moti­on-Ren­nen zu Opern­mu­sik oder eine Pan­to­mi­me-Ein­la­ge für Komik, dann wie­der impro­vi­sie­ren die Schau­spie­ler in der Inter­ak­ti­on mit dem Publi­kum. Ein High­light ist, als dem Hand­wer­ker Zet­tel von Puck ein Esels­kopf ver­passt wird. Dafür muss eine Donald-Trump-Mas­ke her­hal­ten. Am Rand der Frei­licht­büh­ne lau­fen eini­ge Stadt­gar­ten-Besu­cher vor­bei (ent­we­der Spa­zier­gän­ger oder Poké­mon-Go-Jäger), die sich amü­siert umdre­hen.

Je nach Spiel­ort und Publi­kum ist die­se Auf­füh­rung wohl jedes Mal anders. Zwar spre­chen die Schau­spie­ler manch­mal zu lei­se und ein­zel­ne Sze­nen zie­hen sich etwas in die Län­ge, aber ins­ge­samt ist es ein unter­halt­sa­mer Thea­ter­abend mit ein paar kri­ti­schen Anspie­lun­gen. Der Ein­tritt ist frei.

Patri­cia Ach­ter

Kom­men­de Vor­stel­lun­gen:
21. und 23. Juli 2016, 20 Uhr, JUZ Erlan­gen

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