Diese Woche läuft an…

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Bild: Para­mount Pic­tures, Welt­ki­no, Fal­com Media

In den Fil­men der Woche stel­len sich drei sehr ver­schie­de­ne Hel­den Fra­gen, die die Welt ver­än­dern könn­ten. Wie konn­ten die Miss­brauchs­fäl­le in der katho­li­schen Kir­che so lan­ge ver­tuscht wer­den? Im US-ame­ri­ka­ni­schen Thril­ler Spot­light stößt der Jour­na­list Wal­ter Robin­son auf eine Mau­er des Schwei­gens, als er und sein Team Licht in den Miss­brauchs­skan­dal brin­gen wol­len.
War­um sol­len tür­ki­sche Mäd­chen soviel weni­ger Frei­hei­ten haben als ihre männ­li­chen Alters­ge­nos­sen? Ein unbe­schwer­ter Tag am Strand wird Lale und ihre Schwes­tern im tür­ki­schen Fami­li­en­dra­ma Mus­tang zum Ver­häng­nis. Die Mäd­chen wer­den zum Gespött der Nach­bar­schaft und ihr stren­ger Onkel greift zu har­ten Maß­nah­men — er beginnt Eine nach der Ande­ren zu ver­hei­ra­ten.
Wie­so wer­den die USA von so vie­len Län­dern abge­hängt? Doku­men­tar­fil­mer Micha­el Moo­re reist in Whe­re To Inva­de Next durch Euro­pa und ver­sucht sich mög­lichst viel für sei­ne Hei­mat abzu­schau­en.

Spot­light

Für Wal­ter „Rob­by“ Robin­son (Micha­el Kea­ton), den Lei­ter des Inves­ti­ga­tiv-Teams des Bos­ton Glo­be, ist es die Sto­ry sei­nes Lebens: Der neue Chef­re­dak­teur setzt ihn auf aktu­el­le Fäl­le von Kin­des­miss­brauch in der katho­li­schen Kir­che an. Doch als Rob­by und sei­ne Kol­le­gen die ers­ten Opfer inter­view­en, decken sie einen viel grö­ße­ren Skan­dal auf — seit Jahr­zehn­ten wur­den in der Erz­diö­ze­se Bos­ton immer wie­der Kin­der von Pries­tern miss­braucht. Die Ver­bre­chen wur­den von höchs­ten Wür­den­trä­gern gedeckt und ver­tuscht, die Opfer zum Schwei­gen gebracht. Die Spu­ren füh­ren direkt zum Kar­di­nal, doch die Repor­ter sto­ßen auf eine Mau­er des Schwei­gens. Die kost­spie­li­ge Recher­che der Zei­tung droht zu schei­tern.

Nach sei­nem Aus­flug ins seich­te Kino (Cob­bler — Der Schuh­ma­gi­er mit Adam Sand­ler) fin­det Regis­seur Tho­mas McCar­thy mit Spot­light ins anspruchs­vol­le Fach zurück. Das wur­de belohnt — das Jour­na­lis­ten­dra­ma ist für sechs Oscars nomi­niert, dar­un­ter Bes­ter Film, Bes­te Regie und Bes­tes Ori­gi­nal­dreh­buch.

Spot­light läuft ab Don­ners­tag, dem 25. Febru­ar, im Man­hat­tan Kino.

 

Mus­tang

Ein son­ni­ger Tag am Strand ver­än­dert das Leben von Lale (Güneş Nezi­he Şen­soy) und ihren vier Schwes­tern für immer. Auf dem Weg von der tür­ki­schen Dorf­schu­le nach Hau­se machen die Mäd­chen einen klei­nen Abste­cher zum Meer und toben im Was­ser mit gleich­alt­ri­gen Jun­gen. Das harm­lo­se Her­um­al­bern tritt einen Skan­dal mit weit­rei­chen­den Kon­se­quen­zen los. Ihr stren­ger Onkel Erol (Ayberk Pek­can) sieht die Fami­li­en­eh­re in Gefahr und bald hal­ten gefäng­nis­ähn­li­che Zustän­de bei ihnen Zuhau­se Ein­zug. Stun­den­lan­ges Schuf­ten bei der Haus­ar­beit und beim Kochen ersetzt die Schu­le und die ers­ten Ehen wer­den arran­giert. Doch die Schwes­tern ver­su­chen alles, um sich ihre Frei­heit zu bewah­ren.

Ein­fühl­sam setzt die jun­ge Regis­seu­rin Deniz Gam­ze Ergü­ven den Kampf­geist der fünf Schwes­tern in Sze­ne, die sich in einer patri­ar­cha­len Gesell­schaft behaup­ten müs­sen. Dabei setzt sie dem dra­ma­ti­schen Gesche­hen licht­durch­flu­te­te Bil­der und stim­mungs­vol­le Musik gegen­über.

Mus­tang läuft ab Don­ners­tag, dem 25. Febru­ar, im Lamm-Licht­spie­le-Kino.

 

Whe­re To Inva­de Next

Micha­el Moo­re nimmt die Pro­ble­me Ame­ri­kas in die eige­nen Hän­de. Dabei nimmt sich der Skan­dal­do­ku­men­tar­fil­mer ein Bei­spiel am US-Mili­tär: Er fällt ein­fach in ande­re Län­der ein und schaut, was sich dort holen lässt. Dies­mal geht es nicht um die Erobe­rung von Ter­ri­to­ri­en oder Res­sour­cen — Moo­re will gute Ide­en zur Ver­bes­se­rung von Arbeits- und Lebens­be­din­gun­gen in den USA erbeu­ten. Die Rei­se führt ihn in ver­schie­de­ne Gebie­te Euro­pas, aber auch in den ara­bi­schen Raum. Beglei­tet von sei­nem klei­nen Kame­ra­team stößt er auf Lösun­gen für vie­le Pro­ble­me, die in sei­ner Hei­mat noch immer all­ge­gen­wär­tig sind.

Mit Whe­re To Inva­de Next legt Doku­men­tar­schwer­ge­wicht Micha­el Moo­re sei­nen opti­mis­tischs­ten Film vor. Statt sich wie gewohnt auf die gesell­schaft­li­chen und poli­ti­schen Pro­ble­me der USA zu kon­zen­trie­ren, sucht er hier nach kon­struk­ti­ven Lösungs­vor­schlä­gen. Durch sei­ne sym­pa­thi­sche Art wird Moo­res Rei­se zum wahr­schein­lich unter­halt­sams­ten „Erobe­rungs­feld­zug“ der Welt­ge­schich­te.

Whe­re To Inva­de Next läuft ab Don­ners­tag, dem 25. Febru­ar, im Man­hat­tan Kino.

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