Good time, old time 1970s

promo shot 2015

© Wil­le and the Ban­dits

In die­se Zeit wür­den Wil­le and the Ban­dits ger­ne zurück, wenn sie die Mög­lich­keit dazu hät­ten. Das erzähl­te Band­grün­der Wil­le am Diens­tag, den 31.03., in der Kof­fer­fa­brik Fürth. Und an Rock­grö­ßen die­ser Zeit erin­nert auch ihr Rock mit Blues‑, Latin- und Folk-Ele­men­ten: Man meint Anklän­ge an Led Zep­pe­lin und Pink Floyd her­aus­zu­hö­ren. Außer­dem weiß man nie so recht, mit wel­chem Song einen die drei Zot­tel­köp­fe als nächs­tes über­ra­schen; ob ruhi­ger, lang­sa­mer oder rich­tig der­ber Rock-Hym­ne. Und dabei wir­ken Will, Mat und Andy auch noch total läs­sig. Gro­ße Büh­nen­show mit viel Rum­ge­hüp­fe abzie­hen? Nee… Haben sie auch gar nicht nötig.

Kann man auch von Rock­mu­sik eine Gän­se­haut bekom­men? Ja, defi­ni­tiv ja! Das schaff­ten die drei Bri­ten mehr­mals. Die keh­li­ge, rau­chi­ge Stim­me des Sän­gers geht einem gera­de in Momen­ten, in denen sie fast „pur“ zu hören ist, durch und durch. Wil­le nuschelt, presst die Wor­te eher her­aus – aus sei­nem tiefs­ten Inne­ren, so hat man das Gefühl. Es über­läuft einen ein woh­li­ger Schau­er, wenn man sich dar­auf ein­lässt. Und genau des­halb erreicht einen die Musik von Wil­le and the Ban­dits. Dazu dann die groo­vi­gen, erdi­gen Beats von Schlag­zeug und Per­cus­sion und der E‑Kontrabass – eine ganz ande­re Kom­bi­na­ti­on. Wil­le lei­tet das Publi­kum mit sei­ner offe­nen, locke­ren Art ganz ent­spannt durch den Abend und initi­iert so unter ande­rem Fürths ers­ten Gos­pel-Chor. Alles in allem ist es ein Abend, an dem man sich ein­fach etwas zurück­leh­nen kann – obwohl die Musik durch­aus tanz­bar ist.

Gemein­schaft­li­che Indi­vi­dua­li­tät
Jedes der drei Band­mit­glie­der ist für sich genom­men abso­lut ein­zig­ar­tig und unver­wech­sel­bar, jeder bringt sei­nen eige­nen Stil mit ein. Und doch sind Wil­le and the Ban­dits eben nicht Wil­le AND the Ban­dits, son­dern eine Ein­heit, eine Band. Kei­ner stiehlt dem ande­ren die Show, jeder kann für sich allei­ne bestehen, aber gemein­sam sind sie unschlag­bar. Auch als Trio sind die Bri­ten indi­vi­du­ell, alter­na­tiv – ein biss­chen anders eben. Und damit pas­sen sie irgend­wie per­fekt zur Für­ther Kof­fer­fa­brik als „(Sub)kulturmanufaktur“. Dass die Jungs extrem viel­sei­tig sind, zeigt sich nicht nur in ihren Songs, son­dern auch dar­in, dass jeder von ihnen min­des­tens zwei Instru­men­te spielt – die natür­lich wäh­rend des Kon­zerts und sogar wäh­rend der Songs stän­dig gewech­selt wer­den.

Pour me ano­t­her drink befo­re I dry
Mal in typi­scher Rocker­ma­nier, mal im Ein­satz für das flut­ge­plag­te Corn­wall – die drei Bri­ten sind auch hier viel­sei­tig. Mit man­chen ihrer Songs schaf­fen sie sogar so eine Dra­ma­tik, wie man sie sonst nur aus Fil­men kennt, wenn gera­de alles schief gelau­fen ist und der Prot­ago­nist im strö­men­den Regen steht. Die­ses Gefühl allein durch Musik her­auf­zu­be­schwö­ren ist nicht ein­fach; das schaf­fen Wil­le and the Ban­dits nur dadurch, dass sie alle mit ihrem Herz voll dahin­ter ste­hen und ihre Gefüh­le über die Musik trans­por­tie­ren kön­nen. Der Dai­ly Tele­graph hat wohl recht, wenn er schreibt, Wil­le and the Ban­dits wären „one of the best live acts in the coun­try“. Das Für­ther Publi­kum war jeden­falls so begeis­tert, dass die bri­ti­sche Band sogar zwei­mal für eine Zuga­be wie­der zurück auf die Büh­ne kam. Alles in allem kann man sagen, dass man sei­nen Diens­tag­abend nicht bes­ser hät­te ver­brin­gen kön­nen. Wil­le and the Ban­dits sind 100% außer­ge­wöhn­lich, aber immer 100% mit­rei­ßend.

Sabi­ne Storch

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