Es war einmal…

Bild: Bastei Lübbe

… in Gesternstadt im Jahr 1777. Privatdetektivin Gretel blickt auf den leblosen Körper eines Boten, der ihr zu Füßen liegt. Nur wenige Augenblicke zuvor hatte sie ihm zugesagt, den Fall eines Kunstdiebstahles zu übernehmen, der Albrecht Dürer den Viel Viel Jüngeren betrifft. Seine geliebten Froschdrucke, von seinem gleichnamigen Vorfahren stammend, wurden auf unerklärliche Weise aus seinem Zimmer im Nürnberger Grand Hotel gestohlen und seitdem nicht mehr gesehen

Verfolgt von ihrem Erzfeind Feldobergendarm Strudel, der Gretel zu jedem Zeitpunkt zu schikanieren versucht, beschließt sie umgehend nach Nürnberg zu fahren, um den Kunstraub aufzuklären. Mit von der Partie ist auch Gretels Bruder Hänsel, der seit der Gefangenschaft im Lebkuchenhaus nur schwer auf seine geliebten Süßigkeiten verzichten kann. Sie finden Unterschlupf bei Hänsels Freund Wolfie, der ähnlich wie Hänsel, etwas neben sich steht. Während die beiden sich mit der Zubereitung der größten Wurst der Welt vergnügen, beginnt Gretel den Fall unter die Lupe zu nehmen. Es gibt einige Verdächtige, darunter Dürers Sohn Leopold und der Hotelmanager des Grand Hotels. Während ihrer Ermittlungen begegnet Gretel Kobolden und sprechenden Mäusen, muss aus ermittlungstechnischen Gründen für einige Zeit in die Rolle einer Dirne schlüpfen und ist währenddessen stets auf der Flucht vor Strudel. Bald schon hat sie einen ersten Verdacht. Kurze Zeit später geschieht ein Mord…

 

 

In ihrem Kriminalroman Nürnberger Frösche lässt die britische Autorin P.J. Brackston die beiden Märchengestalten Hänsel und Gretel in die Rolle eines sorglosen Essensliebhabers und einer stilbewussten Privatdetektivin schlüpfen. Dabei entsteht ein 318 Seiten langer Roman, der einem ein angenehmes Lesevergnügen bereitet, jedoch noch viel Platz für Spannung und Überraschungen bieten würde. Dennoch hat die Idee, die Hauptrollen mit zwei uns bekannte Märchengestalten zu besetzen, etwas für sich. Passend hierzu haben auch listige Mäuse und griesgrämige Kobolde ihren Weg in das Buch gefunden. Wer also Lust auf einen phantastisch angehauchten Märchenkrimi und ein entspanntes Lesevergnügen verspürt, dem ist dieses Buch durchaus zu empfehlen. Liebhaber gut recherchierter Kriminalromane mit besonderer Raffinesse und Spannungsfaktor, bleiben von der pfiffigen Gretel wohl eher unbeeindruckt.

 

Nicole Skubich

P.J. Brackston: Nürnberger Frösche
318 Seiten
Bastei Lübbe
ISBN: 978-3-404-17093-7
8.99 Euro

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