Kein Gelaber – Pecha Kucha!

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Ein Nacht­bild von © Fabi­an Abbé, http://www.fabianabbe.de/

Eigent­lich soll­te jeder schon von Pecha Kucha gehört haben. Das könn­te man zumin­dest mei­nen, wenn man die vie­len Punk­te auf der Welt­kar­te sieht, die der Ver­an­stal­ter Tobi­as Mül­ler in einer Power­point-Prä­sen­ta­ti­on zeigt: Über 600 Städ­te sind welt­weit Teil des Pecha Kucha-Netz­werks. Ein guter Grund, um die­sem neu­en Trend auf den Grund zu gehen. Was ist das denn nun, die­ses Pecha Kucha? Ein Abend in der Kel­ler­büh­ne des E‑Werks am 27. Febru­ar lie­fert Ant­wor­ten. Denn tat­säch­lich ist Erlan­gen eine die­ser 600 Städ­te.

Wer von einer Pecha Kucha Night noch nie gehört hat, dem sei gesagt: Ein Besuch lohnt sich. Auf der klei­nen, mit Tep­pich aus­ge­leg­ten Büh­ne steht ein Red­ner, der genau 6:40 Minu­ten Zeit hat oder anders aus­ge­drückt: 20 mal 20 Sekun­den. Zum 20. Mal in Erlan­gen. Wie vie­le Vor­trä­ge wer­den also gehal­ten? Nicht 20, son­dern nur 20 geteilt durch 2, also 10. Nach all der Rech­ne­rei fällt zumin­dest eines auf: 20 ist die magi­sche Zahl des Pecha Kucha.

Jede Power­point-Folie bleibt genau 20 Sekun­den ste­hen bis die nächs­te kommt. Für aus­schwei­fen­de Erklä­run­gen, lang­at­mi­ge Reden oder kurz: für Gela­ber ist kei­ne Zeit. Dann wie­der ver­ge­hen 20 Sekun­den viel zu lang­sam. Eigent­lich hat der Red­ner schon alles gesagt, was er los­wer­den woll­te. So erklärt es Nils Pickert im ers­ten Vor­trag des Abends. Das Wich­tigs­te sei, den Zuhö­rern eine Geschich­te zu erzäh­len. Zu wel­chem The­ma auch immer. Wenn sich das The­ma gut bebil­dern lässt, umso bes­ser – wie es bei Fabi­an Abbé der Fall ist. Er zeigt eige­ne Foto­ar­bei­ten, die bei Nacht ent­stan­den sind. Mit Tee­lich­tern und Taschen­lam­pen hat er Land­schaf­ten aus­ge­leuch­tet, den Aus­lö­ser gedrückt und fer­tig. Pho­to­shop war nicht mehr nötig.

 

Vom Tama­got­chi-Effekt, Met­tigeln und Ero­nen

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Ein Vege­ta­ri­er hält einen Vor­trag über Met­t­igel. Bild: Patri­cia Ach­ter

Weni­ger gut geeig­net für Bil­der ist ein Vor­trag über Psy­cho­lo­gie. Wür­de man mei­nen. Die Psy­cho­lo­gin Mona Häup­ler hat sich aber psy­cho­lo­gi­sche Effek­te aus­ge­sucht, die sie mit Bil­dern unter­ma­len kann, zum Bei­spiel den Tama­got­chi-Effekt. Der tritt auf, wenn jemand eine emo­tio­na­le Bin­dung zu einem tech­ni­schen Gerät ent­wi­ckelt, also bei­spiels­wei­se anfängt, mit Siri zu flir­ten.

Sehr unter­halt­sam ist auch der Vor­trag des Vege­ta­ri­ers Micha­el Fritz über Met­t­igel: „Die Geburt des Met­ti­gels beginnt mit dem Tod des Schweins.“ Über das Ver­hält­nis von Grü­no­nen und Ero­nen weiß Künst­ler Rei­ner F. Schulz viel zu berich­ten, wohin­ge­gen das Publi­kum von Fabi­an Denk­ler lernt, wie man sich auf eine Zom­bie-Apo­ka­lyp­se vor­be­rei­tet. Und Andre­as Schulz gibt Ein­bli­cke in eine Zukunft mit selbst­fah­ren­den Autos und Smart Homes. Der 17-jäh­ri­ge Grün­der Con­stan­tin Kaindl stellt die neue Online-Stadt­zei­tung dein-erlangen.de vor und Flo­ri­an Bai­ley wirbt für Bier – mit eigens mit­ge­brach­ten Bier­pro­ben. Wie man sieht, ist Pecha Kucha auch bes­tens geeig­net, um beruf­li­che Kon­tak­te zu knüp­fen.

Es ist über­ra­schend, wie inter­es­sant The­men an die­sem Abend auf­be­rei­tet wer­den, von denen man nicht dach­te, dass sie einen inter­es­sie­ren könn­ten. Die Idee von Pecha Kucha ist in Tokio ent­stan­den, wo Archi­tek­ten immer sehr lan­ge Vor­trä­ge hiel­ten. Um das Death by Power­point Syn­drom zu ver­mei­den, wur­den die Zeit und die Foli­en­an­zahl begrenzt. Kurz­wei­lig und unter­halt­sam, ganz neben­bei auch noch lehr­reich oder ver­rückt sind die Vor­trä­ge auf einer Pecha Kucha Night. Fazit: Das muss man gese­hen haben. Oder man macht ein­fach selbst mit.

Patri­cia Ach­ter

 
Hier erfährst du, wann der nächs­te Pecha Kucha Vor­trag in Erlan­gen ist.
Du bist aus Nürn­berg? Hier gibt es auch Pecha Kucha Nights.

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