Alpha & Omega. Apokalypse für Anfänger

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Bild: Roman Schöff­ling & Co.

Am Mitt­woch, den 17.Dezember 2014 fand im Bür­ger­pa­lais der Stadt Erlan­gen, im Rah­men der Rei­he sei­ten sprün­ge – Autoren in der Stadt, die Lesung zu Mar­kus Orths‘ neu­em Roman Alpha & Ome­ga. Apo­ka­lyp­se für Anfän­ger statt. Sei­ten sprün­ge ist ein Pro­jekt des Kul­tur­pro­jekt­bü­ros der Stadt Erlan­gen. Als Mode­ra­to­rin des Abends fun­gier­te Frau Dr. Aura Heyden­reich. Sie ist am Lehr­stuhl für Neue­re deut­sche Lite­ra­tur­ge­schich­te der FAU tätig und eine der Grün­de­rin­nen des Erlan­ger Zen­trums für Lite­ra­tur und Natur­wis­sen­schaf­ten (ELINAS), das sei­ne Grün­dungs­ta­gung zum The­ma Phy­sik und Lite­ra­tur. Theo­rie – Popu­la­ri­sie­rung – Ästhe­ti­sie­rung ver­an­stal­te­te. Und hier schlägt sich nun auch die Brü­cke zum Autor Mar­kus Orths und sei­nem neu­en Roman, denn Phy­sik spielt dort eine nicht gera­de unbe­deu­ten­de Rol­le.

Auf ein­mal ist es da: ein Schwar­zes Loch in Neva­da. Von Phy­si­kern erschaf­fen. Ein Unding, das die Erde Stück für Stück ver­schlingt.
Und jetzt? Viel­leicht kann Ome­ga Zacha­ri­as hel­fen. Immer­hin ist sie der ers­te Mensch mit drei Hirn­drit­teln und ver­fügt über spek­ta­ku­lä­re tele­ki­ne­ti­sche Fähig­kei­ten. Obwohl sie eigent­lich lie­ber über Lauf­ste­ge schwebt und Ten­nis spielt, stürzt sie sich in den Kampf. Mit von der Par­tie sind ihr Bru­der Alpha und eini­ge kurio­se Hel­den: der reichs­te Mann der Welt, ein flie­gen­der Magi­er und Spie­le-Erfin­der, ein schwu­ler Bud­dha, ein fuß­ball­be­geis­ter­ter Müll­mann und sei­ne eso­te­risch bewan­der­te Frau, eine sex­be­ses­se­ne Teil­chen­phy­si­ke­rin und ein muti­ger Per­for­mance­künst­ler.
Erzählt und auf­ge­zeich­net wird Ome­gas Geschich­te von Eli­as Zim­mer­mann, der aus dem Jahr 2525 in unse­re Gegen­wart reist. Er beglei­tet Ome­ga und ihre Freun­de auf ihrem irren Trip und blickt zugleich auf die absur­den Aus­wüch­se der heu­ti­gen Zeit.“

Es herrscht eine ent­spann­te Atmo­sphä­re im Bür­ger­pa­lais, als Mar­kus Orths beginnt, aus sei­nem Werk vor­zu­le­sen. Dank sei­ner ange­neh­men Stim­me, wel­che das Geschrie­be­ne wun­der­bar ani­miert und mit den nöti­gen Unter­tö­nen von Iro­nie, Sar­kas­mus und Der­glei­chen vor­trägt, bricht das Publi­kum immer wie­der in lau­tes und vor allem zustim­men­des Geläch­ter aus. Bei all den im Buch beinhal­te­ten Kom­po­nen­ten (Phy­sik, Phi­lo­so­phie und Theo­rie, Reli­gi­on, Kunst, Lite­ra­tur, Tri­via, Eso­te­rik und Neu­ro­lo­gie), kommt eine unge­heu­re Kom­ple­xi­tät und facet­ten­rei­che Hand­lung zustan­de, die man nicht ein­fach so neben­bei lesen könn­te. Was aber nicht bedeu­tet, dass der Roman eine tro­cke­ne Ange­le­gen­heit wäre. Ganz im Gegen­teil! Die Par­odi­en, die sati­ri­schen Dar­stel­lun­gen, zahl­rei­chen Film- und Bücher­zi­ta­te sowie der ganz eige­ne Humor des Autors, brin­gen erfri­schen­den Schwung in die Sache und sor­gen auf die­se Art und Wei­se für eine Men­ge Ver­gnü­gen.

Im Anschluss an den offi­zi­el­len Lesungs­teil folg­te noch eine klei­ne Dis­kus­si­ons­run­de, die erneut von Frau Dr. Heyden­reich mode­riert wur­de und auch den Zuhö­rern die Mög­lich­keit des Fra­gen­stel­lens bot.

Sehr erfri­schend war dabei zwei­fel­los das Geständ­nis des Autors auf die Zuschau­er­fra­ge, ob er denn für die Hand­lung des Buches einen genau­en Plan gehabt hät­te. Die Ant­wort folg­te mit einem ver­schmitz­ten und fast schon ent­schul­di­gen­den Gesichts­aus­druck:

Ja, also für die ers­ten drei Tei­le des Buches schon. Beim vier­ten Teil, muss ich geste­hen, hab ich dann aber völ­lig die Kon­trol­le ver­lo­ren.“

Die­ser Umstand tut der Genia­li­tät des Buches aber kei­ner­lei Abbruch und damit bleibt nur noch zu sagen: Grei­fen Sie zu, mei­ne Damen und Her­ren, tau­chen Sie ein in den Roman Alpha & Ome­ga. Apo­ka­lyp­se für Anfän­ger von Mar­kus Orths und las­sen Sie sich begeis­tern!

Car­men Käuf­lin

 
Die nächs­te Lesung der Rei­he sei­ten sprün­ge – Autoren in der Stadt fin­det am Diens­tag, den 27. Janu­ar 2015 um 19.30 Uhr in der Stadt­bi­blio­thek Erlan­gen, am Markt­platz 1, statt:
Abend der Debü­tan­ten mit Franz Fried­rich („Die Mei­sen von Uusi­maa sin­gen nicht mehr“), Vere­na Günt­ner („Es brin­gen“) und Tes­sa Mül­ler („Etwas, das mich glück­lich macht“) – Mode­ra­ti­on: Dirk Kru­se
Ein­tritt: 8,00 Euro nor­mal / 6,00 Euro ermä­ßigt
Kar­ten­vor­ver­kauf in der Stadt­bi­blio­thek Erlan­gen oder tele­fo­nisch unter: 0 91 31 / 86 22 82

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