Zwischen Spaß und Spannung

 

16. [ki’ta:so]-Kurz­film­abend in den Lamm-Licht­spie­len am 24.06.2013

 

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Flo­ri­an Mar­schall, Doris Wedel
Foto: Isa­bel­le Krauß

Sel­ten gab es einen so kla­ren Gewin­ner wie an die­sem Abend. Mit mehr als zwei­hun­dert Punk­ten wähl­te das Publi­kum einen span­nungs­ge­la­de­nen Film auf den ers­ten Platz. Zuvor wur­den sie­ben Kurz­fil­me aus der Regi­on gezeigt – man­che eher komisch, ande­re eher dra­ma­tisch.

Komisch sind die ein­mi­nü­ti­gen Come­dy-Sze­nen von Kai Wolf. Wie die Sze­ne, in der eine Über­wa­chungs­ka­me­ra einen Wohn­raum filmt. Man sieht, dass sich jemand an den Schreib­tisch setzt. Aber was pas­siert als nächs­tes? Zwei Wor­te wer­den ein­ge­blen­det: „Nor­mal Activi­ty“. Geläch­ter ertönt im Kino­saal.

Wei­ter geht es mit der Gangs­ter-Komö­die „Die Enz­ling­brü­der las­sen sich bli­cken“ — und zwar in einer Video­thek, die als Geld­wä­sche­rei dient. Dort kommt es zu einem Über­fall und für die Brü­der zu noch mehr Ärger. Eini­ge Wit­ze im Film kom­men gut an, aber ins­ge­samt fehlt es an Span­nung. Bleibt abzu­war­ten, ob sich das in dem von Regis­seur Tibor Bau­mann geplan­tem Spiel­film ändert.

 

Der Film, der nun folgt, ist schwer ein­zu­ord­nen. „Irren“ von Chris­toph Her­tel wird als Expe­ri­men­tal-Film bezeich­net – und expe­ri­men­tell ist er mit Sicher­heit. Ein Mann, der in die Höl­le gekom­men ist, bereut einen gro­ßen Feh­ler. Erin­ne­rungs­fet­zen von sei­nem Leben wer­den ein­ge­blen­det. Die Stim­mung ist düs­ter, fast unheim­lich. Wegen der Kür­ze des Films (sechs Minu­ten) sind die Zusam­men­hän­ge nur ange­deu­tet, die Cha­rak­te­re unbe­kannt.

Mar­tin Kieb­ling hat ein Musik­vi­deo für den Song „We Belong to Boys“ von The Audi­ence gedreht. Statt der Band sind Schau­spie­ler zu sehen. Pas­send zum Text wird eine Geschich­te in Bil­dern erzählt. Die Geschich­te von einem Mann, der sei­ne gro­ße Lie­be ver­liert. Aus­drucks­star­ke Bil­der von dem sich umkrei­sen­den Lie­bes­paar zie­hen das Publi­kum in ihren Bann.

Was nun folgt, ist ein star­kes Dra­ma. „Gold­grä­ber“ heißt der Film von Thors­ten Sin­ger, in dem ein bewaff­ne­ter Gangs­ter sei­ne Schul­den ein­trei­ben will. Statt des Schuld­ners trifft er den Vater an. Sze­nisch sehr ein­drucks­voll umge­setzt, wer­den die Zuschau­er Zeu­gen eines Macht­wech­sels. Mit der Pis­to­le bekommt der Vater auf ein­mal die Macht. Das Ende lässt offen, was dann geschieht.

Der Thril­ler „Das Neu­jahrs­ge­schenk“, der bereits mit dem Publi­kums­preis des Mit­tel­frän­ki­schen Jugend­film­fes­ti­vals aus­ge­zeich­net wur­de, erzeugt eine fast greif­ba­re Span­nung. Regis­seur Kon­stan­tin Koro­vin gelingt das durch einen rasan­ten Sze­nen­wech­sel und scheib­chen­wei­se Ent­hül­lun­gen. Böse Rus­sen, ein schwar­zer Dro­gen­dea­ler und ein Pär­chen tref­fen auf­ein­an­der. Die Unter­hal­tung kommt bei die­ser Mischung nicht zu kurz. Die Dra­ma­tik eben­so wenig.

 

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Der glück­li­che Gewin­ner: Kon­stan­tin Koro­vin

Zum Abschluss läuft „Oskar“, ein Ani­ma­ti­ons­film von Jani­na Qua­ken­ack. Die Sto­ry ist zwar sehr sim­pel, denn es geht um einen Ang­ler­fisch, der ein Ersatz­licht sucht. Aber durch eine gelun­ge­ne Ani­ma­ti­on wird der häss­li­che Fisch so sym­pa­thisch, dass ihn das Publi­kum sofort ins Herz schließt – und auf Platz Drei wählt. „Gold­grä­ber“ lan­det auf dem zwei­ten Platz. Gewin­ner ist der Film mit dem meis­ten Applaus: „Das Neu­jahrs­ge­schenk“.

 

 

Patri­cia Ach­ter

 

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