Diese Woche läuft an…

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Bild: Alpen­re­pu­blik GmbH, Ala­mo­de, Neue Visio­nen

In den Fil­men der Woche sind drei Men­schen auf der Suche. Zwan­zig Jah­re nach Ende des Welt­kriegs muss die jun­ge Öster­rei­che­rin Han­na ihre jüdi­schen Wur­zeln noch immer ver­ste­cken — denn in den 1960ern ist die Ideo­lo­gie der Nazis noch lan­ge nicht über­wun­den. In Han­nas schla­fen­de Hun­de ver­sucht sie, mehr über ihre Iden­ti­tät als Jüdin her­aus­zu­fin­den.
Die jun­ge Romy ist in Sky — Der Him­mel in mir bei ihrer Suche nach sich selbst ganz auf sich allein gestellt. Nach­dem die USA-Tou­ris­tin sich spon­tan von ihrem Ehe­mann getrennt hat, durch­streift sie den Wüs­ten­staat Neva­da eine Wei­le auf eige­ne Faust. Als Romy schließ­lich einen geheim­nis­vol­len Ran­ger ken­nen lernt beschließt sie, sich an sei­ne Fer­sen zu hef­ten.
Auch der chi­ne­si­sche Geschäfts­mann Jona­than Pang hat das Objekt sei­ner Begier­de gefun­den: Einen still­ge­leg­ten Flug­ha­fen in Meck­len­burg-Vor­pom­mern. Hier will er einen inter­na­tio­na­len Han­dels­um­schlag­platz auf­bau­en. Die Doku­men­ta­ti­on Par­chim Inter­na­tio­nal folgt ihm bei der Suche nach neu­en Inves­to­ren. Auch für die Anwoh­ner steht viel auf dem Spiel.

 

Han­nas schla­fen­de Hun­de

Im Öster­reich der 1960er lebt die klei­ne Han­na (Nike Seitz) mit ihrer Mut­ter Katha­ri­na (Fran­zis­ka Weisz) ein ruhi­ges und beschei­de­nes Leben. Für Mut­ter und Toch­ter gilt dabei als obers­tes Gebot, bloß nicht auf­zu­fal­len, weder in der Schu­le noch bei den Nach­barn. Doch Han­na ist nicht auf den Kopf gefal­len – instink­tiv merkt sie, dass etwas nicht stimmt. Mit Hil­fe ihrer reso­lu­ten Groß­mutter Ruth (Han­ne­lo­re Els­ner) fin­det sie bald her­aus, dass ihre wah­re, jüdi­sche Iden­ti­tät der Grund für ihr zurück­ge­zo­ge­nes Leben ist. Denn in Wels leben noch immer vie­le Nazis. Han­na ver­steht die Ängs­te ihrer Mut­ter, möch­te sich aber auch nicht mehr län­ger ver­ste­cken.

Nach dem Ende des 2. Welt­kriegs konn­ten vie­le Opfer des Natio­nal­so­zia­lis­mus nicht in ihr altes Leben zurück­keh­ren. Mit ihrem 2010 ver­öf­fent­lich­ten Roman ver­such­te die Öster­rei­che­rin Eli­sa­beth Escher gegen das kol­lek­ti­ve Ver­drän­gen anzu­schrei­ben und schick­te ihre Prot­ago­nis­tin auf eine Suche nach der eige­nen Iden­ti­tät.

Han­nas schla­fen­de Hun­de läuft ab Don­ners­tag, dem 8. Juni, im Lamm-Licht­spie­le-Kino.

 

Sky — Der Him­mel in mir

Romy (Dia­ne Kru­ger) unter­nimmt mit Ehe­mann Richard (Gil­les Lell­ou­che) eine Urlaubs­rei­se durch die USA, doch unter­wegs strei­ten sie sich so hef­tig, dass Romy die Ehe kur­zer­hand für been­det erklärt. Jetzt steht sie zum ers­ten Mal seit lan­gem allei­ne da, doch Romy denkt nicht dar­an, ihre Rei­se vor­zei­tig zu been­den. Im schril­len Las Vegas lernt sie den ver­schlos­se­nen Ran­ger Die­go (Nor­man Ree­dus) ken­nen — und die bei­den lan­den im Bett. Am nächs­ten Tag ist Die­go ver­schwun­den, doch er hat ihr eine Adres­se hin­ter­las­sen. Romy bricht zu einer Rei­se durch die Wüs­te auf, die sie für immer ver­än­dern wird.

Die fran­zö­si­schen Schau­pie­le­rin und Regis­seu­rin Fabi­en­ne Bert­haud insze­nier­te den Film als Mischung aus Road­mo­vie und Lie­bes­dra­ma. Wie schon in ihrem 2010-Hit Bar­fuß auf Nackt­schne­cken steht wie­der der Aus­bruch aus gesell­schaft­li­chen Zwän­gen und die heil­sa­me Kraft der Natur im Zen­trum.

Sky — Der Him­mel in mir läuft ab Don­ners­tag, dem 8. Juni, im Man­hat­tan Kino.

 

Par­chim Inter­na­tio­nal

Der Chi­ne­se Jona­than Pang will einen aus­ran­gier­ten Flug­ha­fen in Meck­len­burg-Vor­pom­mern zum inter­na­tio­na­len Kno­ten­punkt aus­bau­en. Wird es ihm gelin­gen sein Pro­jekt zu finan­zie­ren, oder macht ihm die deut­sche Büro­kra­tie einen Strich durch die Rech­nung? Wäh­rend die Inves­to­ren auf gro­ße Gewin­ne hof­fen, steht für vie­le Anwoh­ner noch mehr auf dem Spiel — der Flug­ha­fen könn­te Arbeits­plät­ze schaf­fen und die maro­de Wirt­schaft der umlie­gen­den Städ­te ankur­beln.

Sie­ben Jah­re lang haben die Fil­me­ma­cher Ste­fan Eber­lein und Manu­el Fenn den Inves­tor beglei­tet. Das Auf­ein­an­der­tref­fen der Lebens­wel­ten und Glau­bens­sys­te­me erzählt der Film als Tra­gi­ko­mö­die mit bit­te­ren Ein­bli­cken in die skur­ri­le Rea­li­tät des Kapi­ta­lis­mus.

Par­chim Inter­na­tio­nal läuft ab Sonn­tag, dem 12. Juni, im Man­hat­tan Kino.

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