Archiv für Februar 2012

Einblicke in das Guave-Leben

L.F.  Herr Groß, was erwar­ten Sie vom Leser? Muss er Ihnen ent­ge­gen kom­men…?
J.G. Ent­ge­gen kommen…Der Leser sollte ver­mut­lich nicht alles anneh­men, ohne es zu hin­ter­fra­gen, ohne damit zu inter­agie­ren. Eine Story kann in jedem Leser anders wir­ken, letz­tens schrieb jemand im Atlan­tic, dass hin­ter jeder Story ein gan­zes Uni­ver­sum steht und der Schrift­stel­ler wählt einen klei­nen Teil aus, den er dem Leser zugäng­lich macht. Das reicht aber nicht: Der Leser muss die­ses Uni­ver­sum erah­nen kön­nen, wenn er die Story liest und die­ses Uni­ver­sum kann bei jedem Leser unter­schied­lich aus­se­hen.
L.F. Gilt das auch für diese Story…?
J.G. Natür­lich gilt das auch für diese Story…

 

Quelle unbe­kannt
(ver­mut­lich: ver­lo­rene Interviews).

Ein Hitler der Kokosnuss

Am Ende steht die Zer­stö­rung. Unter­gang und Aus­lö­schung, die sich in der ver­rot­te­ten, her­un­ter­ge­kom­me­nen Pal­men­plan­tage und dem von Man­gel­er­näh­rung und Ein­sam­keit zer­rüt­te­ten Geist jenes Prot­ago­nis­ten wider­spie­geln, der einst aus­ge­zo­gen war, um als Koko­vore der per­fek­tio­nis­ti­schen Maschi­ne­rie des wil­hel­mi­ni­schen Deutsch­lands zu ent­kom­men. In Sara­jewo wird, unge­fähr zur glei­chen Zeit, als August Engel­hardt voll­ends der geis­ti­gen Umnach­tung anheim fällt, ein Thron­fol­ger erschos­sen. Und dann kommt, gelinde gesagt, eines zum ande­ren. Die Welt brennt, das große Ster­ben beginnt. Dies ist die wenig über­ra­schende Kon­klu­sion, mit der Chris­tian Kracht sei­nen vier­ten Roman „Impe­rium“ enden lässt, es ist mehr oder weni­ger die ein­zige Kon­klu­sion, die man von einem Apo­ka­lyp­ti­ker wie Kracht erwar­tet. Selbst­aus­lö­schung, und alles andere geht auch zum Teufel.

Im Uni­ver­sum des Chris­tian Kracht ist also alles beim Alten. Nur, dass es die­ses Mal kein Ich-Erzähler ist, der mit sei­nem Ekel vor der Gesell­schaft, die ihn umgibt wahr­schein­lich in den trü­ben Gewäs­sern des Boden­sees endet („Faser­land“, 1995), und auch kei­ner, der als Ver­tre­ter einer als ver­kom­men erach­te­ten west­li­chen Deka­denz in einem chi­ne­si­schen Straf­ge­fan­ge­nen­la­ger dahin­siecht („1979“, 2001), son­dern eben August Engel­hardt, his­to­risch ver­bürgte Figur, der um die Jahr­hun­dert­wende nach Deutsch-Neuguinea reist, um dort durch das Betrei­ben einer Kokos­nuss­plan­tage, sei­nen Traum vom Aus­stei­ger­tum zu ver­wirk­li­chen, sein per­sön­li­ches Uto­pia zu leben: Er würde Pflan­zer wer­den, doch nicht aus Pro­fit­gier, son­dern aus zutiefst emp­fun­de­nen Glau­ben, er könne mit sei­ner gro­ßen Idee die Welt, Den Rest des Ein­trags lesen. »

Die Sterne vom Himmel zu holen…

Am 08. März erscheint das erste Album der Lep­pin­ski 2

Mit ihrem Debütalbum Leppinski 2 verführen Agnes Lepp und Filip Wisniewski zum lauschen in fremde Klangwelten.

Am 08. März erscheint das Debüt­al­bum der Lep­pin­ski 2

Gera­dezu sta­tisch ist die Luft, bei Live-Konzerten der Lep­pin­ski 2: Agnes Lepp und Filip Wis­niew­ski stei­gern sich förm­lich hin­ein, in ihre Musik. Mit geschlos­se­nen Augen lässt Wis­niew­ski die Fin­ger über die Sai­ten tan­zen und Lepp schwebt magne­ti­siert ihrer Stimme hin­ter­her. Die Schnitt­meis­ter zeig­ten sich von der Kön­ner­schaft der bei­den zum Glück unbe­ein­druckt, als sie deren Debüt­al­bum pro­du­zier­ten. Sie haben sich ganz auf ihre Arbeit kon­zen­triert und so über­trägt sich die Span­nung der Leppinski-Songs zum Glück auch digi­tal auf den Hörer:

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An die Feder, fertig, los!

Comic-Salon in Erlan­gen, 07.06.-10.06.2012

Comic-Salon 2012

Eine Hand ergreift einen Stift. Sie legt die Spitze auf das Papier und fährt sicher über die Ober­flä­che. Stri­che wer­den zu einem Bild, Schraf­fie­run­gen erwe­cken es zum Leben. Nicht nur die Augen von Kin­dern begin­nen zu leuch­ten, wenn Geschich­ten auf Papier entstehen.

Nach bald end­los gewor­de­nen zwei Jah­ren War­te­zeit tum­meln sich Anfang Juni wie­der die Zeich­ner und Comic-Begeisterten!

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Tag der Liebenden *hust*

Ein­mal arg­los an einem Blu­men­ge­schäft vor­bei­fla­niert, bemerke ich: Hier hat wohl Eros zu viele Pfeile verschossen.

Wie, heute ist der 14. Februar, na und? Rich­tig, ich habe natür­lich einen der für Flo­ris­ten und Cho­co­la­tiers öko­no­misch wich­tigs­ten Tage ver­ges­sen. Den Tag des Mär­ty­rers Valen­tin. Tod durch Ent­haup­tung. Wie romantisch!

Da esse ich doch gleich im Anden­ken einen Tel­ler Nudeln mit schwar­zer Soße. Das machen nämlich

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Trailer aus dem Guave-Leben

Es ist nicht wirk­lich ein Film-Noir-Trailer. Aber der Film noir wurde in den 1940ern popu­lär & Woody Wood­pe­cker auch…wollten wir also Woody Wood­pe­cker suchen, oder war alles nur Show?

Es war keine Show, aber woll­ten wir wirk­lich Woody Wood­pe­cker suchen?

 

Nürndorf-Blog IV: Tagtraum

Auch in einer Stadt wie Nürn­berg trifft man sich: Beim Ziga­ret­ten­au­to­ma­ten, auf Trö­del­märk­ten, im ita­lie­ni­schen Super­markt, beim Latte im Stra­ßen­café, auf Aus­stel­lun­gen, im Thea­ter, beim Enten­füt­tern an der Peg­nitz, in der klei­nen Kneipe um die Ecke. Was macht das ver­meint­lich bunte, urbane Leben aus? Wieso lau­fen einem immer wie­der die­sel­ben Men­schen über den Weg? Wel­che Geschich­ten kann man beim unge­rich­te­ten Schlen­dern durch die Stadt finden?

Re>flex-Redakteurin Pia Lubig ist vor kur­zem im Stadt­teil Gos­ten­hof gelan­det. Nach­dem der Ruck­sack aus­ge­packt wurde, nimmt sie euch mit zu traum­wand­le­ri­schen Stadt­spa­zier­gän­gen, ohne zunächst zu wis­sen, was Ziel die­ser Suche ist.

Folgt dem neu­gie­ri­gen und den­noch ziel­lo­sen Blick einer Fla­neu­rin durch Nürndorf…

Ich hör Neil Young. Schrei es raus, wenigs­tens im Geiste. Tanze durch die leere Woh­nung. Words. Man­cher würde sagen: „stark eupho­ri­siert“. Ein Ande­rer würde viel­leicht ein­fach nur den Kopf schüt­teln. Der Nächste würde gar bewusst­seins­er­wei­ternde Sub­stan­zen ver­mu­ten, die mir im Traum nicht ein­fal­len.
Was aber würde ein Freund tun? Den Rest des Ein­trags lesen. »