Das Schicksal der Bibliomantik liegt in deinen Händen

 

Bild: FJB-Verlag

Bild: FJB-Ver­lag

Hier ist er nun, der drit­te und letz­te Band der Die Sei­ten der WeltTri­lo­gie von Kai Mey­er. Ist die Welt der Biblio­man­tik mit­samt sei­nen Bewoh­nern noch zu ret­ten, nach­dem sowohl das Sank­tua­ri­um als auch eini­ge Refu­gi­en bereits durch die auf­stei­gen­den Ide­en zer­stört wur­den? Nach­dem Furia Sala­man­dra Faer­fax, letz­te leben­de Biblio­man­tin der Hau­ses Rosen­kreutz, von den schil­lern­den Farb­wir­beln der Ide­en ver­schluckt wur­de und seit nun­mehr drei Tagen als ver­schol­len gilt, set­zen ihre Freun­de alles dar­an sie wie­der­zu­fin­den, denn sie ist die Ein­zi­ge, die die Welt der Biblio­man­tik jetzt noch zu ret­ten ver­mag.

 

Wäh­rend der Rest der Wider­stands­be­we­gung in der Resi­denz ver­sucht eine Lösung zu fin­den, machen sich die bei­den Ex-Agen­ten der Ada­mi­ti­schen Aka­de­mie, Isis Nim­mer­nis und Dun­can Mound auf, um in einer Nacht- und Nebel­ak­ti­on in die gehei­men Kel­ler der Aka­de­mie in Lon­don zu gelan­gen. Dort erhof­fen sie sich wei­te­re Hin­wei­se über Furi­as Ver­bleib. Dabei sto­ßen sie auf ein soge­nann­tes Blut­buch, wel­ches von Cas­si­us Faer­fax, Furi­as Groß­va­ter, stammt, der sich sozu­sa­gen unsterb­lich gemacht hat, indem er sich in sein eige­nes Buch hat bin­den las­sen, um spä­ter, wenn die For­schung soweit wäre, wie­der einen neu­en Kör­per zu erhal­ten. Durch ihn erfah­ren Isis und Dun­can von den zwei Por­tal­schif­fen, der Fleur de Marie und der Blan­che de Caza­lis, wel­che Cas­si­us kon­stru­iert hat und die in der Lage sind als Por­ta­le zu fun­gie­ren und dadurch die Sei­ten der Welt zu berei­sen. Mit die­sen Infor­ma­tio­nen machen sie sich auf sie zu fin­den.

In der Zwi­schen­zeit tritt Rachel­le Him­mel ihre neue Regent­schaft über die Biblio­man­ti­sche Gesell­schaft an. Dabei wird sie von Cats Vater, Jona­than Marsh, einem mani­pu­la­ti­ven, macht­ver­ses­se­nen Poli­ti­ker, in die Geschäf­te der Aka­de­mie ein­ge­führt, sofern es ihm in den Kram passt. Ob sie ihren ursprüng­li­chen Plan, die Macht für die rich­ti­gen Ver­än­de­run­gen in der Biblio­mant­si­chen Gesell­schaft zu sor­gen wohl ein­hal­ten kann?

Furia, wel­che nach dem Ver­schlun­gen wer­den durch die Ide­en im miss­ra­te­nen Land der Nach­tre­fu­gi­en wie­der aus­ge­spien wur­de, sieht sich einer noch viel grö­ße­ren Ver­ant­wor­tung gegen­über als sie sich jemals hät­te träu­men las­sen. Einer Ver­ant­wor­tung um die sie nie­mals gebe­ten hat­te! Nicht nur trifft sie auf den ver­bann­ten Seve­rin Rosen­kreutz, son­dern auch auf Pha­e­dra Her­cu­la­nea. Bei­de ver­fol­gen ihre ganz eige­nen Zie­le. Doch was sie gemein­sam haben ist die Tat­sa­che, dass sie die­se Zie­le nicht ohne Furi­as Zutun errei­chen kön­nen. Sie muss Ände­run­gen in den Büchern der Schöp­fung vor­neh­men. Sie ist die Ein­zi­ge, die die­se Macht besitzt, denn so hat es Seve­rin Rosen­kreutz fest­ge­legt, als er noch an den Büchern schrieb. Wie wird sie sich also ent­schei­den? Wird sie Pha­edras Wunsch ent­spre­chen und Ände­run­gen in den Büchern vor­neh­men, die es mög­lich machen, dass Exli­bri und Tint­lin­ge gleich­be­rech­tigt mit Biblioman­ten wer­den, oder wird sie Seve­rins Vor­stel­lun­gen ent­spre­chend die Bücher so umschrei­ben, dass es gar nicht erst so weit kommt, dass Cha­rak­te­re aus ihren Büchern stür­zen, alle bis­he­ri­gen Exli­bri und Tint­lin­ge also aus­ge­löscht wer­den; ja nie­mals exis­tiert haben? Furia Sala­man­dra Faer­fax‘ Ent­schei­dung wird letzt­lich über das Schick­sal des gesam­ten Biblio­man­ti­schen Uni­ver­sums ent­schei­den. Kann sie die rich­ti­ge Wahl tref­fen?

Wer hät­te das gedacht? So vie­le Wen­dun­gen in die­sem Buch, so vie­le unter­schied­li­che Über­ra­schun­gen. Wie­der ein­mal hält der Autor Kai Mey­er den Leser bis zum Schluss in Atem, gönnt ihm nur sel­ten klei­ne Ver­schnauf­pau­sen. Wodurch aber wun­der­bar die Dring­lich­keit der Lage deut­lich wird, in der sich die Prot­ago­nis­ten alle­samt befin­den. Es gilt die rich­ti­gen Ent­schei­dun­gen zu tref­fen!

Und so traf auch der Autor eine Ent­schei­dung, wel­che mei­ner Mei­nung nach, die im Buch auf­ge­wor­fe­nen The­se, ob wir nicht viel­leicht doch alle nur Figu­ren in einem Buch in einem Buch in einem Buch sind, unter­stützt. Um her­aus­zu­fin­den, wel­chen Kniff sich der Autor erlaubt hat, müsst ihr das Buch aber selbst lesen, sonst ist ja die gan­ze Über­ra­schung futsch. Macht euch also bereit für eine letz­te aben­teu­er­li­che Rei­se durch die Sei­ten der Welt und ver­gesst die Taschen­tü­cher nicht!

Car­men Käuf­lin

Hier fin­det ihr die Rezen­sio­nen zu Teil 1 und Teil 2 der Tri­lo­gie.

Kai Mey­er: Die Sei­ten der Welt — Blut­buch
FJB-Ver­lag
Sei­ten 528
ISBN:978–3‑8414–0226‑4
Preis: 19,99 €

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