Vorankündigung: Heute läuft an…

…Die Info über das Neu­es­te aus den Inde­pen­dent-Kinos.

Mor­gen lau­fen in den Man­hat­tan-Kinos die Fil­me „Back in the game“ und „Ruby Sparks“ an und „In ihrem Haus“ in den Lamm-Licht­spie­len. Wäh­rend der ers­te davon ziem­lich nach Kli­chee riecht, erhof­fe ich mir von den ande­ren bei­den viel. Für die­se bei­den kann man mal wie­der ins Kino gehen. Nicht ver­ges­sen: Stu­den­ten­tag (5 Euro) ist mon­tags im Man­hat­tan, don­ners­tags im Lamm.

In ihrem Haus

In ihrem Haus — ein Film von Fran­cois Ozon, u.a. mit Fabri­ce Luchi­ni, Kris­tin Scott Tho­mas, Ernst Umbau­er

Leh­rer, die einer ach­ten Klas­se die Span­nun­gen und  Schön­hei­ten der Lite­ra­tur schmack­haft machen sol­len, kön­nen einem nur Leid tun. Da geht es dem armen Ger­main über­haupt nicht anders. Bis er eines Tages ein Essay von sei­nem Schü­ler Clau­de liest, das ihn über­rascht. Clau­de beschreibt bis ins kleins­te Detail, wie er sich das Vetrau­en eines Mit­schü­lers erschleicht, um am Wochen­en­de heim­lich des­sen Fami­lie zu beob­ach­ten. „Scho­ckie­rend gut,“ den­ken sich Ger­main und sei­ne Frau Jean­ne — gespielt von der fan­tas­ti­schen Kris­tin Scott Tho­mas — und wit­tern ein ver­bor­ge­nes Talent. Ger­main ermun­tert Clau­de dar­auf­hin, wei­ter zu schrei­ben. Mit Fol­gen, die nicht abzu­se­hen waren…

Fran­zois Ozon gilt in der Pres­se als einer der Fil­me­ma­cher, die es immer wie­der schaf­fen, ihr Publi­kum auf fal­sche Fähr­ten zu locken und sie bis zum Letz­ten den Atem anhal­ten zu las­sen. Ein wenig erin­nert der Plot an „Das Mäd­chen, das die Sei­ten umblät­tert“ von Denis Der­court: Ein jun­ger, ent­täusch­ter Mensch schleicht sich in eine funk­tio­nie­ren­de, erfolg­rei­che Fami­lie ein, um sie von Innen her­aus zu zer­stö­ren. Aber las­sen wir uns über­ra­schen. Auf jeden Fall ver­spricht „In ihrem Haus“ ein span­nen­des Kino-Erleb­nis zu wer­den.

 

Ruby Sparks

Ruby Sparks — mei­ne fabel­af­te Freun­din — ein Film von Jon­an­than Day­ton und Vale­rie Faris, u.a. mit Paul Dano, Zoe Kazan, Anto­nio Ban­de­ras 

Wel­cher Schrift­stel­ler wünscht sich nicht, dass sei­ne geschrie­be­nen Wor­te Wahr­heit wer­den, jeden­falls in der Fan­ta­sie des Lesers? Cal­vin hat bereits auf­ge­ge­ben, die­ses Phä­no­men jemals wie­der bei einem sei­ner Leser her­vor­zu­ru­fen. Dabei hat­te er vor Jah­ren einen ech­ten Durch­bruch. Aber danach… Eines Nachts jedoch küsst ihn die Muse und er schreibt. Tag und Nacht schreibt er durch, von der fik­ti­ven Ruby Sparks, die ihn zu immer höhe­ren lite­ra­ri­schen Höhen auf­stei­gen lässt. Als Ruby aller­dings plötz­lich in Fleisch und Blut auf sei­ner Couch sitzt, muss er erken­nen, dass sei­ne Wor­te wirk­lich Wahr­heit zu wer­den schei­nen. Damit hat er die Macht, das Schick­sal des Mäd­chens zu bestim­men. Aber was fängt man mit solch einer Macht an, wenn man Angst haben muss, dass dem Mäd­chen, das man liebt, auf die­se Wei­se etwas Gräss­li­ches geschieht.

Ruby Sparks“ ist der neue Film des „Litt­le Miss Sunshine“-Regiepaares. Das Dreh­buch stammt von Zoe Kazan. Viel­leicht ist es manch­mal gar nicht schlecht, wenn sich eine Schau­spie­le­rin ihre eige­ne Rol­le schreibt. Fin­den wir es her­aus. Ab ins Kino!!

 

back in the game

Back in the game — ein Film von Robert Lorenz, u.a. mit Clint East­wood, Amy Adams, Jus­tin Tim­ber­la­ke

Kurz gesagt, es geht um : Base­ball, Älter­wer­den und auf­ge­tauch­te Töch­ter, mit denen kei­ner etwas anfan­gen kann außer der hei­ße Gigo­lo am Feld­rand. Eines muss man dem Film las­sen: Er arbei­tet mit tol­len Schau­spie­lern. Amy Adams hat in den letz­ten Jah­ren einen Auf­schwung hin­ge­legt, der ein­sa­me Klas­se war, Clint East­wood kommt zwar in die Jah­re (82), aber Dir­ty Har­ry und der ehr­gei­zi­ge Box­trai­ner­aus „Mil­li­on Dol­lar Baby“ sind noch nicht ver­schwun­den, sie sind noch irgend­wo da. Und des­halb ist East­wood wie geschaf­fen für die Rol­le des grim­mi­gen, schlecht sehen­den Base­ball-Talent­su­chers, der in sei­ner Eigen­bröt­le­rei von der eige­nen Toch­ter gestört wird. Die wie­der­um hat sich vor­ge­nom­men, die Jah­re, die sie ihren Vater nie zu Gesicht bekam,  nach­zu­ho­len. Und ihre Hart­nä­ckig­keit zwingt ihren Vater schließ­lich in die Knie. Jus­tin Tim­ber­la­ke ist dane­ben noch ein ange­neh­mer Schmuck.

Sicher­lich ist die­ser Film per­fekt für Kino-Dates. Base­ball für die Jungs, Lie­bes­ge­schich­te für die Mäd­chen. Und für bei­de ein Annä­he­rungs­ver­such zwi­schen den Genera­tio­nen. Leicht, nichts­sa­gend, aber lieb. Per­fekt zum Knut­schen.

 

Pau­la Lin­ke

Das „Mor­gen läuft an…“ der letz­ten Woche fin­det ihr hier und das „Mor­gen läuft an…“ der fol­gen­den Woche hier.

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