Kurze Filme — Große Bühne

Am Mon­tag, den 27.1. fand der 17. [ki’ta:so]–Kurz­film­abend  in den Lamm-Lichst­pie­len statt. Ein­mal mehr hieß es „Film ab!“ Dem Publi­kum in den voll besetz­ten Rän­gen wur­den 8 Kurz­fil­me aus der Regi­on vor­ge­führt, die in ihrer Län­ge stark vari­ier­ten. Dabei wur­de den Zuschau­ern eine bun­te Mischung aus Doku­men­ta­ti­on,  Ani­ma­ti­on, Komö­die und Thril­ler gebo­ten.

 

Susanna Wolf, Daniel Peters Foto: Charlotte Oberstuke

Susan­na Wolf, Dani­el Peters
Foto: Char­lot­te Ober­st­u­ke

Auf­ge­teilt in 3 Blö­cken wur­den die Fil­me abge­spielt. Dazwi­schen immer wie­der amü­san­te Publi­kums­ge­sprä­che mit den Fil­me­ma­chern, die den Zuschau­ern ihre Inten­ti­on und den Pro­duk­ti­ons­vor­gang schil­der­ten. Am Ende lag die Wahl in der Hand der Rezi­pi­en­ten, sie kön­nen ihren Favo­rit in einer Abstim­mung zum Sie­ger küren.

Der Abend star­tet mit dem zwei­mi­nü­ti­gen Film „Die Tele­fon­zel­le“ von Rahim Nezi­rovsk. Der Prot­ago­nist filmt in bes­ter Hand­ka­me­ra­ma­nier eine mys­te­riö­se Tele­fon­zel­le. Wie sich her­aus­stellt, dient die­se als Auf­zug. Wohin man mit die­sem gelangt, bleibt unklar. Viel­leicht ein Flucht­weg in die „alte Welt“, in der Tele­fon­zel­len noch genutzt wur­den.

Dar­auf folgt „Fnorg-The Lost Tape“ von Mar­tin Kieß­ling. Ein TV-Redak­teur  und sein Kame­ra­mann wol­len dem Geheim­re­zept eines gut lau­fen­den Bis­tros auf den Grund gehen. Dabei decken sie auf, dass ein Ali­en in der Sup­pen­kü­che arbei­tet. Das frem­de Wesen spuckt höchst­per­sön­lich in jedes Essen- das also war das Geheim­re­zept. Doch die­se Ent­hül­lung bleibt nicht unge­straft, Repor­ter und Kame­ra­mann ver­schwin­den dar­auf­hin spur­los. Nur das kaput­te Tape wird am Ende gefun­den.

Nun ist „Micro­kos­mo­naut“ von Simon Gubo an der Rei­he, hier geht es um einen Illu­sio­nist, der sich vor der Welt ver­steckt. Er ist ein Träu­mer und gefan­gen in sei­ner eige­nen Welt. Am Ende schafft er es, sei­nen Micro­kos­mos zu ver­las­sen, er öff­net sich, par­ti­zi­piert an sei­ner Umwelt und sie­he da, alles erscheint viel schö­ner als vor­her.

I will never be the same“ ist ein 3D-ani­mier­tes Musik­vi­deo von Andre­as Helt, Domi­nik May­er, Tho­mas Simeth und Andre­as Weber. Es herrscht Dun­kel­heit, eine klei­ne schwar­ze Gestalt erscheint und folgt einem flie­gen­den wei­ßen Licht, einem „Irr­licht mit eige­nem Wil­len“. Die Inspi­ra­ti­on für das Video kam von einem Musi­ker aus Los Ange­les.

Sind wir jemals frei in unse­ren Ent­schei­dun­gen?

Mit dem Thril­ler „Das Mäd­chen und der freie Wil­le“ kommt eine bedrü­cken­de Stim­mung auf. Ein Mäd­chen wird ent­führt und ein­ge­sperrt. Ihr Ent­füh­rer stellt ihr drei Auf­ga­ben, wenn sie die­se erfüllt, darf sie gehen. Durch die Auf­ga­ben wird sie an ihre Gren­zen gebracht. Es geht um inne­re Frei­heit und Ein­sam­keit. Sind wir über­haupt jemals frei? Das offe­ne Ende ist von Regis­seu­rin Ina Will bewusst gewählt, es soll zum Nach­den­ken anre­gen. Mit 26 Minu­ten der längs­te Film, aber es hat sich gelohnt, dafür gab es am Ende den drit­ten Platz.

Die Stim­mung wird gleich dar­auf auf­ge­hei­tert durch die kur­zen Ein­spie­ler von Kai Wolf. „Film­ti­tel mal anders“ nennt sich das Gan­ze und hält, was es ver­spricht: Ein Mann läuft durch einen Wald und und wirft sei­nen Kau­gum­mi an einen Baum. „For­rest Gum“. Sehr sim­pel, aber effek­tiv, das Publi­kum ist begeis­tert.

Spa­ni­sche Bana­nen“ — so lau­tet der Titel eines wei­te­ren Films. Gelis­tet unter „Komö­die-Dra­ma“: Mar­tin bekommt bei einer Rou­ti­ne­un­ter­su­chung die Dia­gno­se „Sie haben einen Affen im Kopf“. Es ist schwer mit die­ser Situa­ti­on zurecht zukom­men, zumal ihn kei­ner in sei­nem Umfeld ernst nimmt. Er beschließt einen „Exper­ten“ auf­zu­su­chen, die­ser hat die Lösung parat, lei­der in spa­ni­scher Spra­che. Mes­sa­ge: „Jeder von uns hat ein Allein­stel­lungs­merk­mal“. Sehr amü­sant umge­setzt von Paul Ley­en­de­cker, was mit dem Zwei­ten Platz belohnt wur­de.

Gewinnerin: Mirjam Wörnle

Gewin­ne­rin: Mir­jam Wörn­le

Der Sie­ger des Abends war die Doku­men­ta­ti­on „Via Ber­lin“ von Mir­jam Wörn­le. Sie hat Max, der an einer Rheu­ma-Erkran­kung lei­det,  ein drei­vier­tel Jahr mit der Kame­ra beglei­tet. Er ver­sucht, trotz Han­di­cap, sei­nen Traum zu leben und als Jour­na­list in Ber­lin Fuß zu fas­sen, dabei muss er immer wie­der Rück­schlä­ge ein­ste­cken. Doch der Lebens­wil­le und der Humor von Max reißt das Publi­kum mit. Dafür gibt es den ver­dien­ten ers­ten Platz.

Den Gewin­n­er­film könnt ihr euch hier anschau­en: https://www.facebook.com/pages/kitaso-die-Kurz-Filmplattform‑f%C3%BCr-Erlangen-und-die-Umgebung/171116662796

Jani­ne Wal­ter

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