Trotz finanzieller Probleme: Eröffnung des 19. Filmfestivals Türkei/ Deutschland

Logo des Filmfestivals

Logo des Film­fes­ti­vals

Es ist wie­der soweit! Am Don­ners­tag, den 13. März, wird das 19. Film­fes­ti­val Türkei/ Deutsch­land in der Tafel­hal­le eröff­net. Auch die­ses Jahr wer­den pro­mi­nen­te Gäs­te erwar­tet. Mario Adorf wird als Haupt­dar­stel­ler den Eröff­nungs­film Der letz­te Mentsch prä­sen­tie­ren. Ehren­prei­se wer­den unter ande­rem die tür­ki­sche Schau­spie­le­rin Hülya Koçy­iğit und der deut­sche Regis­seur Edgar Reitz für sein Lebens­werk erhal­ten. Die Ver­an­stal­tung gehört mitt­ler­wei­le zu den bedeu­tends­ten inter­kul­tu­rel­len Ver­an­stal­tun­gen Deutsch­lands und fin­det auch inter­na­tio­na­le Beach­tung.

Vom 13. bis zum 23. März wird ein anspruchs­vol­les Pro­gramm gebo­ten. Zahl­rei­che tür­ki­sche und deut­sche Fil­me wer­den gezeigt und kon­kur­rie­ren in ver­schie­de­nen Kate­go­ri­en um den 1. Preis. Die Juries der Wett­be­wer­be sind mit renom­mier­ten Film­schaf­fen­den aus Deutsch­land und der Tür­kei besetzt. Ver­an­stal­tet wird das Film­fest von dem ein­ge­tra­ge­nen Ver­ein Inter­Fo­rum Kunst & Kul­tur — Nürn­berg inter­na­tio­nal e.V. und dem Amt für Kul­tur und Frei­zeit der Stadt Nürn­berg. Die Ver­an­stal­ter sehen im Medi­um Film die Chan­ce, ein brei­tes Publi­kum zu errei­chen. Sie set­zen sich zum Ziel, „den Kul­tur­grup­pen ver­schie­de­ner Abstam­mung mit den ästhe­ti­schen und infor­ma­ti­ven Mit­teln des Kinos eine gemein­sa­me Platt­form des Dis­kur­ses zu schaf­fen. Es will Kul­tur­ver­mitt­lern aus bei­den Kul­tur­krei­sen neue Anre­gun­gen geben und den Aus­tausch und die Zusam­men­ar­beit unter den Film­schaf­fen­den bei­der Län­dern för­dern“ (Fes­ti­val­home­page 09.03.14, 18.32Uhr).

Mario Adorf und Katharina Derr im Eröffnungsfilm "Der letzte Mentsch"

Mario Adorf und Katha­ri­na Derr im Eröff­nungs­film „Der letz­te Mentsch“

Zuletzt wur­de in den Medi­en von den finan­zi­el­len Schwie­rig­kei­ten des Fes­ti­vals berich­tet, die nach dem Aus­stieg des größ­ten Spon­so­ren, der Robert-Bosch-Stif­tung, ent­stan­den. Trotz der cine­as­ti­schen und kul­tu­rel­len Bedeu­tung des Events feh­len den Ver­an­stal­tern bei­na­he 60 000 Euro für die Umset­zung des Pro­gramms. Dabei ent­ste­hen für das Fes­ti­val „nur“ Kos­ten von 250 000 bis 300 000 Euro, weil es haupt­säch­lich von Ehren­amt­li­chen orga­ni­siert und umge­setzt wird. Bei ver­gleich­ba­ren Ver­an­stal­tun­gen, so Fes­ti­val-Lei­ter Adil Kaya in einem Inter­view mit dem Baye­ri­schen Rund­funk, müs­se man eine hal­be Mil­lio­nen ver­an­schla­gen. Kaya bemüh­te sich bereits im letz­ten Jahr um eine bes­se­re Finan­zie­rung, bis­lang lei­der ohne Erfolg. Er wür­de ger­ne die Stadt Nürn­berg und den Frei­staat Bay­ern noch mehr in die Pflicht der Bezu­schus­sung neh­men, da die­se schließ­lich einen gro­ßen Image-Gewinn durch das Film­fest erfah­ren. In der Tat: Kaya erhielt 2010 die Bür­ger­me­dail­le der Stadt Nürn­berg, man wur­de nicht müde, ihn für sei­ne Leis­tun­gen zu loben, bezeich­ne­te ihn als „Nürn­berg-Bot­schaf­ter“. Gene­rell schmü­cken sich Kom­mu­nen und Län­der ger­ne und oft mit dem Nim­bus des Krea­ti­ven und Viel­fäl­ti­gen, die­se Ter­mi­ni wer­den gera­de­zu infla­tio­när im Rah­men des Städ­te-Mar­ke­ting gebraucht. Soll­ten die­je­ni­gen, die von den Akteu­ren der Kul­tur­land­schaft pro­fi­tie­ren, nicht auch ihren Bei­trag zu deren Arbeit leis­ten? Adil Kaya muss nun selbst mit einem per­sön­li­chen Dar­le­hen für das dies­jäh­ri­ge Fes­ti­val ein­sprin­gen, da eine kurz­fris­ti­ge Absa­ge einen gro­ßen Image­scha­den ver­ur­sa­chen wür­de. Danach droht dem Film­fest die Plei­te.

Ver­folgt man Online-Kom­men­ta­re von Lesern der Nürn­ber­ger Nach­rich­ten, so schei­nen sich man­che Fran­ken kaum um die­ses Kul­tur­event zu sche­ren. Sie fra­gen sich, wen das über­haupt inter­es­sie­ren sol­le. Und die Ver­an­stal­ter soll­ten doch bit­te selbst zah­len! Was denkt ihr dar­über? Darf man ein sol­ches For­mat an regio­na­len Dimen­sio­nen mes­sen?

Eröff­nungs­ga­la: Do., 13. März, 19 Uhr, in der Tafel­hal­le, Äuße­re Sulz­ba­cher Stra­ße 60–62 in Nbg.

Eva Poll

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