Frank, Björn und die Kekspistols in Unterachselbach

Wulla Wussa

Screenshot der Website: www.wullawussa.de

Es ist das Großereignis in Mittelfranken schlechthin: Das WULLA WUSSA-Festival in Unterachselbach. Auf der Wullenberger Wiese spielen bekannte Bands wie Semmelhans & die Blaumeisen, die Kekspistols oder auch die Handschuhschnüffler. Noch nie davon gehört? Dann ändert sich das jetzt, denn es gibt eine dokumentarische Webserie über fünf Festivalteilnehmer. Wer die Serie produziert hat? Neun junge Leute, die größtenteils Theater- und Medienwissenschaft in Erlangen studieren. Kann man sie ernst nehmen? Und wie! Den Beweis liefert Google Maps, wenn man „Unterachselbach“ eingibt: „Wir konnten Unterachselbach nicht finden.“ Google muss sich irren.

Die Geschichte kann nur wahr sein. Angefangen hat die Webserie mit einer Verlosung von fünf Festivalkarten über das Campusradio bitexpress. Frank, der schon so oft mit seinen Freunden bei WULLA WUSSA war, gewinnt die Karten und freut sich überschwänglich. Hier geht es zum Radio-Interview mit dem Dokumentarfilmer Lukas, der über das Festival eine Dokumentation drehen will. Die Protagonisten: Die fünf Gewinner des Radiogewinnspiels. In Interviews stellen sie sich alle kurz vor.

Ein Kamerateam hat die Protagonisten auf dem Festival begleitet. Entstanden ist eine siebenteilige Webserie. Seit dem 12. Juni veröffentlicht das Magazin Festivalguide jede Woche eine Episode. In der ersten Folge Björn stellt ebenjener Björn ungefragt sein Zelt neben den fünf Festivalgängern auf. Gruppenleiter Frank kann sich mit dem Neuankömmling im Ganzkörper-Hühnchenkostüm nicht anfreunden. Seine vier „Freunde“ dagegen schon. Sie trinken sogar lieber Björns Sekt zum Frühstück als den Erdnusslikör, den Franks Mutter selbst gemacht hat (aus Erdnüssen und irgendeiner Flüssigkeit). So startet die Doku-Serie, in der Schnapsvergiftungen und geklaute Campingstühle eine tragende Rolle spielen.

 

Besucherzahlen im annähernd dreistelligen Bereich

Das WULLA WUSSA findet seit 1991 jährlich in Unterachselbach statt. Laut Homepage gehört es mit Besucherzahlen „im oftmals annähernd dreistelligen Bereich“ zu den bekanntesten mittelfränkischen Musikfestivals. Gründer waren Hansi und Georg Wullenberger. Die gesamte Geschichte des Festivals ist hier nachzulesen. Häufig wurde das Festival auch in Medienberichten erwähnt. Manche Themen bewegten die gesamte Medienlandschaft: Dass alkoholisierte Jugendliche festgenommen wurden und dass das Festivalticket um 66.220 Prozent teurer wurde. Alle Medienberichte gibt es hier. Wie jedes anständige Festival verkauft auch das WULLA WUSSA über den Fanshop die offiziellen Festival-T-Shirts. Auf Facebook, Twitter und YouTube sind die Veranstalter ebenfalls vertreten.

Jede Menge Aufwand für ein bisschen Unterhaltung. Auf seiner Homepage hat sich das WULLA WUSSA-Team ein komplettes Festival ausgedacht – mit allem, was dazugehört. Vor allem durch das Videomaterial wird das Festival ausführlich dokumentiert.

Alles Doku? Nein, alles Comedy! Die Studierenden nehmen mit ihrem Format Reality-Soaps, Festivals und Festivalgänger aufs Korn. Dabei behalten sie den roten Faden strikt bei. Die Schauspieler mimen auch in den Interviews ihre Figuren. Auf der Homepage ist der gesamte Inhalt völlig frei erfunden, immer übertrieben und ironisch dargestellt, aber nicht abwegig. Wer hat sich nicht schon über einen Bandnamen gewundert? Auf welchem Musikfestival kam es noch nie zu übermäßigem Alkoholkonsum? Welche Festivalleitung würde ihr eigenes Festival nicht mit allen Mitteln schönreden? Beim Durchklicken durch all die Inhalte kann eine Weile vergehen, da ständig weitere Links auftauchen, die vielversprechend aussehen. Zum Beispiel Wissenswertes über das WULLA WUSSA. Das Festival wurde nämlich von zwei Metzgern gegründet, die irgendwie die Restbestände ihrer Metzgerei verkaufen mussten. Von den Anfängen vor zwanzig Jahren bis zu den Auftritten der Kekspistols ist viel passiert.

Patricia Achter

Die siebte und letzte Folge wird am 24. Juli 2015 online gestellt.

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